HTC-Damen erzwingen ein drittes Spiel in Saarlouis

Nach heißem Kampf gewann der Herner TC das zweite Spiel der Best-of-three-Serie gegen die Royals. Entscheidung fällt am Sonntag in Saarlouis.

Herner TC - Saarlouis Royals 72:68

Hernes Basketballerinnen haben es tatsächlich geschafft: Auch ohne die am Knie verletzte Haiden Palmer, die nach der Partie als „Spielerin der Saison“ geehrt wurde, kämpften die HTC-Damen im Viertelfinal-Rückspiel den TV Saarlouis mit 72:68 nieder und erzwangen damit ein entscheidendes drittes Spiel, das an diesem Sonntag um 15 Uhr in der Saarlouiser Stadtgartenhalle steigen wird. Nimmt man die Eindrücke der ersten beiden Vergleiche, wartet auf die Basketball-Fans erneut ein packender Kampf auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Hatten die Royals im ersten Spiel knapp die Nase vorn, zogen die HTC-Damen am späten Freitagabend nach. Angepeitscht von rund 400 begeistert mitgehenden Zuschauern, stürzten sich die Hernerinnen mit Leidenschaft und Enthusiasmus in ihre Aufgabe. Weil auch die Royals die Best-of-three-Serie vorzeitig entscheiden wollten, entwickelte sich eine Partie von hoher Intensität mit häufig wechselnder Führung. In der ersten Hälfte liefen die Hernerinnen meist hinterher, ließen sich aber nicht abschütteln und lagen nie höher als mit sieben Punkten zurück (22:29/16.). Verlassen konnten sie sich dabei vor allem auf ihre bissige Defense, womit einige unnötige Ballverluste und unglückliche Würfe wieder wettgemacht wurden. In der Offense glänzte im ersten Viertel vor allem Kristi Bellock, im zweiten Abschnitt konnten sich auch Zhane Dikes und Rachel Arthur auszeichnen.

Angesichts des 32:35-Pausenrückstands war eines aber klar: Ein schwaches drittes Viertel, wie es sich die Hernerinnen zuletzt öfter erlaubten, könnte gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Saisonende sein. Also legten sich Greinacher, Amojo, Takács und Co. nach der Pause noch mehr ins Zeug, warfen alles rein, was sie noch an Energie und Willen mobilisieren konnten. Mit Erfolg. Vier Punkte von Bellock und zwei von Amojo ließen den HTC schnell wieder die Führung übernehmen (38:37/22.), und Greinachers Korb zum 40:39 leitete wenig später eine Phase ein, in der sich Herne entscheidend hätte absetzen können. Allerdings schlichen sich wieder kleine Fehler ein, so dass die Royals aus dem 46:41 (28.) zum Viertelende wieder einen Gleichstand (50:50) machen konnten.
Dass die am Ende immer stärker aufdrehende Royals-Scharfschützin Angela Tisdale den Schlussabschnit mit einem Dreier zum 50:53 eröffnete, steckte der HTC ungerührt weg und konterte mit einer 9:0-Serie durch Takács (4), Greinacher (3) und Dikes (2). Jetzt standen die Fans auf den Sitzen, machten die Halle zum Tollhaus. Und mit dieser Unterstützung wehrte der HTC die Schlussattacken der Gäste ab. Bis auf 63:61 (37.) kamen die Royals noch heran, aber Bellock mit drei Feldkörben und Dikes mit drei von vier Freiwürfen behielten in der hektischen Schlussphase die Nerven und ließen ihr Team jubeln.

08.04.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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