1. Herren: Die Hoffnung stirbt zuletzt

BSC Kamen – Herner TC 57:64 (17:20; 13:15; 13:20; 14:9)

Am 19. Spieltag der Saison war der HTC am Samstag zu Gast bei dem punktgleichen, direkten Abstiegskonkurrenten aus Kamen. Da man in der Vorwoche eine bittere Niederlage gegen Kaiserau einstecken musste, war dieses Spiel besonders wichtig und ein Sieg zwingend notwendig um sich eine gute Ausgangsposition im Abstiegskampf zu verschaffen…

Das erste Viertel begann für Herne hervorragend. Uneigennütziges Passspiel und eine gute Trefferquote bescherten den Gästen eine frühe Führung. Über einen 15:8-Start, zu dem Domenikus Konsek und Daniel Pajonk 10 Punkte beitrugen, setzte man sich gleich zu Beginn der Partie in front (6. Min.). Doch bereits zu diesem extrem frühen Zeitpunkt wurden die Herner Spieler zu siegessicher und dadurch nachlässig. Defensiv sanken Einsatz und Konzentration stark ab und offensiv sorgten schlechte Würfe und undurchdachte Einzelaktionen dafür, dass sich die Hausherren wieder herankämpfen konnten. Die Führung nach den ersten 10 Minuten fiel entsprechend knapp aus (17:20; 10. Min.).
Im zweiten Viertel wurde dann wieder deutlich engagierter zur Sache gegangen. Christian Kaminski kam aufs Spielfeld und sorgte umgehend für eine Herner Rebound-Überlegenheit. Immer wieder erarbeiteten sich Alex Konsek und Kaminski nun zweite Chancen unter dem Korb und sorgten somit für eine beruhigende 10-Punkte-Führung (18:28; 14. Minute). Im restlichen Viertel spielte der HTC seine Stärken konsequent aus und traf meistens die richtigen Entscheidungen. Leider sorgte eine schwache Freiwurfquote dafür, dass die Führung erneut zusammenschmolz. Lediglich drei der letzten acht Versuche von der Linie fanden ihr Ziel. Defensiv liefen die letzten Minuten der Halbzeit ebenfalls eher suboptimal für Herne. Während Billy Mwamba den gegnerischen Topscorer Quellenberg mit überragender Verteidigung nahezu aus dem Spiel nahm, konnten sich die Kamener Center nun verstärkt am Brett durchsetzen. Es blieb also spannend (30:35; 20. Min.).
In der Halbzeit stellte Coach Badziong die Verteidigung auf Zone um. Die neue Verteidigungsvariante funktionierte anfangs zwar nicht 100%-ig, aber gut genug um die Führung etwas auszubauen. Fünf Punkte von Köhler und ein Dreier von Pajonk gaben dem HTC einen offensiven Push (37:45; 24. Min.)., aber defensiv leistete man sich jetzt einige Patzer, welche die Gastgeber durch Freiwürfe bestraften. Der BSC erhöhte gleichzeitig den Druck in der Verteidigung und forcierte mehrere unnötige Ballverluste der Herner. Zum Glück für die Gäste übernahm nun Jascha Korscheck mehrfach die Verantwortung im Angriff. Durch starke Drives zum Korb erzielte der Flügelspieler sechs Punkte in Folge und initiierte einen Viertel-beendenden 10:3-Lauf seiner Farben (43:55; 30. Min.).
Die Weichen standen also auf Sieg, aber 10 Minuten musste man noch kämpfen. Leichter gesagt als getan. Im letzten Viertel lief beim HTC nicht mehr viel zusammen. Im Angriff wurde sich kaum noch bewegt und wenn, sorgten falsche Laufwege meistens dafür, dass man sich den Weg zum Korb selber verbaute. In der Verteidigung lief es nicht besser (51:59; 36. Min.). Lediglich einer schwachen Freiwurfquote von Kamen verdankten es die Herner, dass die Partie nicht nochmal richtig eng wurde. In der Offensive häuften sich nun die Ballverluste und der Spielaufbau artete in heilloses Chaos aus. Da Point-Guard Pajonk mittlerweile pressverteidigt wurde, musste man beim Ballvortrag immer wieder improvisieren, was Neuzugang Anh-Tuan Chau aber gut löste. Der pfeilschnelle Guard zog nun mehrfach zum Korb und konnte nur noch durch ein Foul gestoppt werden. Anscheinend hatte Chau Trockeneis gefrühstückt und blieb von der Linie fehlerfrei (4-4). Zusätzlich kam “The Polish Wall“ Kaminski zurück und rückte die Verhältnisse unter dem Korb wieder zurecht. Ein letztes Aufbäumen des BSC unterbrach Badziong mit einer Auszeit und danach schaltete die herner Verteidigung für die finalen Minuten nochmal einen Gang hoch. Zwei Ballgewinne wurden in Fastbreaks umgewandelt und ein No-Look-Pass von Korscheck auf Domenikus Konsek machte den Sack endgültig zu (54:64; 39. Min.).

Fazit: Auch wenn der HTC sich nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, zählen am Ende nur die enorm wichtigen Punkte im Abstiegskampf. Drei Spieltage vor dem Saisonende hat man also zwei Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz, aber das vermutlich schwerere Restprogramm im Vergleich zu Kamen. Während der BSC noch auf die Tabellennachbarn aus Kaiserau und Unna, sowie die B-Unity trifft, hat der HTC mit Hamm, Derne und Fröndenberg nur noch Hochkaräter vor der Brust. Doch wie man bereits beim Sieg gegen den diesjährigen Landesligameister aus Langendreer festgestellt hat: Nichts ist unmöglich!
Nun gilt es die letzten Partien mit höchst-möglichem Einsatz und Kampfgeist zu bestreiten um den Abstieg hoffentlich auch in dieser so undankbaren Saison zu verhindern. Die erste Chance dazu hat man am kommenden Wochenende, wenn der SSV Hamm zu Gast in Herne ist… (06.03.16; 16 Uhr; MCG-Arena)

Scoring: Konsek, A. 13/3-7; Pajonk 12/2; Köhler 11/2/1-2; Konsek, D. 11/1/1-4; Korscheck 8/2-2; Kaminski 6/2-2; Chau 4/4-4; Mwamba; DeLaCruz; Badziong (n.e.)

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