1. Herren: Ein letzter Tanz auf Messers Schneide

HTC siegt zu Saisonabschluss

Herner TC - GSV Fröndenberg 65:58 (16:16; 14:12; 14:14; 21:16)

Auch wenn der Klassenerhalt am letzten Spieltag bereits geschafft war, wollte der HTC sich in eigener Halle beim Tabellenfünften für die knappe Hinspielniederlage (70:69) in Fröndenberg revanchieren.

Doch es wurde wieder mal ein steiniger Weg zum Ziel…
Es sollte eine harte Partie werden, in der am Ende der größere Siegeswille entscheiden sollte. Irbin DeLaCruz schenkte der eisernen Zonenverteidigung der Gäste gleich im ersten Angriff einen Dreier ein, wovon diese sich jedoch nicht beeindrucken ließen. Trotz klarer Verteidigungsvorgaben agierte der HTC nicht engagiert genug und gewährte den Sauerländern immer wieder offene Würfe und leichte Korbchancen. Zumindest in der Offensive lief es bei den Hausherren aber rund. 11 Punkte in den ersten 10 Minuten durch Jascha Korscheck und Alex Konsek brachten Herne zwischenzeitlich in front (14:9; 8. Min.), aber weiterhin nachlässige Verteidigung begünstigten einen GSV-Lauf zum Ausgleich nach dem ersten Durchgang (16:16; 10. Min.).
Im zweiten Viertel artete das herner Offensiv-Spiel in eine Art Tontaubenschießen aus. Zahllose gute Gelegenheiten direkt am Brett fanden nicht ihr Ziel und die Beton-Zone der Gäste hatte sich nun auf die herner Laufwege eingestellt. Es wurde zunehmend schwerer für den HTC zu Punkten zu gelangen. Doch in der eigenen Defense wurden weiterhin Kräfte gespart, woraufhin der Gegner mit sechs schnellen Punkten die Führung an sich riss (21:24; 14. Min.). Dies änderte sich aber glücklicherweise nach einer Auszeit von Coach Badziong. Tobias Biermann und Jascha Korscheck waren es nun die ihren Mitspielern den richtigen Weg wiesen. Immer wieder konnten die beiden Herner dem GSV den Ball stibitzen und dadurch im Duo acht Punkte in Folge erzielen (29:24; 17. Min.). Fröndenberg schlug nochmal zurück, aber die Führung wurde in die Halbzeit gerettet (30:28; 20. Min.).
Im dritten Viertel überraschte Badziong den Gegner mit einer Umstellung auf Zonenverteidigung, Biermann nutzte die kurze Verwirrung für vier schnelle Punkte und Köhler setzte noch einen Dreier aus 8 Metern obendrauf (37:28). Leider war es das dann auch mit der Verwirrung. Der GSV hatte seine Systeme auf die neue Defense der Lokalmatadoren eingestellt und kam nun immer wieder zu leichten Körben. In einer weiteren Auszeit improvisierte Badziong mit einer 4-1-Zone, aber dieser Schuss ging nach hinten los. Die unkonventionelle Verteidigungsvariante konnte von den Spieler nicht richtig interpretiert werden und artete in komplettes Chaos aus (37:40; 26. Min.). Doch Badziong sah seinen Fehler gerade noch rechtzeitig ein und wechselte wieder auf die ursprüngliche Manndeckung. Sofort danach fand der HTC zurück in die Spur und leitete umgehend offensive und defensive Gegenmaßnahmen ein. Trotz der extrem harten Gangart der Gäste, die mit viel Ellenbogeneinsatz arbeiteten, erlaubte man dem Gegner bis zum Viertelende nur noch einen Feldkorb. Geschicktes Passspiel von Daniel Pajonk, der einmal mehr immer wieder einen Weg fand seine Mitspieler gut in Szene zu setzen, sorgte in der Offensive dafür, dass der HTC das Viertel mit einem 7:2-Lauf beendete (44:42; 30. Min.).
Im letzten Durchgang zahlte sich dann endlich die Zurückhaltung und Selbstbeherrschung der Hausherren aus. Trotz vieler harter Aktionen, die zwar oft, aber nicht immer geahndet wurden, blieb man der eigenen Linie treu und spielte sauberen Basketball. Es dauerte nicht lang und die “Rüpel“ vom Lande hatten sich einmal zu oft daneben benommen und kassierten das erste technische Foul. Besonders wichtig dabei: dies war gleichzeitig das finale Foul des bis dato stärksten GSV-lers. Zwar gingen die Gäste knapp fünf Minuten vor dem Ende nochmal in Führung (46:49; 34. Min.), aber jetzt schlug der HTC mit vereinter Kraft zu und warf alles in die Waagschale für einen letzten Sieg der Saison. Korscheck und Biermann punkteten erneut mehrfach und auch Dennis Köhler ließ sich nicht lange bitten mitzumachen. Zusammen erzielte das offensive Dreigestirn 18 Punkte in den letzten 4,5 Minuten der Saison. Nachdem man bis zu diesem Zeitpunkt im Kollektiv lediglich sechs Fouls begangen hatte, wurde die Aggressivität in der Verteidigung hochgeschraubt, worauf die bereits müden und foulbelasteten Gegner nicht vorbereitet waren. Mehrere Ballgewinne von Korscheck und Biermann wurden kompromisslos in Fast-Break-Punkte umgemünzt und Köhler schickte seinen zweiten Dreier durch die Reuse (59:58; 38. Min.). Sportlich konnten die Fröndenberger nicht mehr mithalten und kassierten erst ein unsportliches und dann ein zweites technisches Foul. Während dem GSV in den letzten zwei Minuten keine Punkte mehr gelangen, schoss Herne sich ausnahmsweise mal souverän von der Freiwurflinie (7-8) zum verdienten Sieg (65:58; 40. Min.).

Scoring: Biermann 16/2-2; Köhler 12/2/4-6; Korscheck 12/6-9; Pajonk 10/1/7-8; Konsek, A. 6; DeLaCruz 5/1; Konsek, D. 3/3-4; Kaminski 1/1-2; Chau; Mwamba; Badziong (n.e.)

« Zurück