1. Herren: Glück im Unglück

Herner TC – SSV Hamm 47:53 (14:10; 16:10; 11:19; 6:14)

Der drittletzte Spieltag brachte die Baskets aus Hamm nach Herne. Mit einem Sieg konnte der HTC den Klassenerhalt so gut wie sichern…

Zu Spielbeginn beschnupperten sich beide Teams erstmal um die gegnerischen Schwachstellen auszuloten. Herne schaffte dies zuerst und setzte sich früh in Front (8:2; 5. Min.). Die harte Linie der Schiedsrichter, die viel Körperkontakt zuließ, spielte dem HTC anfangs mehr in die Karten. Mit beinharter Verteidigung und entschlossenen Offensivaktionen wurden die Gäste dominiert (12:4; 6. Min.). Wie vorab besprochen wurde der gegnerische Topscorer Docenko von Verteidigungs-spezialist Mwamba hauteng verteidigt und kam kaum zum Zug. Doch wieder mal schlichen sich urplötzlich mehrere Unkonzentriertheiten ins Herner Spiel und mehrere Ballverluste machten den Gegner stark. 10 Erstviertelpunkte von Alex Konsek und Biermann wurden durch einen abschließenden 6:2-Lauf des SSV gekontert und nach dem ersten Viertel war der Spielstand wieder knapp (14:10; 10. Min.).
Im zweiten Durchgang kam Chau frisch von der Bank und sorgte direkt für Wirbel. Immer wieder zog der Shooting-Guard durch die Verteidigung der Gäste und hatte großen Anteil am 10:3-Start seiner Farben (24:13; 14. Min.). Doch trotz der hohen Führung war es besonders auffällig, wieviele Punkte der HTC leichtfertig vergab, was sich im weiteren Spielverlauf noch rächen sollte…
Eine weitere Schwächephase der Hausherren nutzten die Hammer für einen kleinen Zwischenspurt (26:18; 17. Min.), doch die Einwechslung des Center-Hünen Kaminski sicherte Herne bis zur Halbzeit die Reboundüberlegenheit. Zwar hatte der HTC es durch die mangelhafte Chancenverwertung verpasst sich vorzeitig spielentscheidend abzusetzen, aber eine 10-Punkte-Führung wirkte immerhin beruhigend.
ZU beruhigend wie sich herausstellen sollte. Trotz der identischen Spielweise der Gäste, vernachlässigte man nun immer häufiger die letzte Konsequenz in der Defense. Zwar konnten sich die Spieler während der Halbzeit etwas erholen, wirkten aber zu Beginn der zweiten Hälfte trotzdem müde. Hamm hingegen kam kampfeslustig zurück aus der Kabine und übertrug dies auch sofort aufs Spielfeld. Mit viel Einsatz kauften die Baskets nun den Hausherren den Schneid ab. Mit 17:7 Punkten in acht Minuten erzielte Hamm ohne große Gegenwehr den Ausgleich (37:37; 28. Min.). Coach Badziong wurde bereits früh zu zwei seiner drei Auszeiten für die letzten 20 Minuten gezwungen, doch erst die Umstellung auf Zonenverteidigung brachte wieder Stabilität ins herner Verteidigungsspiel. Doch nun bewegten sich beide Teams auf Augenhöhe, wobei Herne sich hauptsächlich in Einzelaktionen verstrickte und haufenweise Korbleger vergab. Glücklicherweise hatten die Gegner ihr Pulver auch vorerst verschossen. Trotz einer schwachen Freiwurfquote konnte der HTC eine knappe Führung ins Schlussviertel mitnehmen (41:39; 30. Min.).
Der bisherige Saisonverlauf, in dem der HTC bis auf eine Partie IMMER unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, forderte nun zusätzlich seinen Tribut. Die Nerven des HTC lagen im letzten Spielabschnitt blank. Im Angriff bewegte sich nun nur noch Jascha Korscheck. Unnachgiebig zog der Herner Flügelspieler zum Korb, fand sich jedoch meistens mit mehreren Gegenspielern konfrontiert, ohne die Möglichkeit auf einen Mitspieler abzulegen. Zumindest anfangs hielt Korscheck sein Team noch in front (45:41; 34. Min.), reichte jedoch auf Dauer nicht als Alleinunterhalter. Leider schauten die Offiziellen, die eine sehr gute Gesamtleistung ablieferten, nun beim HTC etwas genauer hin, als bei den Gästen, wodurch diese einen Großteil ihrer Punkte in den letzten 10 Minuten von der Bonuslinie erzielen durften (FW 4. Vrtl.: HTC:2 SSV: 9). Doch anstatt den Kontrahenten ebenfalls in Foulprobleme zu bringen, entschieden die herner Feldspieler sich lieber immer wieder dafür die Uhr vollkommen verfrüht runterzuspielen um am Ende einen schlechten Verzweiflungswurf nehmen zu müssen. Hamm nahm dies lächelnd zur Kenntnis und ging drei Minuten vor der Schlusssirene erstmalig in Führung. Unvorstellbar, aber alle drei Herner in der vorderen Zonenverteidigung patzten gleichzeitig, woraufhin Docenko seinen ersten Dreier einnetzte (45:47; 37. Min.). Konsek konterte zwar, aber nach einem weiteren Ballverlust ließ Docenko erneut seinen Gegenspieler stehen und zog zum Korb. Durch einen doppelten Blackout kamen gleich beide herner Center zur Helpside und ließen die gesamte Zone unbewacht. Docenko fand den vollkommen freien Mitspieler unter dem Korb und Hamm führte erneut (47:49; 39. Min.). Herne stand also unter Druck und musste treffen, doch soweit kam es gar nicht. Ein unsauberer Block schenkte dem Gegner den Ball. Herne blieb nur noch die Stop-the-clock-Taktik, doch Hamm verwandelte alle vier Freiwürfe ohne Fehler (Endergebnis 47:53)

Fazit: Wieder mal beginnt der HTC stark, kann die gute Form aber nicht lang genug aufrechterhalten. Zuviele vergebene Chancen, immer unkonzentrierter agierende Verteidigung und Unstimmigkeiten auf und abseits des Spielfeldes verwehrten am Ende den Sieg und damit die wichtigen Punkte im Abstiegskampf. Da die Konkurrenz aus Kamen jedoch ebenfalls verlor, bleibt dem HTC die gute Ausgangslage erhalten. Kamen muss nun beide verbleibenden Partien gewinnen, während Herne zweimal verlieren müsste. Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen also gar nicht so schlecht, doch nach dieser verhunzten Saison noch auf Glück zu hoffen, wäre mehr als mutig. Ein Sieg sollte also noch her, damit man wieder in Ruhe schlafen kann. In der kommenden Woche trifft man auf den Tabellenzweiten aus Derne (12.03.16; 14 Uhr; SH Hörde 2), der aus einer Niederlage gegen die bochumer Astrostars kommt und am letzten Spieltag ist nochmal der GSV Fröndenberg zu Gast (20.03.16; 16 Uhr; MCG-Arena). Na dann viel Glück;)

Scoring: Biermann 12/2-2; Konsek, A. 11/1-6; Korscheck 8; Pajonk 5/1-1; Konsek, D. 5/1-4; Chau 4; Kaminski 2; Mwamba; Badziong (n.e.)

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