Kapitänin Emina Karic bleibt auf der Brücke

Nach Karin Kuijt hat die zweite Spielerin aus dem Bronze-Team beim Herner TC unterschrieben. Emina Karic besetzt eine Schlüsselrolle.

Aus ihren Absichten haben die Verantwortlichen des Herner TC nie ein Hehl gemacht: Das neu formierte Team, das zuletzt die Damenbasketball-Bundesliga aufgemischt und sich in die Herzen der Fans gespielt hat, soll weitgehend zusammenbleiben. Als Erste hatte „General“ Karin Kuijt bereits im April ihren Vertrag verlängert, jetzt hat auch die Kapitänin unterschrieben: Emina Karic wird auch in der neuen Saison für den HTC auf Korbjagd gehen.

Die Sorge, Karic könne ihre Laufbahn nach abgeschlossenem Studium beenden und gleich ins Referendariat einsteigen, hat sich also erledigt. Vielmehr will sich die 27-Jährige nach Jahren der Doppelbelastung einmal voll auf Basketball konzentrieren. Den Ausschlag für diese Entscheidung gab: Die Mannschaft. „Es hat mir unheimlich viel Spaß bereitet mit den Mädels. Auch wenn wir nicht immer einfache Zeiten hatten, waren der Umgang miteinander und die Art und Weise, wie wir füreinander gekämpft haben, sehr beeindruckend.“ Und auch die sportliche Ernte konnte sich sehen lassen, konnte der HTC doch den dritten Platz aus der Hauptrunde in den Playoffs mit dem Gewinn der Bronzemedaille bestätigen.

Ein Team mit Herz und Willen

Wichtiger als das Ergebnis aber war für Emina Karic, wie es zustande gekommen ist. „Wir haben versucht, professionell miteinander umzugehen, Höhen und Tiefen gemeinsam als Team auszubaden, füreinander zu kämpfen und auf dem Spielfeld einfach alles zu geben. Ich glaube, das hat man von außen auch gesehen, dass wir dieses Jahr einfach ein Team waren, das mit Herz und Willen den Titel holen wollte.“

Dementsprechend sind auch die Ziele für die neue Saison gesteckt: Da weiterzumachen, wo man im Frühjahr aufgehört hat und sich weiter zu verbessern. Also hofft Karic, dass viele Spielerinnen der letzten Saison ihrem Beispiel folgen und zum HTC zurückkehren. Cheftrainer Marek Piotrowski arbeitet jedenfalls daran, das Team wieder genauso gut aufzustellen.

Eine Schlüsselrolle dabei ist mit Karic perfekt besetzt. „Ich denke, die größte Herausforderung ist, dass man zwischen Mannschaft und Trainerstab steht, quasi eine Brücke ist und bei schwierigen Situationen vermitteln muss“, charakterisiert sie ihre Aufgaben als Kapitänin. Denen ist sie, so heißt es im Team und auf Seiten der Trainer, bestens nachgekommen. „Ich freue mich sehr, dass Emina bei uns bleibt. Sie spielt seit ihrer Jugend bei uns und dadurch kennen wir uns gut. Das macht sie auch zu so einer guten Kapitänin. Sie weiß, wie alles im Verein funktioniert und wie die Leute ticken und das kann sie den ausländischen Spielerinnen sehr gut vermitteln“, sagt Marek Piotrowski.

Vorbild für die WNBL-Mädchen

Aber auch auf dem Parkett will Karic wieder durchstarten. Oft von Verletzungen ausgebremst, konnte sie im Vorjahr endlich einmal beschwerdefrei durchspielen. Inzwischen weiß sie, was ihrem Körper gut tut und was sie tun muss, um verletzungsfrei zu bleiben. Das will sie auch den Mädchen aus dem Herner WNBL-Team vermitteln, die vielleicht mit einer Profilaufbahn liebäugeln. Ein anderer Punkt ist ihr aber noch wichtiger: „An allererster Stelle würde ich ihnen ans Herz legen, Schule, Ausbildung oder Studium zu Ende zu bringen. Auch wenn es super hart ist, beides unter einen Hut zu bekommen.“

Aber es kann klappen, wie ihr eigenes Beispiel zeigt.

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