Mit einem Sieg in die neue Saison

Gegen die ChemCats Chemnitz werden die DBBL-Basketballerinnen des Herner TC ihrer Favoritenrolle gerecht und setzen sich mit 78:65 durch.

Der Start in die Bundesligasaison ist gelungen, die ersten beiden Punkte sind im Sack. Ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten, gewannen die Basketballerinnen des Herner TC beim Season Opening in Keltern ihre Partie gegen die ChemCats Chemnitz mit 78:65 (37:30) und wurden ihrer Favoritenrolle letztlich souverän gerecht.

„Uns allen ist ein großer Stein vom Herzen gefallen“, atmete Marek Piotrowski nach dem Schlusspfiff auf. „Das erste Spiel ist immer schwierig, man weiß nie, wo man steht. Und die Erwartungen waren groß“, resümierte Hernes Headcoach. Dass sein Team diesem Druck standgehalten hatte, mache ihn stolz. „Dieser erste Schritt war wichtig. Alles andere analysieren wir in Ruhe“, hatte Piotrowski neben viel Licht auch einigen Schatten gesehen.

Gerade in der Anfangsphase taten sich die Hernerinnen einigermaßen schwer. Statt ein Dreier-Feuerwerk zu zünden, wie es Piotrowski vermutet hatte, schnitten die Katzen aus Sachsen trotz körperlicher Unterlegenheit häufig in die Herner Zone und hatten damit durchaus Erfolg. Besonders Jasmine Smith kam so zu einigen leichten Korblegern. Weil aber auch der HTC offensiv sofort im Spiel war und durch Karin Kuijt, Jordan Frericks und Kapitänin Emina Karic hochprozentig traf, wechselte die Führung anfangs mehrfach hin und her. Als sich Chemnitz dann binnen einer Minute mit einem 5:0-Lauf auf 16:11 (6.) absetzte, hatte Piotrowski genug gesehen.

„Was wir bis dahin defensiv gespielt hatten, kann nicht unser Anspruch sein“, begründete er später die frühe Auszeit. Seine Nachjustierungen wirkten sofort. Die Herner Defense erhöhte nun den Druck, ließ in den folgenden vier Minuten gerade noch ein Pünktchen zu und machte aus dem 11:16 bis zur ersten Pause eine 21:17-Führung.

Auf diesem Weg gingen die Hernerinnen im zweiten Viertel weiter. Sie hielten die Intensität hoch, spielten vor allem beim Offensivrebound durch Natalie Burton und Jordan Frericks ihre Größenvorteile konsequent aus und setzten sich langsam weiter ab. Nach Kuijts zweitem Dreier und einem schönen Korb von Beatrice Attura stand in Minute 17 erstmals eine zweistellige Herner Führung (33:23) auf der Anzeigetafel. Grund genug etwa, die Dinge schleifen zu lassen? Ein wenig gewann man schon diesen Eindruck, denn plötzlich fanden die Katzen wieder Zeit und Raum, ihre Angriffe fast ungestört abzuschließen. Und so nahm Herne nur ein dünnes Sieben-Punkte-Polster mit in die Halbzeitpause, das Spiel war noch völlig offen.

Auch im dritten Viertel ließen sich die Katzen zunächst nicht abschütteln. Die ersten Körbe durch Burton und Karic beantwortete Veera Pirttinen jeweils mit einem Dreier und hielt ihr Team damit auf Schlagdistanz (41:36/24.). Bis dahin kaum aufgefallen, lief die junge Finnin nun heiß und zauberte bis zum Ende des dritten Viertels zwei weitere Dreier in die Herner Reuse. Das stärkere Kollektiv aber war eindeutig das in den roten Trikots. Mit einem 9:0-Run setzte sich Herne auf 50:36 ab, und bei einer 64:48-Führung kurz vor Ende des dritten Abschnitts zweifelte kaum noch jemand am Herner Auftaktsieg.

Auch die Mannschaft selbst schien sich ihrer Sache zu sicher zu sein. Wieder leistete sie sich einen kurzen Durchhänger, ließ viertelübergreifend eine 0:9-Serie zu und spürte die Katzen beim 64:57 (31.) und 68:61 (33.) wieder im Nacken.

Wirklich spannend wurde es aber nicht mehr. Sobald es eng wurde, legten die HTC-Ladys eine Schüppe drauf und hielten den Gegner auf Abstand. So durften in der Schlussphase auch die jungen Sarah Polleros und Nela Krizanovic einige Minuten aufs Parkett. „Insgesamt war das eine gute Teamleistung, auch wenn wir mit der ein oder anderen Spielerin noch nicht so zufrieden waren“, bilanzierte Trainer Piotrowski. Positiv bewertete er vor allem die 19 Offensivrebounds, weniger schmeckten ihm manche Nachlässigkeiten bei klaren Führungen. „Nicht alles war goldig. Das Wichtigste aber ist: Wir haben deutlich gewonnen und niemand hat sich verletzt.“

Nach der Rückreise am Sonntag und einer sorgfältigen Analyse will er das Team ab Montag auf die nächsten Aufgaben vorbereiten. Bereits am Mittwoch steht das Spiel beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig auf dem Plan, der zum Auftakt deutlich gegen Marburg verlor.

Quelle: Wolfgang Volmer/WAZ/1.10.2018

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