Amojo trifft Sekunden zu früh

Die Siegesserie der HTC-Damen ist gerisssen. Zwei Sekunden vor Schluss besiegelte Pia Mankertz die Herner 71:72-Niederlage in Rotenburg.

BG 89 AVIDES Hurricanes - Herner TC 72:71

Viertel: 20:14, 18:18, 20:16, 14:23.

BG: Mankertz (21/3 Dreier), Rahn (13/3, 8 Reb.), Iiskola (12), Southern (11, 10 Reb.), Zaplatova (9/1), Sten (6), Riebesell, Fortmann, Friedrichs.

Feldwurfquote: 39 % (25/63); Freiwurfquote: 75 % (15/20), Rebounds: 36 (27 defensiv, 9 offensiv).

HTC: Amojo (15/3), Greinacher (13, 7 Reb.), Bellock (10), Kerin (9/3), Mahlknecht (9, 6 Blocks), Dikes (7), Karic (4), Palmer (2, 7 Reb.), Takács (2), Van der Velde.

Feldwurfquote: 34 % (26/76); Freiwurfquote: 76 % (13/17; Rebounds: 27 (14 def., 13 off.)

Elf Sekunden vor Schluss rauschte Ireti Amojos Dreier zum 70:71 durch die Rotenburger Reuse – fast war es der ideale Zeitpunkt, um erstmals im gesamten Spiel in Führung zu gehen. Fast. Denn elf Sekunden reichten den Hurricanes, um sich doch noch die Punkte zu schnappen. Schnell brachten sie den Ball zu Pia Mankertz, die zog gegen Ines Kerin energisch zum Korb – und weil die Slowenin die sichere Freiwurfschützin nicht foulen wollte, ihr aber auch niemand zur Hilfe kam, legte Mankertz den Gästen noch ein Ei ins Nest. Momente später ertönte die Sirene, und der HTC war seine weiße Weste und die Tabellenführung in der 1. Damenbasketball-Bundesliga los.
„Es war ein verdienter Sieg, auch wenn wir mit Glück am Ende noch hätten gewinnen können“, räumte auch Marek Piotrowski ein. „Die Hurricanes haben gut gespielt und gut getroffen. Von uns aber war es kein gutes Spiel, wir haben unsere Marschroute nicht umgesetzt“, kritisierte der Herner Headcoach.
Von Beginn an liefen die Gäste einem Rückstand hinterher. Zwar wirkten sie athletischer und zeigten auch schöne Spielzüge, im Abschluss aber klappte wenig bis gar nichts. Vor allem Sonja Greinacher und Haiden Palmer hatten ihr Visier schlecht eingestellt und brachten es zusammen bei 22 Würfen aus dem Feld nur auf vier Treffer.
Das allerdings war für Piotrowski nicht der Hauptgrund für die unnötige Niederlage. „Offense ist immer auch Glücksache, mal trifft man, mal trifft man nicht. Wirklich unzufrieden sind wir nur mit der Defense, da haben uns Biss und Aggressivität gefehlt.“
Weil der HTC schlecht ausboxte, schnappten sich die Hurricanes zu viele Rebounds. Und auch ihre Distanzschützinnen Mankertz, Rahn und Zaplatova durften zu oft ungestört Maß nehmen. Nicht zuletzt ihre fünf Dreier sorgten dafür, dass der HTC bis zur Pause zwar mehrfach heran kam, aber nach dem 2:2 nie mehr den Ausgleich schaffte. Das schien sich nach dem Wechsel zu ändern. Bellock, Amojo und Takács stellten mit einer 6:0-Serie auf 38:38, aber erneut nutzte der HTC das Momentum nicht und ließ die Hurricanes bis auf 56:42 (28.) wegziehen. Dann aber bäumte sich der HTC doch wieder auf und hätte die Schlappe fast noch abgewendet. „Wenigstens hat das Team Moral bewiesen“, knirschte Piotrowski.

09.10.2016 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

Zurück