Derbysieg mit trauriger Randnotiz

Derbysieger Derbysieger, hey, hey !!

Mit 81:57 schlägt der HTC evo New Basket Oberhausen am Ende deutlich.

Leider gab es auch einen traurigen Vorfall: Unserer Nr 15, Radostina, wurde die Tasche geklaut, der Vorfall zu Beginn der Halbzeit an der Mannschaftsbank könnte auf Fotos oder Videos zu sehen sein. Bitte schaut alle mal eure Fotos durch, um Ina und der Polizei zu helfen!!!

Hernes Bundesliga-Basketballerinnen haben auch ihr drittes Saisonspiel gewonnen und sich damit in der Spitzengruppe fest etabliert. Beim 81:57-Derbysieg über NB Oberhausen ließen die HTC-Damen einer famosen ersten eine fantastische zweite Hälfte folgen.

Herner TC - evo NB Oberhausen 81:57 

Viertel: 18:23, 27:17, 17:9, 19:8.

HTC: Wright (19 Punkte, 19 Rebounds), Karic (17/2 Dreier), Amojo (12), Davis (9, 13 Rebounds), Barnes (9), Van der Velde (8), Müller (5/1), Sola (2), Salomaa. Wurfquote Feld: 47 % (37/79). Freiwurfquote: 36 % (4/11). Rebounds: 48 (31 defensiv, 17 offensiv).

NBO: Reid (17), Stokes (8), Grbas (7/1), Menz (7/1), Hill (7), Tews (5/1), Mersch (4), Stiller (2), Meinhart, Höfels, Schiermeyer, Gries. Wurfquote Feld: 38 % (24/63). Freiwurfquote: 60 % (6/10). Rebounds: 31 (24 defensiv, 7 offensiv).

Wer Spitzensport voller Leidenschaft und Spannung erleben möchte, kommt in unserer Stadt an den Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC nicht vorbei. Zwei Tage nach dem klaren Sieg gegen Chemnitz entschieden die HTC-Ladys auch den rassigen Westgipfel gegen Oberhausen glatt für sich – und das in einer Weise, die auch zurückhaltende Zeitgenossen von den Sitzen riss. Was das heimische Team nach einer temporeichen und ausgeglichenen ersten Hälfte nach der Pause ablieferte, war allererste Sahne. Die Defense arbeitete nun noch aggressiver, gestattete den Gästen kaum noch freie Würfe und hielt sie in beiden Schlussvierteln unter zehn Punkten, und vorne kamen die Hernerinnen immer wieder zu zweiten Wurfchancen, weil „T“ und „Q“, die beiden überragenden Teya Wright und Quenice Davis, sich mit unglaublichem Einsatz fast jeden Rebound schnappten. Großartig.

Dabei blickte Marek Piotrowski vor dem Hochball noch skeptisch auf die Bank, wo mit Charmaine Callahan, Radostina Slavova-Naneva und Anna Lappenküper drei seiner Damen in Zivil saßen. Henna Salomaa machte sich zwar warm, stand nach kaum ausgeheiltem Bänderriss aber nur für den Notfall bereit. „Das wird ein heißer Tanz. NBO wird mächtig aufs Tempo drücken“, fürchtete der HTC-Headcoach angesichts der vollen Gäste-Kaders.

Und er sollte Recht behalten. Ireti Amojo eröffnete die Partie zwar mit zwei Punkten, doch das blieb bis zur 13. Minute die einzige Herner Führung. Oberhausen gab gleich richtig Gas und zwang Piotrowski mit vier schnellen Körben schon in Minute zwei zur ersten Auszeit. Die kleinen Korrekturen saßen, der HTC war beim 8:8 wieder dran, geriet in der mit maximaler Intensität geführten Partie danach aber wieder ins Hintertreffen. Mit einem 18:23-Rückstand ging es in die erste kurze Pause – und niemand konnte ahnen, dass der HTC mit seiner Siebener-Rotation dieses Tempo über 40 Minuten würde durchhalten können.

Konnte er aber, ja mehr als das. Herne forcierte nochmal, eröffnete das zweite Viertel mit einem 9:2-Run zum 27:25 (13.) und erkämpfte sich bis zur Pause auch dank eines „Buzzerbeaters“ von Kitty Müller eine Fünf-Punkte-Führung. Ganz stark spielte nicht nur in dieser Phase die neue Kapitänin Emina Karic, aber auch Caroline Van der Velde setzte Akzente und bewies Mut und gewachsenes Selbstvertrauen.

Nach der Pause legten Davis und Wright richtig los. Hatten sich beide Leistungsträgerinnen zuvor noch ein wenig zurückgehalten, so wurden sie nun zu den dominierenden Figuren auf dem Parkett und angelten sich fast jeden Rebound. Auch ihre Teamkameradinnen legten noch einen Zahn zu, verteidigten aggressiv und kauften den Gästen den Schneid ab. Schnell zog der HTC auf 55:42 (24.) davon, und von da an blieb der Vorsprung zweistellig. Als zu Beginn des Schlussviertels Amojo mit vier und Van der Velde mit zwei Punkten von 62:51 auf 68:51 (33.) stellten, schien NBO geschlagen. Die folgende Auszeit verpuffte, der nun wie entfesselt aufspielende HTC war einfach nicht mehr zu stoppen und sorgte auf dem größeren Teil der proppevollen Tribüne für schiere Begeisterung.

Als dann auch noch Jugendspielerin Mali Sola, kaum auf dem Parkett, die Kugel zum 79:57 in die Reuse stopfte, war i-Tüpfelchen gesetzt. „Das war ein geiles Spiel von uns“, geriet sogar „Magier“ Piotrowski ins Schwärmen. „Vor der Pause haben wir wegen unserer kleinen Rotation noch etwas vorsichtig verteidigt. In der zweiten Hälfte war das nah am Optimum.“ Darf man so sehen.


05.10.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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