Ein Triumph des Teamgeists

Unsere Bundesliga-Basketballerinnen haben sich den zweiten Tabellenplatz zurückgeholt. Mit einer famosen Teamleistung und einer starken Defense bezwangen sie in eigener Halle die AVIDES Hurricanes aus Rotenburg/Scheeßel glatt mit 75:58.

Herner TC - AVIDES Hurricanes 75:58  (20:15, 26:20, 11:12, 18:11)

HTC: Wright (14), Davis (11/1, 5 Assists, 4 Steals), Amojo (11), Barnes (8), Slavova-Naneva (8), Müller (6), Van der Velde (6), Karic (6), Salomaa (3/1), Callahan (2).

Wurfqote Feld: 45 % (26 von 58). Freiwurfquote: 95 % (21/22).

Rebounds: 31 (24 defensiv, 7 offensiv).

Hurricanes: Rahn (19/2), Mankertz (10), Young (9), Mallard (9), Arlen (6), Flasarova (3), Baden (2), Kaiser, Wegner, Pakulat.

Wurfquote Feld: 32 % (18/56). Freiwurfquote: 87 % (20/23).

Rebounds: 38 (25 defensiv, 13 offensiv).

Hernes Basketballerinnen haben die richtige Antwort auf den unnötigen Ausrutscher in Bad Aibling gegeben. Nach einer tadellosen Vorstellung behielten sie gegen keineswegs schwache Hurricanes souverän die Oberhand und eroberten mit ihrem siebten Sieg im neunten Spiel den zweiten Platz in der 1. Bundesliga zurück.

Was HTC-Trainer Marek Piotrowski mit besonderer Genugtuung registrierte: Die Partie wurde nicht durch ein, zwei „Heldinnen“ entschieden, sondern durch ein fast perfekt funktionierendes Team, in das sich jede Spielerin einfügte – abzulesen auch an der Scorerliste, in die sich alle zehn Hernerinnen eintrugen. Sogar Charmaine Callahan, die sich beim Season Opening in Chemnitz das Knie verdreht hatte und in der Schlussphase ihr Comeback gab. Als sie kurz nach ihrer Einwechslung zum 73:57 traf, war das Herner Glück an diesem Abend vollkommen.

Zuvor aber war ein gutes Stück harter Arbeit zu erledigen. Zwar lag der HTC über die gesamten 40 Minuten vorn, wirklich absetzen aber konnte er sich erst Mitte des letzten Viertels, als Ireti Amojo (6) und Erica Barnes (4) in vier Minuten zehn Punkte auf die 61:53-Führung (34.) draufpackten. Erst jetzt, als die Partie entschieden war, erzielte die frühere Hernerin Katarina Flasarova ihren ersten Korb. „Wir haben Flasarova komplett aus dem Spiel genommen, sehr stark verteidigt und Rotenburg unter 60 Punkte gehalten. Die Defense war der Schlüssel“, freute sich Marek Piotrowski. „Unsere Taktik ist aufgegangen, auch wir haben unseren Gegner genau studiert.“

Sicher war das als kleine Replik auf seinen Kollegen Christian Greve gemeint, der im Vorfeld seine akribische Vorbereitung auf den HTC thematisiert hatte. Genutzt hat’s wenig. Von Beginn an nahm Herne das Heft in die Hand, punktete zunächst oft über Teja Wright, der Piotrowski aber schnell eine Pause gönnte. Ihren Part übernahm Radostina Slavova-Naneva, die kräftig daran mitarbeitete, dass der Vorsprung nahe an die Zweistelligkeit herankam (28:19/12.). Die Gäste konterten und waren beim 32:31 (15.) wieder dran, aber dann zog Herne das Tempo wieder an und bis zur Pause auf 46:35 davon.

Im verflixten dritten Viertel lief offensiv nicht viel zusammen. Mit ihren wilden Aktionen konnten die Hernerinnen kaum noch freie Würfe kreieren. Weil aber auch die Gäste gegen die aggressive Defense wenig trafen, pendelte die Führung konstant zwischen sechs und zehn Punkten.

Im Schlussviertel erhöhten die erneut bärenstarke Quenice Davis und Kitty Müller auf 61:47. Noch einmal aber bäumten sich die Gäste auf, verkürzten durch Pia Mankertz und zweimal Janae Young auf 61:53, was der HTC durch Amojo und Barnes mit einer 10:0-Serie beantwortete. Das Ding war durch, der Rest geriet zum Schaulaufender umjubelten Sieger.

16.11.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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