Furioses zweites Viertel bringt den Erfolg

Hernes Bundesliga-Damen bleiben auf der Erfolgsspur. Sie feierten gegen Halle bereits den fünften Sieg in Serie und verdrängten Saarlouis vom zweiten Platz.

Herner TC - SV Halle Lions 67:55

Viertel: 17:20, 26:7, 8:17, 16:11.

HTC: Amojo (20/1 Dreier), Barnes (14, 11 Rebounds), Davis (11/3), Wright (10), Salomaa (5/1), Slavova-Naneva (3), Karic (2), Van der velde (2), Müller, Kassack.

Wurfquote Feld: 43 % (26/60). Freiwurfquote: 100 % (10/10). Rebounds: 35 (21 def., 14 off.).

Lions: Porter-Talbert (15), Höötmann (11), James (10), Hebecker (8/1), Rouault (6), Kohlmann (3/1), Schnorr (2), Gaudermann, Henningsen.

Wurfquote Feld: 42 % (24/57). Freiwurfquote: 50 % (5/10). Rebounds: 32 (19 def., 13 off.).

Ein begeisterndes zweites Viertel reichte Hernes Basketballerinnen, um die Löwinnen aus Halle zu bändigen und mit ihrem fünften Bundesligasieg in Folge auf den zweiten Tabellenplatz zu klettern. In den drei übrigen drei Abschnitten spielten die HTC-Damen solide, aber keineswegs furchteinflößend. Wie sie einen zuvor ebenbürtigen Gegner aber im zweiten Viertel zerpflückten, wie sie aus einem 17:20 mit einer fulminanten Steigerung in allen Bereichen eine 43:27-Führung machten, das war richtig großer Sport. Zehn Minuten, die in Erinnerung bleiben werden und zeigten, was dieses Team an einem guten Tag zu leisten im Stande ist.

Dass eine derartige Leistungsexplosion bevorstehen würde, war in der ersten Viertelpause überhaupt nicht zu erahnen. Bis dahin nämlich hatten sich die Schützlinge von Marek Piotrowski äußerst schwer getan. Nur ein einziges Mal, als Quenice Davis einen Dreier zum 9:8 versenkte (5.), stand eine Herner Führung auf der Anzeigetafel. Ansonsten liefen die Gastgeberinnen stets hinterher, weil sie die flinke Tiffany Porter-Talbert nicht in den Griff bekamen und auch unter den Körben nicht energisch genug zupackten. Bis auf 14:20 (10..) wuchs der Herner Rückstand an, und nur dank Henna Salomaas Buzzer-Beaters aus acht Metern konnte der HTC noch auf drei Punkte verkürzen.

Dennoch hatten viele HTC-Fans kein gutes Gefühl, zumal Kapitänin Emina Karic bereits verletzt ausgeschieden war. Doch plötzlich war alles anders. Kaum zurück auf dem Feld, ließ es Erica Barnes zweimal aus der Nahdistanz krachen, und Herne lag wieder vorne. Halle konterte durch Kohlmanns Dreier zum 21:23 (13.), danach aber ging es nur noch in eine Richtung. Mit aggressiver Defense provozierte der HTC viele Ballverluste oder Notwürfe der Lions, kam über Fastbreaks zu leichten Punkten oder kreierte durch schnelle Passfolgen freie Wurfmöglichkeiten, die hochprozentig verwertet wurden. Ein wahrer Sturm fegte über die Gäste hinweg, und als der sich gelegt hatte, stand es 43:27 für den HTC.

„In den zweiten zehn Minuten haben wir sehr intensiv und hart verteidigt. Das war der Schlüssel zum Sieg“, meinte auch HTC-Trainer Marek Piotrowski. Zugleich wusste er, dass zwar eine Vor-, nicht aber die Entscheidung gefallen war: „Es war klar, dass dieses Viertel sehr viel Kraft gekostet hatte und dass Halle noch einmal kommen würde.“

Wie stark sein eigenes Team nachließ, dürfte aber auch den Coach überrascht haben. Gerade in der Offensive klappte nach Wiederbeginn kaum noch etwas. Im Bestreben, die Angriffe lange auszuspielen, verloren die Hernerinnen mehrfach die 24-Sekunden-Uhr aus dem Auge. Halle kam immer näher heran und konnte den Rückstand mehr als halbieren. Wenn nicht wenigstens Ireti Amojo kühlen Kopf bewahrt hätte – sie erzielte im dritten Viertel sechs der acht Punkte – hätte es sogar noch schlimmer kommen können.

Als Höötmann die Gäste mit dem ersten Korb des Schlussviertels auf 46:51 heran brachte, drohte sogar die Wende. Piotrowski wurde lauter, nahm Teya Wright vom Feld – und hatte mit seinen Weckrufen Erfolg: Mit ihrem dritten Dreier brachte Davis ihr Team wieder auf Kurs, Amojo und Caroline Van der Velde legten nach, und als Radostina Slavova-Naneva per Dreipunktspiel die Führung wieder in den zweistelligen Bereich schraubte (61:50/36.), waren die Löwinnen gezähmt. „Es war das erwartet schwere Spiel“, bilanzierte Piotrowski. „Aber der Sieg geht in Ordnung, wir waren besser.“

25.01.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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