HTC-Damen entfleuchen unbeschadet dem Löwenkäfig

Beim 83:76-Sieg in Halle können sich die Hernerinnen auch kleine Nachlässigkeiten erlauben. Alle zehn HTC-Spielerinnen punkten.

SV Halle Lions - Herner TC 76:83  (9:12, 15:26, 17:14, 35:31)

SVH: Hammond (25/1 Dreier), Horn (17), Hebecker (12/2), Rouault (6), J. Schinkel (6), Thompson (5), L. Schinkel (3), Engeln (2), Hartmann, Henningsen.

Wurfquote: 44 % (27/61); Freiwurfquote: 67 % (19/28); Reb.: 30 (19 def., 11 off.).

HTC: Palmer (19/2), Kerin (12/4), Bellock (12), Dikes (12), Mahlknecht (8), Amojo (7), Van der Velde (6), Greinacher (4), Takács (2), Arthur (1).

Wurfquote: 49 % (33/67); Freiwurfquote: 73 % (11/15); Reb.: 38 (23 def., 15 off.).

Auch ohne ihr Potenzial voll auszuschöpfen, brachten Hernes Basketballerinnen von der Saale einen ungefährdeten Sieg mit und haben sich nach fünf Saisonspielen im oberen Tabellendrittel der Bundesliga eingeordnet. Dass sie dort auch dauerhaft hingehören, können die Schützlinge von Marek Piotrowski in den nächsten Wochen beweisen, wenn sie auf die Topteams der Liga treffen.

Zumindest am Samstag gehörte Halle nicht dazu. Ohne Henningsen und Hartmann, die erkältet auf der Bank blieben, und die verletzte Pohlmann fehlte den Lions die Tiefe im Kader, um dem HTC über die gesamte Zeit ein ebenbürtiger Gegner zu sein. So konnten sich die Gäste auch die eine oder andere kleinere Nachlässigkeit erlauben, ohne dass ihr Sieg ernsthaft in Gefahr geriet.

Schon die Viertelergebnisse sagen einiges aus über das Geschehen in der Erdgas-Arena. Der zähe erste Abschnitt war geprägt von Ballverlusten – teils provoziert durch die beiderseits engagierte Defense, teils durch Konzentrationsmängel. Erst in der dritten Minute erzielte Haiden Palmer die ersten Punkte und legte gleich einen Dreier nach, aber binnen 60 Sekunden konterten Thompson per Dreipunktspiel und Rouault mit zwei Körben zum 7:5.

Es sollte die einzige Lions-Führung im gesamten Spiel bleiben. Herne setzte sich mit einer 7:0-Serie auf 12:7 ab und kontrollierte die Partie fortan fast nach Belieben. Als Halle über die starke Sara Hammond auf zwei Punkte heran kam (14:16/13.), verschärfte der HTC das Tempo und verschaffte sich bis zur Pause einen satten 38:24-Vorsprung. Acht Spielerinnen teilten sich die Herner Punktausbeute allein in diesem Viertel – ein Beleg für die Ausgeglichenheit des HTC, der ohne seine Kapitänin Emina Karic auskommen musste.

Schon zur Halbzeit waren sich die HTC-Ladys ihrer Sache ziemlich sicher. Dass sie deshalb die Pause unfreiwillig ausdehnten und Halle zum 36:38 (25.) aufschließen ließen, würde dem engagierten Kampf der jungen Löwinnen jedoch nicht gerecht. Sobald die aber zubeißen wollten, setzten sich die Gäste wieder ab, wobei mit Camille Mahlknecht, Zhane Dikes, Caro Van der Velde und der treffsicheren Ines Kerin diesmal andere als die „üblichen Verdächtigen“ in der Offense die Akzente setzten.

16.10.2016 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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