HTC-Damen lassen Sieg an der Linie liegen

Hernerinnen liefern dem Tabellendritten Saarlouis einen großen Kampf, verpassen beim 62:68 aber die Revanche für die Hinspielschlappe.

TV Saarlouis Royals - Herner TC 68:62 (15:16, 18:14, 18:15, 17:17)

Royals: Niedola (20), Barnert (18), Tisdale (13/1 Dreier), Dowe (10), Pohlmann (7), Costa, Brodersen, Belzer, Groß, Wimmer.

Feldwurfquote: 37 % (22/58). Freiwurfquote: 74 % (23/31). Rebounds: 33 (23 defensiv, 10 offensiv).

HTC: Greinacher (16), Davis (13/2), Jones (11), Mersch (11), Slavova-Naneva (5), Takács (4), Lappenküper (2), Van der Velde, Sola.

Feldwurfquote: 46 % (24/52). Freiwurfquote: 44 % (12/27). Rebounds: 33 (27 defensiv, 6 offensiv).

Das Hühnchen blieb ungerupft, die nicht erwartete, aber doch erhoffte Revanche für die derbe Hinspielklatsche gegen Saarlouis blieb Hernes Basketballerinnen verwehrt. Allerdings lieferten die HTC-Damen den Royals über die gesamte Spielzeit einen großen Kampf, den sie vor allem deshalb verloren, weil sie ausgerechnet an der Linie versagten, sonst eine ihrer größten Stärken. Allein im letzten Viertel ließen die Gäste neun von zwölf Freiwürfen aus, hatten insgesamt eine unterirdische 44-Prozent-Quote (12 von 27) – so war der neunte Seriensieg des Vizemeisters nicht zu verhindern.

Wohl aber zu gefährden. Erstmals seit Monaten mussten die Royals bis in die Crunchtime um ihren Sieg bangen, stand ihnen doch ein absolut ebenbürtiger Gegner gegenüber. Das zeigte sich gleich im ersten Viertel, als die Hernerinnen zwei Körbe von Stina Barnert aus der ersten Minute mit einer 16:4-Serie zur 16:8-Führung (7.) konterten. „In dieser Phase haben wir sehr stark verteidigt und sind dann gute Fastbreaks gelaufen“, lobte Trainer Marek Piotrowski. Aber nur kurz schienen die Royals verdattert, dann packten sie noch ein Schüppchen Härte und Intensität drauf, provozierten damit etliche Herner Ballverluste und beendeten das Anfangsviertel mit sieben Punkten zum 15:16.

Auch im zweiten Abschnitt konnte sich kein Team wirklich absetzen. Zunächst erkämpften sich die Royals die Führung zurück (21:17/12.), aber der HTC blieb dran und war nach Lea Merschs Korb wieder vorn (25:26/16.). Zur Pause lag Herne knapp mit drei Punkten (30:33) hinten, weil Radostina Slavova-Naneva und Kata Takács in den letzten zwei Minuten an der Linie Nerven zeigten und drei von vier Freiwürfen ausließen.

Die zweite Halbzeit eröffnete Yolanda Jones mit einem Nahdistanzwurf zum 32:33, danach hatte der HTC-Angriff erstmal Funkstille. In den folgenden sechs Minuten fiel nur ein Wurf von Quenice Davis in den Royals-Korb, so dass Saarlouis auf 42:34 davonziehen konnte. Herne aber bewies Moral, kam erneut zurück und war nach Punkten von Sonja Greinacher, Takács und Jones beim 40:42 wieder auf Tuchfühlung, ehe sich die Gastgeberinnen erneut leicht absetzten.

Kurz nach Beginn des letzten Viertels lag Herne erstmals mit zehn Punkten hinten (57:47/32.), verkürzte aber durch zwei Greinacher-Körbe und Freiwürfe von Davis auf 53:57 (35.) und sorgte für eine spannende Schlussphase, in der beide Teams Nerven zeigten. Noch beim 65:62 (40.) wackelten die Royals – als dann aber nach Greinacher, Slavova und Davis auch Lea Mersch das große Zittern befiel und sie als vierte Hernerin in Folge ohne Punkt von der Linie kam, war die Messe gelesen. „Das tut weh, diese Niederlage musste nun wirklich nicht sein“, ärgerte sich Trainer Piotrowski über die verpassten Chancen. „Aber ich kann den Mädels keinen Vorwurf machen. Sie haben sich immer wieder zurückgekämpft, haben alles gegeben und einem gut besetzten Gegner alles abverlangt. Am Ende waren alle etwas müde im Kopf, und dann fallen eben auch die Freiwürfe nicht.“

Gut eine Woche bleibt den HTC-Damen nun über Weihnachten Zeit, um im Heimaturlaub vom Basketball abzuschalten, bevor noch im alten Jahr die Vorbereitung auf das Pokalviertelfinale gegen Rotenburg (3. Januar) beginnt.

20.12.2015 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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