HTC-Damen ringen Hurricanes nieder

Kampfgeist und Siegeswille des Herner TC werden mit einem sicheren 69:55-Sieg belohnt. Ireti Amojo gibt das Signal, Rachel Arthur läuft heiß.

Herner TC - BG Avides Hurricanes 69:55 (22:18, 15:8, 17:12, 15:17)

HTC: Arthur (17/2 Dreier), Palmer (14), Greinacher (13/1), Bellock (10, 9 Reb.), Amojo (7/1), Van der Velde (4), Dikes (2), Mahlknecht (2), Takács, Kerin, Karic, Pooch.

Wurfquote: 45 % (31/69); Freiwurfquote: 43 % (3/7); Rebounds: 38 (24 defensiv, 14 offensiv); Turnover 11; Steals: 11.

Hurricanes: Southern (16), Iiskola (13), Young (10), Zaplatova (8), Mankertz (6), Rahn (2), Wampler, Pakulat.
Wurfquote: 43 % (24/56); Freiwurfquote: 88 % (7/8); Rebounds: 29 (22 def., 7 off.); Turnover 18; Steals 3.

Ja, so geht es. Und nur so geht es. Mit unbändigem Siegeswillen und vorbildlichem Einsatz bezwangen Hernes Bundesliga-Basketballerinnen ihre Gäste aus Niedersachsen und verscheuchten das Abstiegsgespenst, noch ehe es sich in Nähe der H2K-Arena hatte blicken lassen. Die Erleichterung stand allen, die mit den HTC-Damen jubeln und leiden, förmlich ins Gesicht geschrieben. Waldemar Matalinski brachte es trocken auf den Punkt: „Heute haben sie gezeigt, dass sie noch Zähne haben“, konstatierte der Mann, der fast jedes Spiel dieser Mannschaft fotografisch begleitet.
In die gleiche Kerbe schlug auch Marek Piotrowski. „Diesmal haben die Damen das umgesetzt, was wir wollten. Es war von Anfang an viel Kampf und Feuer im Spiel, und es gab viele Aktionen, welche die Leute mitgerissen haben“, spendete der Cheftrainer ein Pauschallob. „Vieles kann sicher noch besser werden. Aber heute hat sich jede für den Sieg den Hintern aufgerissen.“
Und genau das hatte der gewiefte Coach bezwecken wollen, als er nach den beiden jüngsten Pleiten das Schreckgespenst Abstieg an die Wand malte. Seine Schützlinge hatten verstanden. Vom Sprungball an schlugen sie ein hohes Tempo an, setzten ihre Gäste mit einer Ganzfeldpresse gnadenlos unter Druck und zwangen sie zu Fehlern. Zwar erlaubte sich der HTC im Eifer des Gefechts auch einige Ballverluste, die vor allem Petra Zaplatova in der Anfangsphase zu einigen Fastbreak-Gegenpunkten nutzte, aber nach Ireti Amojos Dreier zum 5:2 (2.) gaben die Hernerinnen die Führung nie mehr her.
Absetzen konnten sie sich zunächst aber nicht. Dafür hatten die nur zu Acht angereisten Gäste zu viel Qualität zu bieten. Auch sie kämpften bis zur Erschöpfung, versuchten alles, diesen für sie im Abstiegskampf fast überlebenswichtigen Sieg einzufahren. So entwickelte sich ein packender Kampf von ungeheurer Intensität, in dem Amojo so etwas wie eine Leitfigur wurde. Als die Nationalspielerin binnen kürzester Zeit zweimal mit Erfolg im Bodenkampf um den Ballbesitz rang, stand die Halle kopf und die Fans hinter ihrem Ha-Te-Ce.
Das nutzten Haiden Palmer, Sunny Greinacher mit einem Dreier, erneut Palmer und Rachel Arthur, um aus dem 11:10 (5.) ein 20:10 (8.) zu machen. Bis zum Viertelende konnte Rotenburg zwar noch auf vier Punkte verkürzen, auch weil Zhane Dikes an der Linie Nerven zeigte, aber in dieser Phase legte Herne den Grundstein zum Sieg.
Mit ungebremstem Elan startete der HTC auch ins zweite Viertel, schoss aber zunächst vier, fünf Fahrkarten. Da die Defense den Gästen aber kaum freie Würfe ermöglichte, dauerte es fast drei Minuten, bis Camille Mahlknecht die ersten Punkte des Abschnitts gelangen, denen Palmer zwei schnelle Körbe zum 28:18 (14.) folgen ließ. Die Gäste kamen noch einmal auf fünf Punkte heran (31:26/17.), aber als es wenig später in die Kabinen ging, nahm der HTC elf Punkte Vorsprung und viel Beifall mit auf den Weg.
Kaum wieder auf dem Parkett, drückten die Gastgeberinnen wieder das Gaspedal durch. Jetzt war es Rachel Arthur, die heiß lief, die viel versuchte und der alles gelang. Als die kleine Amerikanerin kurz nach ihrem ersten erfolgreichen Dreier einen tollen Pass von Kristi Bellock in zwei Fastbreakpunkte ummünzte (52:30/26.), war Rotenburg geschlagen. So entschlossen, wie alle HTC-Spielerinnen schon von der Körpersprache her auftraten, war auch den Gästen klar: Dieses Spiel konnten sie nicht mehr herumreißen.
Auch im Schlussabschnitt verteidigte der HTC aggressiv, spielte im Angriff aber oft die Uhr runter und geriet nie mehr in Gefahr. Einige Herner Leistungsträgerinnen konnten es sich frühzeitig auf der Bank bequem machen und entspannt verfolgen, wie Caro Van der Velde, Rachel Arthur und am Ende auch die lange verletzte Emina Karic das Ding nach Hause schaukelten.

29.01.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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