HTC-Damen sind die Besten im Westen

evo NB Oberhausen - Herner TC 57:71 (17:30, 11:15, 19:10, 10:16)

Hernes Basketballerinnen sind die Besten im Westen und haben dem einstigen Platzhirschen aus Oberhausen zumindest für den Augenblick den Rang abgelaufen. Was an der Tabelle schon vorher abzulesen war, bestätigte sich am Samstagabend auch auf dem Parkett der Willy-Jürissen-Halle, wo die HTC-Damen das erste Aufeinandertreffen der beiden einzigen NRW-Bundesligsten relativ ungefährdet für sich entschieden. Einer Glanzleistung bedurfte es dazu allerdings nicht. Im Gegenteil, die Partie stand insgesamt auf keinem sehr hohen Niveau und litt erkennbar unter dem Fehlen etlicher Leistungsträgerinnen auf beiden Seiten.

Beim HTC saß neben den Verletzten Ireti Amojo und Emina Karic auch die erkrankte Radostina Slavova-Naneva in Zivil auf der Bank, NBO musste auf seine Topscorerin Jylisa Williams und auf Jenny Menz verzichten. Beide Trainer konnten gerade einmal acht Namen auf den Spielbericht schreiben. „Unter diesen Umständen war es nicht möglich, das Tempo über 40 Minuten hoch zu halten“, zeigte HTC-Trainer Marek Piotrowski durchaus Verständnis für einige schwächere Phasen im Spiel seiner Mannschaft. „Sicher war es kein schönes Spiel. Wichtig ist für uns nur, dass wir zwei Punkte geholt haben und sich niemand verletzt hat.“

Das erste Viertel versprach allerdings noch deutlich mehr. Mit Caro Van der Velde für Slavova in der Startformation, fand der HTC sofort ins Spiel und brannte offensiv ein kleines Feuerwerk ab. Vom 5:5 (2.) zogen die Gäste binnen fünf Minuten auf 23:7 davon und erarbeiteten sich einen Vorsprung, den Oberhausen nie mehr entscheidend verkürzen konnte. Alle fünf Startspielerinnen beteiligten sich am Körbewerfen, die NBO-Defense war in dieser Phase schlicht überfordert. Auch als Piotrowski schon früh durchwechselte, um die Belastung auf möglichst viele Schultern zu verteilen, änderte sich nichts: Yolanda Jones führte sich gleich mit fünf Punkten ein, die 17-jährigen Anna Lappenküper und Malina Sola erfüllten defensiv wie offensiv ihre Aufgaben, hatten allerdings bei ihren Würfen wenig Glück.

Im zweiten Viertel nahm der HTC ein wenig das Tempo heraus, auch die Zahl der Ballverluste häufte sich, ohne dass NBO daraus Kapital schlagen konnte. Weil der HTC mit Sonja Greinacher und Van der Velde die Bretter beherrschte, versuchten es die Gastgeberinnen oft von außen – mit mäßigem Erfolg. Der HTC behauptetet durchgängig seine zweistellige Führung und baute sie in der Schlussphase der ersten Hälfte durch zwei Körbe von Kata Takacs und Lea Merschs Buzzer Beater auf 17 Punkte aus.

Zur Pause deutete nichts darauf hin, dass es noch einmal spannend werden könnte. Doch dann leistete sich der HTC wieder einmal sein bekannt schlechtes drittes Viertel. Es begann mit einer fast unfassbaren Szene unter dem NBO-Korb, als Yolanda Jones gleich dreimal, danach auch Greinacher und Takacs den Ball aus kürzester Distanz nicht in den Korb stopfen konnten. Jones durfte sich den Rest der Partie von der Bank aus anschauen, und auch als NBO beim 43:49 (28.) wieder in Schlagdistanz war, ließ Piotrowski die Amerikanerin weiter schmoren. Die Verantwortung übernahmen andere: Sonja Greinacher und Lea Mersch sorgten dafür, dass der HTC dieses schlimme dritte Viertel halbwegs schadlos überstand.

Auch im Schlussabschnitt brannte nichts mehr an. Binnen einer Minute markierte Quenice Davis sechs Punkte in Folge zum 48:65 (36.) und nahm NBO jede Hoffnung, das Derby doch noch umbiegen zu können.

NBO: Stiller (17/2 Dreier), Fussel (15/2), Williams (13), Tews (4, 11 Rebounds), Maticka (4), Aiszila (2), Schlatt (2), Spießbach.

Feldwurfquote: 34 % (23/67). Freiwurfquote: 100 % (7/7). Rebounds: 37 (28 defensiv, 9 offensiv).

HTC: Davis (19/1), Greinacher (18/1, 12 Reb.), Takacs (12), Mersch (12), Van der Velde (5), Jones (5), Lappenküper, Sola.

Feldwurfquote: 39 % (27/69). Freiwurfquote: 71 % (15/21). Rebounds: 44 (32 defensiv, 12 offensiv).

06.12.2015 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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