HTC-Damen stürmen erneut ins Top 4

Hernes Basketballerinnen haben das Endturnier um den DBBL-Pokal erreicht. Beim 64:56-Viertelfinalsieg über die Hurricanes gab Kristi Bellock ein starkes Debüt.

Herner TC - Avides Hurricanes 64:56 (18:21, 16:14, 19:6, 11:15)

HTC: Bellock (22, 10 Rebounds), Mersch (13/1 Dreier), Greinacher (13), Amojo (5/1), Davis (5), Takacs (4), Lappenküper (2), Jones, Van der Velde, Sola.

Feldwurfquote: 43 % (29/67). Freiwurfquote: 60 % (3/5). Rebounds: 41 (27 defensiv, 14 offensiv).

Hurricanes: Mallard (16/2, 12 Reb.), Selby (14), Rodriguez (12/2), Skuballa (4), Pakulat (4), Baden (3/1), Mankertz (3/1), Rahn, Riebesell, Tadeus, Janßen.

Feldwurfquote: 40% (23/58). Freiwurfquote: 100 % (4/4). Rebounds: 35 (27 defensiv, 8 offensiv).

Der erste Knaller des neuen Herner Sportjahres hat gezündet. Und wie! In einem temporeichen Viertelfinalspiel kämpften die HTC-Basketballerinnen die Hurricanes aus Rotenburg nieder und zogen zum zweiten Mal in Folge ins TOP4-Turnier ein, in dem am dritten März-Wochenende der deutsche Pokalsieger gekürt wird. Begeistert feierten die Fans ihr Team, HTC-Chef Wolfgang Siebert strahlte übers ganze Gesicht, und neben ihm zollten der frühere Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder und Hernes im Sommer in den „Ruhestand“ verabschiedeter Fifa-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer den Sportlerinnen ihren Respekt. Sie hatten auf Einladung des HTC-Sponsors Christian Stiebling die packende Partie in der MCG-Arena von der ersten bis zur letzten Minute verfolgt.

Mit zufriedenem Schmunzeln gesellte sich Marek Piotrowski nach Spielschluss zu ihnen. „Wie erwartet war es ein kampfbetontes Spiel, das wir in der zweiten Halbzeit durch den stärkeren Willen für uns entschieden haben“, lautete der erste Kommentar des HTC-Trainers, bevor er etwas für ihn eher Ungewöhnliches tat: Er lobte eine einzelne Spielerin. „Kristi hat einen guten Einstand gegeben und gezeigt, dass sie uns vielleicht helfen kann“, kommentierte er das Debüt einer jungen Dame, die der HTC überraschend aus dem Hut gezaubert hatte: Kristi Bellock, eine 25-jährige, 1,85 m große Amerikanerin, die bis Dezember in Luxemburg unter Vertrag stand.

Obwohl sie erst wenige Trainingseinheiten mitgemacht hat, gehörte Texas-Girl Bellock gleich zur Starting Five – wie übrigens auch die 17-jährige Anna Lappenküper, die Piotrowski damit für gute Trainingsleistungen belohnte. Und Bellock legte gleich in der ersten Minute zwei Bälle zur 4:0-Führung in den Korb. In den Folgeminuten blieb der HTC am Drücker, einzig Kierra Mallard, die bis zum 11:7 alle sieben Gästepunkte markierte, war nicht komplett zu kontrollieren. In der Endphase des ersten Viertels aber häuften sich bei Herne Fehlwürfe und Ballverluste, und nach Lappenküpers 17:14 (9.) flutschte fünf Minuten lang kein Wurf aus dem Feld mehr durch den Rotenburger Ring.

So geriet der HTC ins Hintertreffen, lag mit 18:23 zurück, ehe die nach ihrer Fußverletzung erstmals wieder eingesetzte Ireti Amojo mit einem Dreier die Herner Flaute beendete. Lea Mersch, die bis zu ihrer Auswechslung mehr als 38 Minuten lang Vollgas gab und sich noch vor Bellock die Bestnote verdiente, legte fünf schnelle Punkte nach, und binnen einer Minute war aus dem 18:23 ein 26:23 geworden.

Die Gäste aber schlugen durch Mallard und Shay Selby zurück und setzten sich abermals auf fünf Punkte ab (30:35/19.), ehe Bellock und Mersch mit zwei Körben den Schlusspunkt unter eine absolut ausgeglichene erste Hälfte setzten.

Das dritte Viertel geriet dann zum Déjà-vu. Wie vor zwei Monaten im Ligaspiel verschärfte der HTC das Tempo und steigerte die Intensität in der Defense, so dass die Hurricanes nurmehr als laues Lüftchen daherkamen. Der 15:3-Run zum 49:37 (26.), zu dem allein Sonja Greinacher sieben Punkte beisteuerte, bedeutete die Vorentscheidung. Herne baute die Führung auf 16 Punkte aus (57:41/32.) und hielt durchgängig einen zweistelligen Sicherheitsabstand, ehe die Gäste in der letzten Minute noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben durften.

03.01.2016 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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