HTC-Damen suchen weiter ihre Form

Herner TC verliert auch das zweite Bundesligaspiel des Jahres. Nach dem 76:82 in Nördlingen spricht Trainer Marek Piotrowski von Abstiegskampf.

TH Wohnbau Angels - Herner TC 82:76 (21:18, 15:12, 26:17, 20:29)

Nördlingen: Schlott (17/2 Dreier), Pierre-Louis (15, 10 Rebounds), Chambers (14/2), Racic (14), Luisa Geiselsöder (12), Högg (7), Prötzig (3), Laura Geiselsöder, Klug, Obanor.
Feldwurfquote: 46 % (29/62); Freiwurfquote: 60 % (20/33); Rebounds: 49 (30 defensiv, 19 offensiv); Turnover: 20.

HTC: Bellock (18, 8 Reb.), Greinacher (15/1), Amojo (12/2), Palmer (11/1), Arthur (8/2), Dikes (8), Van der Velde (2), Mahlknecht (2), Takács, Kerin, Karic.
Feldwurfquote: 34 % (25/72); Freiwurfquote: 83 % (20/24); Rebounds: 38 (21 def., 17 off.); Turnover: 11.

Hernes Bundesliga-Basketballerinnen kommen nach der Weihnachtspause nur ganz schwer in die Gänge. Nach dem mühsamen Pokalsieg über Freiburg und dem verpatzten Liga-Heimspiel gegen Bad Aibling mussten sie nun auch in Nördlingen einem schlechter platzieren Gegner zu einem verdienten Sieg gratulieren. In dieser Verfassung können die HTC-Damen froh sein, wenn sie nicht noch in Abstiegsgefahr geraten. Die Qualifikation für die Play-Offs ist jedenfalls beileibe kein Selbstläufer mehr.
Das sieht auch Trainer Marek Piotrowski so, der schon mehrfach vor genau diesem Szenario gewarnt hatte – und nicht sonderlich froh darüber ist, jetzt ganz augenscheinlich Recht zu behalten. „Andere haben bislang oft gelacht, wenn ich von 14 Punkten gegen den Abstieg gesprochen habe. Aber jetzt sind wir genau in dieser Zone angekommen“, stellte der Headcoach ernüchtert fest. Dass der Herner TC immer noch auf Rang fünf liegt, werde seinen Blick für die Realitäten nicht trüben. „Von Platz drei oder vier muss keiner reden. Fakt ist, wir stehen mit unten drin und müssen ganz hart arbeiten, aus diesem Loch wieder herauszukommen.“
Wo er dabei den Hebel anzusetzen gedenkt, deutetet er nur an. „Auf die Psyche kommt es an. Für die Spielerinnen ist es schwer, von der Sonnen- auf die Regenseite zu wechseln. Jetzt müssen sie zeigen, dass sie die Mentalität haben, mit diesem neuen Druck umzugehen.“
In Nördlingen gab es wenig, was ihn zuversichtlich stimmte. Wieder einmal verschliefen die HTC-Ladies den Start, verfehlten durch Ireti Amojo, Haiden Palmer, erneut Amojo, Kristi Bellock und Sonja Greinacher gleich die ersten fünf Würfe und lagen nach vier Minuten bereits mit 2:11 im Hintertreffen. Es bedurfte einer frühen Auszeit, das Team wachzurütteln – dann wurde es zumindest in der Offense deutlich besser. Und als Rachel Arthur in per Dreier auf 18:19 (10.) verkürzte, schien der Gast in der Spur.
Schien. Noch im ersten Viertel stellte Racic auf 21:18, im zweiten Abschnitt setzten sich die Angels dann auf 32:22 (16.) ab. Den ersten zweistelligen Rückstand quittierte Piotrowski erneut mit einer Auszeit, und wieder zeigten seine Korrekturen kurzfristig Wirkung. Palmer und Bellock trafen jeweils zweimal, und beim 30:36 zur Pause war noch nichts verloren.
Die Wende aber war das nicht. Im Gegenteil. Als hätten sie nichts aus ihren Fehlern gelernt, verpatzten die Gäste auch den Auftakt des dritten Viertels und lagen bald mit 34:48 (24.) hinten. Selbst zwei Amojo-Dreier brachten Herne nicht heran, weil die Defense viel zu wenig Aggressivität entwickelte, um das Inside-Spiel der Angels wirkungsvoll zu unterbinden.
Wenigstens der direkte Vergleich geht an Herne
So zog Nördlingen sogar bis auf 18 Punkte davon (62:44/30.) und behauptete die zweistellige Führung bis weit ins Schlussviertel. Als Palmer und Bellock binnen einer Minute von 59:73 auf 67:75 (36.) verkürzten, spitzte sich die Lage aber doch noch einmal zu. Aber die Angels zeigten keine Nerven, nutzten die Fehler der Gäste weiterhin gnadenlos aus, und Luisa Geiselsöder nahm den Hernerinnen mit fünf Punkten zum 80:69 (39.) alle Hoffnungen. In der letzten Minute konnte der HTC den Rückstand noch um fünf Zähler verkürzen. „So haben wir wenigstens den direkten Vergleich gewonnen“, sagte Piotrowski mit Blick auf den 78:65-Hinspielsieg. „Das ist das einzig Positive.“
So eng wie die Situation jetzt in der Liga ist, kann das durchaus ein wichtiger Aspekt werden. Gerade im Abstiegskampf.

22.02.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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