HTC-Damen trösten sich erneut mit Bronze

Auch im dritten Anlauf hat es nicht geklappt: Wieder schieden Hernes Basketballerinnen im Halbfinale des DBBL-Pokals aus und mussten sich am zweiten Tag des TOP4-Turniers in Keltern mit einer Nebenrolle begnügen. Doch obwohl sie sehr unter ihrer unglücklichen Niederlage gegen den Gastgeber litten, standen die HTC-Damen tags darauf wieder auf und gewannen nach grandioser Aufholjagd gegen Hannover die Bronzemedaillen.

Halbfinale: Rutronik Stars Keltern - Herner TC 82:75 (35:42)

Viertel: 19:19, 16:23, 33:14, 14:19.

Eine Halbzeit lang war es fast eine Kopie des Bundesligaspiels sieben Tage zuvor. Erneut spielten sich die HTC-Damen nach ausgeglichener Anfangsphase klare Vorteile heraus, die auch an der Tafel abzulesen waren. Bis auf 34:21 (14.) setzten sich die Hernerinnen mit nie zu bremsenden Sonja Greinacher ab, und Keltern wirkte geradezu hilflos im Bemühen, die selbstbewussten, individuell wie mannschaftlich besseren HTC-Damen zu stoppen. Dann aber leistete sich das Team von Marek Piotrowski einen kleinen Hänger. Drei Angriffe schloss der HTC mit vergebenen Korblegern ab, die Sterne antworteten jeweils mit zwei Punkten. Beim 27:34 (15.) mahnte Piotrowski in einer Auszeit wieder höchste Konzentration an. Danach beendete Bellock mit zwei Körben die Offensivflaute, so dass die Gäste den Sieben-Punkte-Vorsprung mit in die Halbzeit nehmen konnten..
Nach der Pause aber rächte es sich, dass Herne die Sterne ins Spiel hatte zurückfinden lassen. Nach zwei Bellock-Punkten zum 35:44 brach das Unheil über den HTC herein, und es kam knüppeldick. Mit einer 18:2-Serie zum 55:46 (26.) erkämpfte sich Keltern binnen fünf Minuten einen üppigen Vorsprung. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir haben so weiter verteidigt wie vorher, aber allein im dritten Viertel 15 Pfiffe gekriegt“, wunderte sich HTC-Trainer Marek Piotrowski, dessen Team in dieser hektischen Phase offensiv keine Lösungen mehr fand Weil Greinacher meist gedoppelt wurde und Keltern die Pass- und Laufwege effektiv zustellte, wirkte das zuvor so gut abgestimmte Herner Angriffsspiel nun völlig konfus. Auf der Gegenseite liefen Vucurovic, Davis und Pokk heiß, fanden Lücken in der Verteidigung und nutzten sie konsequent.
Zu allem Überfluss verletzte sich Haiden Palmer in dieser wüsten Phase böse am Knie. Sie kam später zwar noch mal mit dicker Bandage zurück, war aber deutlich gehandicapt und hinkte schnell wieder zurück auf die Bank. Damit fehlte dem HTC nicht nur individuelle Klasse, es fehlte schlicht der Kopf.
Und das konnten die Hernerinnen nicht kompensieren. Sie versuchten alles, kämpften weiter tapfer gegen ihr Schicksal an und kamen noch einmal auf 53:57 (28.) heran, aber nach einem weiteren 11:3-Lauf nahmen die Sterne eine 68:56-Führung mit ins Schlussviertel.
Und doch wurde es noch einmal ganz eng. Der HTC bewies tolle Moral, mobilisierte die letzten Kräfte, verteidigte nun wieder viel aggressiver – und saugte sich auch durch Dreier von Kata Takács und Ines Kerin auf 69:70 (38.) heran. Die Partie war völlig offen, allerdings hatte der HTC große Foulprobleme. Greinacher war schon draußen, vier Kolleginnen mit vier Fouls belastet. Das nutzte Sterne-Coach Hergenröther. Er rief zur Auszeit, um die Herner Aufholjagd zu bremsen. Mit Erfolg. Gleich der erste Sterne-Angriff nach Wiederbeginn saß, dann fing Davis einen Kerin-Pass ab und traf zum 74:69 (39.). 72 Sekunden waren noch auf der Uhr, der HTC suchte sein Heil in schnellen Fouls. Aber Davis und Mayombo blieben eiskalt und wehrten damit den verzweifelten Ansturm des HTC ab.

HTC: Bellock 19, Greinacher 17/2, Palmer 8/1, Takács 7/1, Amojo 7, Kerin 3/1, Dikes 2, Arthur 2, Karic 2, Mahlknecht 2, Van der Velde, Pooch.

Spiel um Platz 3: TK Hannover - HTC 73:81 (44:40)

Die Niederlage des Vortags steckte den HTC-Damen noch mächtig in den Knochen. Ohne Haiden Palmer liefen sie lange hinterher, blieben aber immer auf Tuchfühlung und gaben nie auf. Als es mit zwölf Punkten Rückstand ins letzte Viertel ging, schien aber auch Bronze verloren. „Aber mein Team hat seinen tollen Charakter gezeigt. Es hat grandios verteidigt, Hannover war im letzten Viertel hilflos“, erlebte Trainer Piotrowski einen 23:4-Run, mit dem der HTC das Spiel doch noch aus dem Feuer riss. Bronze „Jetzt schauen wir uns mit einem lachenden und weinenden Auge das Finale an. Nach so einem Wochenende tut es gut, dass wir nicht mit Blumen, sondern mit Bronze nach Hause kommen“, so Piotrowski.

26.03.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

Zurück