HTC-Damen verlieren an der Linie

Das Verfolgerduell der Basketball-Bundesliga bot schon einen kleinen Vorgeschmack aufs Frühjahr, wenn die Play-Offs anstehen. Nach einem hektischen, über 40 Minuten heiß umkämpften Spiel behielten die Royals aus Saarlouis knapp die Oberhand über den Herner TC.

TV Saarlouis Royals - Herner TC 73:68  (14:17, 24.19, 14:15, 21:17)

Royals: Tetschlag (22 Punkte, 13 Rebounds), Zackery (13), Manakova (13), Barnert (12), Gilbreath (6/1 Dreier), Adams (4), Pohlmann (3/1), Groß, Meyer, Wimmer, Belzer.

Wurfquote Feld: 37 % (24/64). Freiwurfquote: 76 % (23/30). 

Rebounds: 36 (22 defensiv, 14 offensiv).

HTC: Davis (17/1), Wright (16, 8 Reb.), Callahan (9/1), Müller (8/1), Karic (8), Barnes (4), Amojo (4), Van der Velde (2), Slavova-Naneva, Salomaa. 

Wurfquote Feld: 42 % (27/63). Freiwurfquote: 52 % (11/21). 

Rebounds: 32 (24 defensiv, 8 offensiv).

Ausgerechnet an der Freiwurflinie verloren Hernes Basketballerinnen das Verfolgerduell der Bundesliga in Saarlouis und werden die Hinrunde am kommenden Wochenende nunmehr bestenfalls als Dritte abschließen. Schade, aber nicht zu ändern. 

Dabei waren die Royals am Sonntag Nachmittag in der nicht gerade überfüllten Stadtgartenhalle keineswegs ein übermächtiger Gegner, ließen selbst viele einfache Korbleger aus und hätten sich trotz ihrer aggressiven Abwehrarbeit nicht über eine Niederlage beschweren können. Doch mehrfach verpasste es der Herner TC, seine Führungen in den zweistelligen Bereich auszubauen, so dass die Partie über die vollen 40 Minuten heiß umkämpft war und erst in der „Crunchtime“ von der Linie entschieden wurde. Dort aber zeigten die sonst so sicheren Hernerinnen Nerven. Hatten sie in der letzten Woche noch mit einer unglaublichen Quote von 95 Prozent (23 von 24) geglänzt, ließen sie in Saarlouis zehn von 21 Punkten an der Freiwurflinie liegen, viele davon in den letzten Minuten, während die Royals nach dem 63:63 (37.) durch Stina Barnert (6) und Stefanie Gilbreath (2) alle acht Freiwürfe trafen. „Wir waren bestimmt nicht die schlechtere Mannschaft. Aber wenn man in der wichtigen Phase nur drei von elf Würfen von der Linie trifft, kann man ein solches Spiel auf Augenhöhe nicht gewinnen“, kommentierte HTC-Trainer Marek Piotrowski. „Das ist ärgerlich, aber es ist kein Beinbruch.“ 

In einer von beiden Seiten mit höchster Intensität geführten, mitunter ziemlich hektischen Partie wechselte die Führung mehrfach hin und her. Zunächst machte der HTC aus einem 0:4 (3.) durch Teya Wright (4), Quenice Davis und die stark beginnende Emina Karic binnen einer Minute eine 8:4-Führung und legte damit die Basis zum Gewinn des ersten Viertels. 

Den zweiten Abschnitt eröffnete Erica Barnes mit zwei Freiwürfen zum 14:19 (11.), bevor sich der HTC eine kleine Auszeit gönnte, ohne dass Piotrowski darum gebeten hatte. Vorne fiel nichts mehr rein, hinten stellte sich der HTC nicht eben clever an und gestatte den Royals in kürzester Zeit dreimal einen Korb plus Bonusfreiwurf, was Petra Manakova und Kayla Tetschlag zu einem 10:0-Run (24:19/13.) nutzten. Erst als die Royals mit sieben vorn lagen (28:21/15.), fingen sich die Hernerinnen wieder. Mit einem Dreier gab Kitty Müller in ihrem früheren „Wohnzimmer“ das Signal zur Aufholjagd, und nach vier Punkten von Davis brachte Charmaine Callahan die Gäste mit einem herrlichen Hakenwurf wieder in Führung (28:30/17.). Bis zum 32:36 (20.) sah es nach einem kleinen Pausenvorsprung aus, aber Tetschlag machte dem HTC mit sechs Punkten noch einen Strich durch diese Rechnung. 

Die zweite Hälfte eröffneten Davis (5) und Ireti Amojo (2) mit einer 7:0-Serie zur Herner 43:38-Führung. In dieser Phase hätte sich der HTC noch weiter absetzen können, wenn er die Shotclock im Auge behalten hätte. Zwei-, dreimal kamen die Hernerinnen nicht zum Abschluss, und so waren die Royals beim 48:48 (27.) wieder dran. Im dramatischen Schlussviertel setzte sich Saarlouis auf 61:54 ab, dann konterte Herne, führte 63:62 und hatte weitere Wurfchancen, doch es fehlte das Quäntchen Glück. Und am Ende streikten die Nerven.

23.11.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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