HTC-Damen ziehen Royals den Zahn

Hernerinnen triumphieren erstmals in der Stadtgartenhalle. Aggressive Defense führt HTC auf die Siegerstraße. Nach der Pause fallen die Würfe.

TV Saarlouis Royals - Herner TC 56:73 (18:13, 15:20, 10:28, 13:12)

TVS: Durrett (15, 10 Rebounds), Tisdale (12/2 Dreier), Niedola (10, 13 Reb.), Mossong (8), Adams (7/1), Brodersen (2), Meynadier (2), Wimmer.

HTC: Greinacher (20/2), Palmer (18/2), Bellock (16), Dikes (6), Arthur (4), Kerin (3/1), Amojo (2), Van der Velde (2), Karic (2), Mahlknecht, Takács.

Statistik (TVS - HTC): Wurfquote 38 % (20/52) - 44 % (31/70); Freiwurfquote: 76 % (13/17) - 75 % (6/8); Rebounds: 32 (22 def., 10 off.) - 34 (231 def., 13 off.); Turnover: 25 - 21; Assists: 8 - 10; Steals: 11 - 18; Fouls: 9 - 20.

Endlich ist auch die „Festung Saarlouis“ gefallen, endlich haben Hernes Bundesliga-Basketballerinnen die Stadtgartenhalle erstmals im Triumph verlassen. Mit einer fulminanten Steigerung nach der Pause und einem grandiosen dritten Viertel gewannen die HTC-Damen das Verfolgerduell beim Tabellendritten, robbten sich bis auf zwei Punkte an die Royals heran und haben dank des gewonnenen direkten Vergleichs nun gute Chancen, Saarlouis noch zu überflügeln. Die kleine Krise zum Jahresbeginn ist überstanden, das HTC-Team ist zu einer echten Einheit zusammengewachsen und kann in dieser Verfassung jedem Gegner gefährlich werden.
„Mein Geschenk zum Valentinstag habe ich bekommen“, bedankte sich Marek Piotrowski bei seinen Ladies. „Das war vom ganzen Team eine Topleistung. Jede Spielerin hat gekämpft und gefightet, alle haben einen guten Job gemacht“, lobte der Herner Headcoach. „Saarlouis macht im Schnitt achtzig Punkte. Die Royals in eigener Halle unter sechzig zu halten, spricht schon für eine sehr gute Defense.“
Noch zur Pause sah es allerdings gar nicht danach aus, als könne sich eine Mannschaft so deutlich durchsetzen. Es ging extrem schnell hin und her, mal hatten die Royals einen kleinen Lauf, mal die Gäste aus dem Ruhrgebiet. Vor allem aber leisteten sich beide Teams ganze Serien von Fehlwürfen und hektischen Ballverlusten. „Wir haben uns der Spielweise von Saarlouis zu sehr angepasst“, musste Piotrowski feststellen. „Das war so gar nicht geplant.“
Zweimal schienen die Hernerinnen sogar den Anschluss zu verlieren. Nachdem sie zunächst mit 8:4 (4.) geführt hatten, gerieten die Gäste binnen zwei Minuten mit 8:12 in Rückstand. Fünf Greinacher-Punkte sorgten erneut für einen Führungswechsel. Doch dem 12:13 (8.) aber ließen die Royals viertelübergreifend eine 10:0-Serie zum 22:13 (13.) folgen.
Jetzt war es Ines Kerin, die den HTC mit einem Dreier wieder in die Spur brachte. Sunny Greinacher legte fünf Punkte nach, dann hatte auch Haiden Palmer ihr Visier richtig eingestellt. Sie scorte aus jeder Distanz und sorgte mit einem Buzzer Beater auch für den 33:33-Pausenstand.
Der dritte Abschnitt geriet dann zur Kristi-Bellock-Show. Die Amerikanerin, die nach einem Pferdekuss die ganze Woche nicht trainiert hatte und erst spät im zweiten Viertel ins Spiel kam, drehte nun ganz groß auf und legte den Ball serienweise in den Royals-Korb. Bellocks zehn Punkten ließen Greinacher zwei und Rachel Arthur einen Korb zum 35:49 (26.) folgen, und von diesem Lauf erholte sich Saarlouis nicht, zumal erneut Palmer Sekunden vor Viertelende den Vorsprung auf 18 Punkte ausbaute. Im Schlussabschnitt konzentrierte sich der HTC auf seine aggressive Defense, ließ nur noch einen Feldkorb zu und brachte den verdienten Sieg ungefährdet ins Ziel.

12.02.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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