HTC Defense raubt Angels im dritten Viertel den Nerv

Die Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC feierten in Nördlingen ihren dritten Sieg in Folge. Sonja Greinacher gelang ein Double-Double.

TH Wohnbau Angels - Herner TC 62:78  (15:20, 21:21, 10:24, 16:13.)

Angels: Parsons (11), Schlegel (10), Högg (10), Womack (9/1 Dreier), Georgieva (8), Laura Geiselsöder (4), Sigmon (3), Dietrich (3), Klug (2), Obanor (2), Luisa Geiselsöder.

Wurfquote Feld: 31 % (24/76); Freiwurfquote: 68 % (12/19); Rebounds: 40 (23 defensiv, 17 offensiv).

HTC: Amojo (22/4), Davis (15/1, 6 Assists), Greinacher (15/1, 15 Reb., 6 Ass.), Slavova-Naneva (12/1), Müller (10), Mersch (4), Karic, Van der Velde, Sola, Lappenküper. Wurfquote Feld: 41 % (29/70); Freiwurfquote: 92 % (13/14); Rebounds: 44 (30 defensiv, 14 offensiv).

Beste Laune herrschte im HTC-Bus auf der 500 km langen Rückfahrt aus Nördlingen. Aus gutem Grund: Mit einer geschlossen starken Teamleistung hatten Hernes Bundesliga-Basketballerinnen die zuvor punktgleichen TH Wohnbau Angels souverän bezwungen und sich mit dem dritten Sieg in Folge auf Rang vier verbessert. „Das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“, kommentierte Trainer Marek Piotrowski zurückhaltend. „Von der Intensität her war das richtig gut. Vor allem haben wir über längere Zeit eine wirklich solide Defense gespielt“, lobt er. „Und das alles ohne zwei Amis.“

Die Angels markierten zwar die ersten vier Punkte, doch dann konterten die Gäste durch Dreier von Ireti Amojo und Quenice Davis und einen weiteren Feldkorb von Davis zum 4:8 (3.) – eine erste Duftmarke war gesetzt. Die Rieserinnen konnten noch einmal zum 12:12 ausgleichen (7.), aber Herne blieb dominant und beendete das Viertel mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung.

Heiß umkämpft war dann der zweite Abschnitt. Zunächst konnten die Angels auf 25:27 verkürzen (15.), dann legte Herne wieder einen Zwischenspurt hin und erarbeitete sich durch Dreier von Sonja Greinacher und Radostina Slavova-Naneva wieder ein kleines Polster (29:36/17.). Die Herner 41:36-Pausenführung gab den Spielverlauf korrekt wider. Wirklich zufrieden war Piotrowski allerdings noch nicht. „Offensiv war das okay. Aber wir haben zu viele Punkte zugelassen“, schärfte er seinen Mädels in der Kabine ein – und mahnte eine noch aggressivere Defense an.

Mit Erfolg. Kaum wieder auf dem Parkett, trat der HTC das Gaspedal nun richtig durch und erhöhte den Druck auf die Angels, die nicht mehr standhalten konnten. Sieben Vollgasminuten reichten, um mit einem 19:4-Run auf 60:42 (27.) davonzuziehen. Für Piotrowski war hier die Vorentscheidung bereits gefallen. „In dieser Phase haben wir dem Gegner die Lust genommen und die Grenzen aufgezeigt“, so der HTC-Trainer.

Auch danach behielt der HTC das Heft jederzeit in der Hand und ließ die Angels nicht mehr an einem Comeback schnuppern. So konnte es sich Piotrowski erlauben, am Ende auch seinen Youngstern Malina Sola und Anna Lappenküper noch etwas Spielzeit zu gönnen. „Wir haben die Flügelzange der Angels komplett im Griff gehabt und nur einen Dreier zugelassen“, sah Piotrowski hier den Schlüssel zum Erfolg. Ein Sonderlob hatte er für Sonja Greinacher parat. „Ein Double-Double mit 15 Punkten und 15 Rebounds, dazu sechs Assists und zwei Steals: Das ist schon eine Ansage.“

11.10.2015 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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