HTC erobert noch Platz 4

Die Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC haben sich tatsächlich noch den vierten Platz geholt. Mit einer hervorragenden Leistung besiegten sie die GiroLive Panthers aus Osnabrück mit 93:59.

Herner TC - GiroLive Panthers 93:59  (26:13, 20:15, 20:20, 27:11)

Herner TC: Flasarova (16 Punkte/3 Dreier), Davis (12), Gawronska (2), Karic (5), Koop (26), Lappenküper, Müller (17/1), Salomaa (3), Terzic (2), van der Velde (4), Wright (6).

Rebounds: 48 (28 def., 20 off.) Freiwurfquote: 67%

GiroLive Panthers: Abel (4), Höötmann (9), Kaiser, Knopp (3), Koopmann (n.e.), Potratz, Rodriguez, Schulte to Bühne (1), Schwagmeyer (15), Sokoll-Potratz (n.e.), Wellers (4), Worms (23).

Rebounds: 45 (29 dev., 16 off.) Freiwurfquote: 76%

H – T – C, olé, olé, olé. Wie in einem spielerischen Rausch degradierten die Damen des Herner TC im letzten Saisonspiel die GiroLive Panthers aus Osnabrück zu Schmusekätzchen und feierten einen beeindruckenden 93:59-Heimsieg. Und das Ziel, sich doch noch unter die ersten Vier der 1. Damenbasketball-Bundesliga zu schieben, das wurde tatsächlich noch realisiert. Denn die Lions aus Halle mussten sich in der Overtime Meister Wasserburg geschlagen geben und fielen so noch hinter den HTC zurück. Was folgte, war ein großes Come-together auf dem Bundesliga-Parkett in der MCG-Arena.
„Ich werde wohl den Hausmeister nach Hause schicken und selbst irgendwann zu machen“, sagte Vereins-Chef Wolfgang Siebert freudestrahlend nach einem großen Herner Abend. Der HTC zieht als Vierter in die Play-offs. Siebert: „Großartig. Das gab es noch nie.“ Headcoach Marek Piotrowski hatte sich nach Spielende spontan das Mikrofon geschnappt und die Zuschauer nach unten gebeten. „Nur gemeinsam sind wir stark“, war seine Botschaft. Die Herner Fans ließen sich nicht lange bitten und feierten gemeinsam mit ihren Basketball-Ladies. Eine spezielle Overtime, wie sie die MCG-Arena noch nicht erlebt hat.
Zuvor hatten die Zuschauer bereits ein Spektakel erlebt. Die Gäste aus Osnabrück, die sich mit der Niederlage aus der ersten Liga verabschiedeten, hatten nie den Hauch einer Chance. Lange Zeit war es überhaupt nur Britta Worms, die in der Vergangenheit auch schon das Herner Trikot trug, die mit ihren Würfen für Osnabrücker Punkte sorgte. Schon mit dem 26:13 nach dem ersten Viertel aber war zu erahnen, wohin die Reise gehen wird.
Piotrowski hatte diesmal die Qual der Wahl, denn an diesem Abend gab es keine Ausfälle im Team zu verzeichnen. Höchstens bei Henna Salomaa machte sich leichte Verzweiflung an der Freiwurflinie (1 von 6) bemerkbar. Das geriet aber zur Nebensache. Der Herner Headcoach schmiss folglich die Rotationsmaschine an, jeder durfte reichlich. Selbst Basketball-Küken Anna Lappenküper (15) konnte insgesamt fast ein ganzes Viertel lang Spielpraxis sammeln, lieferte dabei schöne Assists. Ganz tief in die Zauberkiste griff jedoch Quenice Davis. Ihre No-Look-Pässe fanden allesamt ihre Abnehmer und schließlich den Weg in den Korb. Hätte irgendwer ein Kaninchen gebraucht, „Q“ hätte dies an diesem Abend wohl auch noch schnell aus irgendeinem Hut gezogen.
Die kleineren Fehler, die sich kurzzeitig zeigten, etwa als Piotrowski seinem Team in Viertel drei deshalb ganz schnell ein Time-out gönnte, wurden durch die ansonsten schon erdrückende Dominanz fast unsichtbar. Oft führte dasselbe Konzept zum Erfolg: Immer wenn die Panthers-Defense schwindelig gespielt war, stand Lisa Koop unterm Korb und vollstreckte. Mit 26 Punkten war die Nationalspielerin die überragende Punktelieferantin. Aber auch Kitty Müller (17) bewies ein an diesem Abend ausgesprochen sicheres Händchen. Katharina Flasarova und Quenice Davis trafen ebenfalls zweistellig.
Das Basketball-Fieber an der Mont-Cenis-Straße greift nach diesem fulminanten Kantersieg weiter um sich. Jetzt folgen die Play-offs. Die HTC-Party geht weiter.

23.03.2014 / WAZ Herne / Mike Lautenschläger

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