HTC reißt Spiel aus dem Feuer

38 Minuten lang liefen Hernes Bundesliga-Basketballerinnen in Halle einem Rückstand hinterher. Dann drehten sie nervenstark den Spieß noch um und feierten mit einem 78:75 gegen die Lions im vierten Saisonspiel ihren vierten Sieg.

SV Halle Lions - Herner TC 75:78

Viertel: 25:17, 22:20, 14:19, 14:22.

Lions: Porter-Talbert (23), Valentine (17, 15 Rebounds), Newsome (12/1 Dreier), L. Hebecker (11/2), Rouault (4), Gaudermann (3), Höötmann (3), Henningsen (2), Schnorr, E. Hebecker. Wurfquote Feld: 50 % (30/59). Freiwurfquote: 66 % (12/18). Rebounds: 41 (28 defensiv, 13 offensiv).

HTC: Wright (22, 10 Rebounds), Davis (19/1), Amojo (14/2), Karic (8/1), Barnes (7), Müller (4), Slavova-Naneva (4), Van der Velde, Salomaa. Wurfquote Feld: 45 % (28/62).Freiwurfquote: 60 % (18/30). Rebounds: 30 (18 defensiv, 12 offensiv).

Sicher können Hernes Bundesliga-Basketballerinnen besser spielen. Doch mit einer erstaunlich abgezockten Vorstellung, einer in der zweiten Hälfte sehr starken Defense, großem Kampfgeist und guten Nerven drehte der HTC eine schon fast verlorene Partie. „Das war ein dickes Ausrufezeichen für die Konkurrenz“, freute sich Trainer Marek Piotrowski über den vierten Sieg im vierten Spiel, gelten die Lions doch als eines der stärkeren Teams der Liga.

Bis in die Schlussphase hinein sah es nicht nach einem Herner Erfolg aus. Teya Wright machte zwar die ersten Punkte der Partie, doch dann zogen die Lions von 4:4 (3.) auf 16:8 (7.) davon. In der Folgezeit pendelte ihre Führung zwischen sechs und zwölf Punkten. Erst in der 30. Minute kam Herne durch einen Dreier von Emina Karic und ein Dreipunktspiel von Erica Barnes einmal auf Tuchfühlung heran (59:56), aber die Lions konterten sofort und setzten sich erneut auf elf Punkte ab (73:62/36.).

Sekunden später – Ireti Amojo hatte noch auf 64:73 verkürzt – rief Piotrowski zur Auszeit, und danach ging es ratzfatz: Amojo traf erst für zwei, dann für drei, Wright ließ weitere zwei Punkte zum 71:73 folgen. Martin Dornhoff, der Halles Trainerin Jennifer Kerns vertrat, wollte den Herner Lauf mit einer Auszeit brechen, aber auch das klappte nicht. Amojo glich aus, beim nächsten Lions-Angriff verlegte Porter-Talbert, Karic sicherte sich den Rebound und wurde unter dem eigenen Korb gefoult. Weil es das fünfte Teamfoul war, durfte Karic an die Linie. Und sie behielt die Nerven. Hatten ihre Kameradinnen zuvor reichlich Punkte an der Linie liegen lassen, blieb die junge HTC-Kapitänin eiskalt und setzte beide Würfe zur zweiten Herner Führung (73:75/39.) in die Reuse.

Porter-Talbert schaffte noch einmal den Ausgleich, leistete sich dann aber nach einem Turnover ihr fünftes Foul. Auch Amojo behielt die Nerven, traf beide Würfe, und 23 Sekunden vor Schluss lag Herne mit 77:75 vorn. Nach Gaudermanns Ballverlust griffen die Lions zum letzten Mittel, suchten ihr Heil in schnellen Fouls, aber obwohl der HTC nur noch einen von vier Freiwürfen nutzte, reichte es. Ein letzter Dreierversuch Gaudermanns verfehlte sein Ziel, dann durften die Gäste jubeln. „Gestern hatte Deutschland 70 Prozent Ballbesitz und Polen hat 2:0 gewonnen, heute hat Halle 38 Minuten geführt und Herne hat gewonnen“, freute sich Marek Piotrowski über ein gelungenes Sport-Wochenende.

12.10.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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