HTC schlägt Hurricanes mit eigenen Waffen

Test bestanden: Mit einem letztlich ungefährdeten 80:72 beim Tabellenfünften in Rotenburg starteten die HTC-Damen in die entscheidende Phase der Saison.

Avides Hurricanes  - Herner TC 72:80  (18:22, 19:15, 17:19, 18:24)

AHRS: Mallard (23), Young (17/1 Dreier, 13 Rebounds), Mankertz 13/1), Flasarova (7/1), Arlen (6), Rahn (6), Baden, Kaiser, Wegner, Janßen, Tadeus.

Feldwurfquote: 27 % (22/79). Freiwurfquote: 96 % (24/25). Rebounds: 42 (25 defensiv, 17 offensiv).

HTC: Davis (25/1, 10 Reb.), Amojo (14/3), Salomaa (13/1), Slavova-Naneva (6/2), Wright (6), Barnes (4), Karic (4), Müller (4), Van der Velde (4).

Feldwurfquote: 36 % (25/69). Freiwurfquote: 82 % (23/28). Rebounds: 40 (32 defensiv, 8 offensiv).

So spielt eine Spitzenmannschaft. Zwar klappte längst nicht alles, und hier und da schlichen sich immer mal ein paar Nachlässigkeiten ein. Doch wenn’s drauf ankam, konnten Hernes Basketballerinnen in Rotenburg/Scheeßel stets einen Gang höher schalten oder von der Bank neue Qualität nachlegen. Auch wenn es insgesamt ein enges, enorm kampfbetontes Spiel war – ernsthafte Zweifel am Sieg des Tabellenzweiten beim starken Erstliga-Aufsteiger kamen kaum einmal auf.

Das lag sicher auch daran, dass die schärfste Waffe der Hurricanes diesmal stumpf war: Zwar versuchten es Mankertz, Flasarova und Co. immer wieder mit schnellen Würfen von jenseits der Dreierlinie, aber nur vier von 25 fanden ins Ziel, was den Gästen dank solider Reboundarbeit viele Ballgewinne bescherte. Die HTC-Damen hingegen versenkten sieben Dreier bei 20 Versuchen und schlugen ihren Gegner letztlich mit dessen eigenen Waffen. So war es auch zu verschmerzen, dass die Herner Centerinnen-Garde gegen Mallard, Young und Rahn nicht so dominant wie gewohnt auftrat. Gerade Teya Wright, oft sehr hart attackiert, hatte neben sehr starken auch einige weniger gute Szenen. Umso überzeugender trat Quenice Davis auf. Nachdem Flasarova die Partie mit einem Dreier eröffnet hatte – es blieb bis zur 32. Minute einziger Feldkorb der Ex-Hernerin – nahm Hernes Regisseurin die Sache in die Hand. Mit sieben Punkten binnen drei Minuten führte „Q“ den HTC zur 13:7-Führung (5.), die sogar auf 17:9 anwuchs. Dann aber häuften sich Fehlwürfe und Ballverluste, so dass die Hurricanes am Ende des ersten Abschnitts wieder auf Tuchfühlung (18:22) waren.

Zu Beginn des zweiten Viertels zog der HTC durch zwei Dreier von Ireti Amojo erstmals zweistellig davon (18:28/12.), abschütteln ließen sich die kampfstarken Hurricanes aber nicht. Bei 30:31 (17.) waren sie wieder dran, und mit einem 7:0-Run glichen sie das 30:37 (18.) in den letzten beiden Minuten der ersten Halbzeit wieder aus. Ganz eng blieb es auch im dritten Abschnitt, in dem Rotenburg kurz die Führung übernahm (41:39/21.), was Erica Barnes, Henna Salomaa und Amojo sofort mit einem 9:0-Lauf zum 41:48 (24.) beantworteten. Die kampfstarken Gastgeberinnen aber meldeten sich auch diesmal uurück und kamen noch mehrfach bis auf einen Punkt ran, zuletzt beim 54:55 (30.).

Den besseren Start ins letzte Viertel aber erwischte erneut der HTC. Jetzt war es Radostina Slavova-Naneva, die plötzlich aufdrehte und es zweimal von draußen krachen ließ. Der 64:56-Vorsprung schmolz zwar wieder auf drei Punkte ab, nach Salomaas Dreier zum 67:75 (38.) aber war der hartnäckige Widerstand gebrochen und Herne schaukelte den Sieg auch von der Freiwurflinie aus souverän ins Ziel.

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Rotenburg hat mit Leidenschaft und Kraft gespielt und uns einiges abverlangt. Am Ende geht unser Sieg aber sicher in Ordnung“, freute sich HTC-Trainer Marek Piotrowski über einen gelungenen Start in die entscheidende Saisonphase: „Der erste Schritt ist getan.“

01.03.2015 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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