1. Herren: Chance verschenkt

Herner TC – B-Unity Dortmund 56:60

(12:20; 9:10; 14:16; 20:14)

Nach zwei Siegen in Folge wollte der HTC seine Serie zuhause gegen den körperlich sehr starken Aufsteiger aus Dortmund ausbauen. Mit schnellem Fast-Break-Spiel wollte man die eigene Schnelligkeit ausnutzen und den Gegner müde machen. Soviel zur Theorie. Doch wie so oft konnte Herne seinen Plan nicht in die Tat umsetzen…

Bereits im Hinspiel hatte man gegen die Hünen aus Dortmund das Nachsehen und genauso begann auch das Rückspiel. Dortmund erzielte schnell zwei einfache Körbe, während die Hausherren im gesamten Spiel keinen Wurfrhythmus fanden und reihenweise gute Gelegenheiten vergaben. Während Herne viel zu oft den Ball leichtfertig verlor, konnte der HTC die meist identischen Aktionen der Gegner nur selten stoppen und arbeiteten nicht engagiert genug unter den Brettern. Sieben Erstviertel-Punkte von Jascha Korscheck sorgten dafür, dass der HTC nicht bereits nach den ersten 10 Minuten zweistellig in Rückstand geriet (12:20; 10. Min.).
Das zweite Viertel war dann wohl das langweiligste der gesamten Saison. Herne erzielte seine Punkte bis zur 17. Minute fast ausschließlich von der Freiwurflinie, ohne den Punkteabstand dadurch zu verkleinern. Danach stellte man bis zum letzten Angriff des Spiels das Punkten komplett ein und auch in der Verteidigung konnte der mangelnde Einsatz immer wieder nur durch Fouls kompensiert werden. Glücklicherweise waren die Gäste in dieser Phase alles andere als treffsicher bei den Freiwürfen und so brachte Köhler seine Farben, mit dem einzigen Herner Dreier des Spiels kurz vor der Halbzeitpause, wieder auf unter 10 Punkte heran (21:30; 20. Min.).
Coach Badziong war alles andere als erfreut über den mangelnden Einsatz seines Teams und wies nochmal auf die Relevanz dieser Begegnung gegen einen direkten Mit-Abstiegskonkurrenten hin.
Diese Nachricht schien nun auch endlich in den Köpfen der Spieler angekommen zu sein, denn ab der zweiten Hälfte spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Neuzugang Chau zauberte zwei starke Offensiv-Aktionen aufs Spielfeld und spornte seine Kameraden mit viel Einsatz dazu an die Verteidigungsintensität zu erhöhen. Leider wurde das Spiel von den Schiedsrichtern mit einer ungewohnt harten Linie geführt, aber dies konsequent und absolut ausgeglichen. Problem hierbei war nur die körperliche Unterlegenheit der Lokalmatadoren, die nun in einigen ruppigen Zweikämpfen das Nachsehen hatten. Und durch die eigene Fehlleistung der ersten Halbzeit wurde der Gegner auch noch nicht wie geplant müde. Am Spielstand hatte sich bislang auch nicht viel getan und es sah schlecht aus für den HTC (35:46; 29. Min.). Doch dann markierte Top-Scorer Tobias Biermann, der bis zu diesem Zeitpunkt nur wenig Spielzeit erhalten hatte, seine ersten Punkte, aber nicht seine letzten…
Biermann hatte nun richtig Bock und das zeigte der Herner Power-Forward auch im letzten Viertel mehr als deutlich. Während der ersten acht Minuten des Schlussabschnitts legte der HTC einen 20:10-Lauf aufs Parkett zu dem Biermann satte 13 Punkte beisteuerte und in der 38. Minute den Ausgleich erzielte (56:56; 38. Min.). Langsam machte sich auch die ursprüngliche Taktik des HTC bemerkbar, denn die Unity war nun immer öfter einen Schritt zu langsam in der Verteidigung und immer mehr Dortmunder saßen mit dem fünften Foul auf der Bank. Doch leider zu spät. Lediglich vier von neun Herner Freiwürfen im letzten Viertel fanden ihr Ziel und ein, zwei Nachlässigkeiten zuviel in der Verteidigung sollten den Gästen am Ende den Sieg schenken und somit die desolate erste Halbzeit des HTC doch noch bestrafen (56:60; 40. Min.).

Fazit: Durch diese Niederlage hat der HTC nur noch einen Sieg Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz und die Leistungstendenz nach dem herausragenden Sieg gegen den Tabellenführer aus Langendreer zeigt deutlich nach unten. Ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison hat Herne immer stärkere Motivationsprobleme, besonders zu Beginn einer Partie. Dies MUSS sich in der nächsten Begegnung gegen den TV Unna ändern, wenn man nicht das erste Team der Geschichte der Landesliga sein möchte, welches in der gleichen Saison gegen den Tabellenersten gewinnt und gegen den –letzten verliert! Zum Glück hat man am Karnevalswochenende spielfrei und dadurch zwei Wochen um die verlorene Einsatzfreude und den eigenen Siegeswillen wiederzufinden und dies gegen Unna zu beweisen… (14.02.16; 14.30 Uhr; 2-fach-Halle des Schulzentrums Unna Süd).

Scoring: Biermann 14/4-6; Pajonk 11/3-4; Korscheck 9/1-1; Köhler 8/1/3-6; Konsek, A. 6/4-7; DeLaCruz 2/2-2; Konsek, D. 2/2-4; Wroblewski 2; Chau 2; Mwamba (n.e.)

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