1. Herren: Das Warten geht weiter

Herner TC – BC Langendreer 68:82 (20:31; 18:18; 16:20; 15:13)

Schlechter hätte der Zeitpunkt für das Lokalderby gegen den BC Langendreer für Herne nicht kommen können: Nachdem man in der Vorwoche bereits gegen schwachen Baroper verloren hatte und unter der Woche arbeitsbedingt nur wenige Spieler am Training teilnehmen konnten, stand mit dem ungeschlagenen Gast und Aufstiegsaspiranten aus der Nachbarstadt ein richtig harter Brocken auf dem Herner Spielplan.

Beide Teams starteten konzentriert in die Partie. Während die Bochumer Hernes lustlos und passiv agierende Verteidigung immer wieder zu leichten Punkten nutzten, spielte der HTC seine eigenen Stärken zumindest in der Offensive geschickt aus. Zwei Dreier und vier schnelle Biermann-Punkte hielten das Spiel anfangs offen (10:10; 3. Min.). Doch ein schneller 10:0-Run der Gäste ließ Herne erstmalig spüren, wie gnadenlos der BCL jegliche Nachlässigkeiten der Hausherren ausnutzen konnte (20:10; 6. Min.). Alexander Konsek hielt in seinem ersten Saisonspiel mit fünf Punkten in Folge zwar tapfer dagegen, aber von diesem Schock erholten sich die Hausherren leider bis zum Viertelende nicht mehr (20:31; 10. Min.). Langendreer war zu diesem Zeitpunkt die überlegenere Mannschaft, während Herne weiterhin mit Formschwankungen zu kämpfen hatte. Doch in einem Derby gelten ja bekanntlich andere Gesetze…

Der HTC wollte sich auf keinen Fall kampflos ergeben, startete mit einer Manndeckung und deutlich mehr Kampfgeist in den zweiten Durchgang und legte nun seinerseits einen kleinen Lauf hin. Die beiden Leitwölfe der Gastgeber Biermann und Konsek legten sich kräftig ins Zeug und erzielten sieben der ersten neun herner Punkte (29:34; 15. Min.). Die Verteidigung agierte jetzt aufmerksamer und auch am Rebound wurde plötzlich geackert, was das Zeug hielt. Langendreer wurde zur Auszeit gezwungen, in welcher Coach Winker allerdings die richtigen Worte gefunden haben musste, denn nach dieser hatte sich der BCL wieder gefangen und bot den Lokalmatadoren bis zur Halbzeit ordentlich Paroli, während der HTC erneut einbrach. Durch einen weiteren 8:1-Lauf gingen die Gäste mit einer beruhigenden Führung in die Halbzeitpause (38:49; 20. Min.).

Das dritte Viertel verlief genauso wie die gesamte herner Saison bislang. Zuerst legte der HTC angeführt von Daniel Pajonk eine starke Leistung in Verteidigung und Angriff aufs Parkett und kämpft sich wieder heran (48:53; 23. Min.), nur um danach wieder komplett in Passivität und Einsatzlosigkeit zu verfallen. Die Quittung folgte prompt und die Bochumer bauten ihre Führung weiter aus (54:69; 30. Min.).

In den letzten 10 Minuten blieb die erhoffte Aufholjagd leider aus. In der Verteidigung bekam man die ausgelaugten Gäste zwar gut in den Griff, aber im eigenen Angriff ging plötzlich überhaupt nichts mehr. Bis zur Viertelmitte wurden gerade mal magere vier Punkte erzielt. Zu wenig. Der BCL behielt in den entscheidenden Momenten  die Nerven und machte mit drei Dreiern im Schlussviertel den Sack vorzeitig zu (80:60; 37. Min.). Herne fügte sich seinem Schicksal und der abschließende 9:2-Run gegen kaum noch verteidigende Bochumer diente wieder mal nur der Ergebnisverschönerung (69:82; 40. Min.).

Fazit: Nur die Köpfe nicht hängen lassen. Auch wenn man bisher sieglos auf dem 11. Tabellenplatz steht, ist die Saison noch jung. Bis auf den Patzer in der Vorwoche hatte man bislang die beiden aktuellen Top-Teams der Liga zu Gast und konnte mit diesen in dem aktuellen Formtief nur phasenweise mithalten. Doch bereits in der kommenden Woche kann man bei der Viertvertretung der Astrostars, gegen welche man in der vergangenen Spielzeit beide Spiele gewinnen konnte, den ersten Sieg der Saison 2015/2016 einfahren (26.09.15; 14Uhr; Sporthalle Lohring). Aber bis dahin MUSS ein Weg gefunden werden, die aktuelle  Formkrise hinter sich zu lassen und zu alter Stärke zurückzufinden. Nachlässige und engagementlose Verteidigung, sowie mangelhafte Arbeit beim Ausblocken und mehrere leichtfertig vergebene Korbchancen machten es dem BC Langendreer am dritten Spieltag mehr als leicht das Spiel zu gewinnen. Der oftmals gelobte herner Kampfgeist und der notwendige Siegeswille fehlten bislang vollkommen. Mangelnde Konzentration und Nachlässigkeiten auf beiden Seiten des Spielfeldes, die man vom herner Team in dieser Form nicht gewohnt ist, ließen Zuschauer und Trainer bislang verdutzt und ratlos aus der Wäsche schauen. Allerdings hat man in der Vergangenheit auch schon oft genug bewiesen, dass man sich aus einem Formtief über eine Jetzt-erst-recht--Reaktion auch wieder zur eigentlichen Leistungsstärke zurückkämpfen kann. Die Frage ist nur: wann ist es in dieser Saison soweit? Am kommenden Samstag wäre ein guter Zeitpunkt…

Scoring: Konsek, A. 18/1/3-4; Biermann 16/6-9; Pajonk 12/2; Köhler 10/2; Korscheck 6; Wenzel 4/0-1; Wroblewski 2; DeLaCruz; Mwamba; Maull, Badziong (n.e.)

Zurück