1. Herren: Ein harter Schicksalsschlag

HTC gewinnt Spiel, aber verliert Overtime!?!


Herner TC – TVE Barop 2 71:78 (OT) (12:18; 10:12; 25:20; 21:18; 3:10)


Das erste Spiel im Jahr hatte es sofort in sich. Der Tabellenvierte aus Barop war zu Gast und die hart umkämpfte Partie sollte sich erst nach einer Verlängerung entscheiden…

Doch zu Beginn sah es ganz und gar nicht danach aus. Nach nur einer Trainingseinheit 2016, waren die Herner alles andere als in Bestform und kamen nur schwer ins Spiel (1:6; 3. Min.). Ein kleiner 8:0-Lauf brachte die Hausherren kurzfristig in Front, aber Dortmund kontertete mit sechs ebenfalls unbeantworteten Punkten (9:12; 7. Min.). So langsam wachte der HTC aber auf und gestaltete den Rest des ersten Viertels ausgeglichen. Lediglich eine schlechte Leistung von der Freiwurflinie (3-8) schenkte den Gästen die Führung zum Ende der ersten 10 Minuten (12:18; 10. Min.).
Im zweiten Viertel stand die herner Verteidigung vor allem unter dem Korb in Form von dem Centerduo Konsek/Wroblewski zwar deutlich besser, aber in der Offensive lief weiterhin nur wenig bis gar nichts zusammen (10:12; 20. Min.).
Zum Glück startete die zweite Halbzeit dann wieder deutlich engagierter und dadurch auch hochklassiger. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und während der TVE den Sack wohl vorzeitig zu machen wollte, hatten die Lokalmatadoren sich noch lange nicht aufgegeben. Entsprechend hart ging es zur Sache was sich in rekordverdächtigen 27 Freiwürfen (HTC/TVE) wiederspiegelte. Ausgerechnet jetzt bescherten mehrere Stellungsfehler in der Verteidigung des HTC den Gästen immer wieder einfache Punkte (27:37; 25. Min.). Höchste Zeit für Jascha Korschecks großen Auftritt. Der herner Flügelspieler übernahm aus taktischen Gründen über weite Strecken die Aufbauposition und verdiente sich dabei Bestnoten. Immer wieder nutzte Korscheck seinen schnellen Antritt um seinen Verteidiger abzuschütteln und zum Korb zu ziehen. Entweder landete der Ball dann in den Händen eines freien Mitspielers, oder direkt im gegnerischen Korb. Mit 11 Punkten im dritten Viertel, einer sicheren Hand von der Freiwurflinie (5-6) und einer insgesamt bärenstarken Leistung brachte Korscheck sein Team somit fast im Alleingang zurück in die Partie (47:50; 40. Min.).
Von dieser starken Einzelleistung motiviert, wurde gerade noch rechtzeitig der Kampfgeist des HTC geweckt. Mini Konsek erzielte zu Beginn des Schlussabschnitts fünf Punkte in Folge und brachte seiner Mannschaft dadurch die erste Führung seit der fünften Spielminute (52:50; 32. Min.). Doch Barops Coach fand die richtigen Worte und der TVE erkämpfte sich mit sechs Punkten in Folge wieder den Vorteil. Doch nun war der Bann gebrochen. Dennis Köhler mit einem wichtigen Dreier, Daniel Pajonk mit starken eins-gegen-eins-Aktionen und natürlich Jascha Korscheck hielten nun offensiv dagegen, was das Zeug hielt. Beim Stand von 65:66 und 30 Sekunden verbleibender Spielzeit hatte der HTC nochmal die Möglichkeit in Führung zu gehen, verspielte diese jedoch leichtfertig durch einen viel zu frühen Verzweiflungswurf. Dadurch wurde Herne gezwungen über ein Foul die Uhr zu stoppen und Barop nutzte diese Gelegenheit eiskalt (65:68; 40. Min.). In einer alles-entscheidenden Auszeit gab Korscheck, der auch das Amt des Co-Trainers der ersten Herrenmannschaft bekleidet, das finale System vor, mit Erfolg. Daniel Pajonk kam über gutes Block- und Laufspiel frei zum Wurf und traf den Dreier zum Ausgleich (68:68; 40. Min.).
Die Halle stand Kopf, unglücklicherweise nicht lange. Die ausgelaugten Herner hatten ihre Munition verschossen und trafen in den fünf Minuten der Verlängerung lediglich einen Wurf. Als wenn dies noch nicht genug gewesen wäre, wurde grundlos weiterhin eine Hack-Attack-Verteidigung gespielt, wodurch Barop jedes Mal zwei Freiwürfe bekam. Die treffsicheren Dortmunder gewannen die Overtime ohne große Mühe oder Gegenwehr, indem sie jeden ihrer 10 Punkte von der Straf-Linie erzielten (78:71, 45. Min.).
Fazit: Nach einem schwachen Start, einer beachtlichen Leistungssteigerung in Halbzeit zwei und einem furiosen Finish der regulären Spielzeit steht der HTC wieder einmal mit leeren Händen da. Besonders bitter dabei ist, dass bei der Auswertung des Spielbogens ein katastrophaler Fehler zutage kam. Ein normaler Feldwurf wurde vom eigenen Anschreibetisch auch als solcher eingetragen, aber als Dreier gewertet. Und auch den Schiedsrichtern ist dieser fatale Fehler bei der Überprüfung des Spielbogens zur Halbzeit entgangen. Anscheinend waren die Herren nicht so gut in Mathe, oder haben ihre Pflicht zur Spielbogenüberprüfung einfach vernachlässigt!?! So oder so hätte Herne das Spiel also in der regulären Spielzeit gewonnen gehabt!!!
So traurig dieser Schicksalsschlag auch ist, darf dies jetzt kein Grund zum Verzweifeln sein, viel mehr sollte man auf die starke Leistung aufbauen und das gewonnene Selbstvertrauen mit in die entscheidenden Spiele gegen die Mitabstiegskandidaten nehmen um den Klassenerhalt schnellst-möglich zu sichern. In der kommenden Woche muss man jedoch erst noch beim Tabellenersten aus Langendreer antrete, wo ein Sieg mehr als schwer zu erkämpfen sein wird. Schwer, aber nicht unmöglich… (Sa., 16.01.16; 18.30Uhr; Sportzentrum Langendreer)
Scoring: Korscheck 15/7-8; Konsek, A. 14/8-12; Pajonk 11/1/4-6; DeLaCruz 10/2/0-2; Köhler 7/1/2-2; Konsek, D. 7/1; Biermann 4/0-2; Wroblewski 3/1-3; Mwamba; Chau

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