1. Herren: Ein tragisches Ende

Starke Leistung wird nicht belohnt

GSV Fröndenberg – Herner TC 70:69 (23:12; 14:26; 16:20; 18:11)

Ohne Starting-Center Alex Konsek startete der HTC am Freitagabend zur längsten Auswärtsfahrt der Saison, in die kleinste Halle der Liga, um das letzte Hinrundenspiel beim GSV Fröndenberg zu bestreiten. Die Gastgeber wurden ihrem Beton-Zonen-Ruf von Anfang an gerecht, aber darauf war Herne vorbereitet.

Ein treffsicherer Dennis Köhler startete das Spiel mit zwei erfolgreichen Dreiern und der stark aufspielende Irbin DeLaCruz legte noch einen Fastbreak-Treffer obendrauf (2:8; 3. Min.). Danach jedoch war es vorbei mit der Herrlichkeit. Wenig Laufarbeit und nachlässiges Passspiel, sowie eine kollektive Ideenlosigkeit in der Offensive sorgten dafür, dass der HTC bis zum Viertelende nur noch zwei Körbe erzielen konnte. In der Verteidigung funktionierte die eigene Zone leider überhaupt nicht und Fröndenberg kam immer wieder zu leichten Punkten unter dem Korb. Erschwerend kam hinzu, dass Herne trotz identischer Verteidigung bereits sieben Fouls angehängt bekam, während gegen den GSV lediglich in der letzten Minute das erste und einzige Foul des Viertels gepfiffen wurde (23:12; 10. Min.).
Im zweiten Viertel stellte Coach Badziong auf Manndeckung um, was sich umgehend auszahlte. Hochmotiviert gingen nun alle HTC-ler aggressiv zur Sache und machten den Hausherren das Leben mehr als schwer. Zusätzlich entschieden die Unparteiischen nun in mehreren 50/50-Situationen für die Gäste und glichen somit ihr einseitig gepfiffenes erstes Viertel wieder aus. Da der HTC jedoch zu Beginn der zweiten 10 Minuten weiterhin Probleme im Angriff hatte, gab Co-Trainer Korscheck in einer frühen Auszeit eine taktische Variante vor, welche sich als Genie-Streich herausstellen sollte: Durch eine konsequente Ausnutzung eines Schwachpunktes in der gegnerischen Verteidigung nutzte der HTC nun genau diese Lücke und fand durch schnelles Kombinationsspiel immer wieder gute Abschlussmöglichkeiten. Vor allem Dominikus Konsek und Top-Scorer Tobias Biermann wussten diese Gelegenheit zu nutzen und erzielten zusammen 19 der 26 Herner Zweitviertel-Punkte, sowie drei weitere Dreier. In dieser Phase überzeugten auch Billy Mwamba und Neuzugang Anh-Tuan Chau, welche beide starke Leistungen von der Bank brachten und somit die Stammspieler entlasteten. Über einen 17:2-Lauf übernahm Herne die Führung (27:31; 17. Min.) und verteidigte diese bis zur Halbzeit (37:38; 20. Min.).
Nun war der HTC-Kampfgeist entfacht und man hatte sich genau den richtigen Tag ausgesucht um einen neuen Saison-Rekord in Dreipunktetreffern (11) aufzustellen. Pajonk, DeLaCruz und Köhler mit seinen Treffern drei und vier sorgten dafür, dass ihre Farben in front blieben. Traurigerweise war dies auch meistens Hernes einzige Möglichkeit zu punkten, denn das Pendel der Schiedsrichter hatte sich mittlerweile wieder zu Gunsten der Heimmannschaft gedreht, welche im dritten Viertel ganze 13 Freiwürfe zugesprochen bekamen, während Herne trotz übermäßig harter Verteidigung des GSV lediglich einmal an die Linie durfte. Glücklicherweise konnte Fröndenberg diese “Geschenke“ kaum verwerten, trotzdem bekam der HTC dadurch vermehrt Foulprobleme. Doch gute Verteidigung von Pajonk und DeLaCruz, daraus resultierende Fast-Breaks und ein sehr weiter Dreier von Köhler sicherten eine Fünf-Punkte-Führung vor dem letzten Viertel (53:58; 30. Min.).
Es hieß also “Alles oder Nichts“, aber Fröndenberg erwischte den besseren Start. Mit 10:2 Punkten erkämpften sich die Hausherren die Führung (63:60; 36. Min.). Doch Herne schlug zurück und wollte sich unbedingt für die starke Leistung belohnen. Ein weiterer wichtiger Dreier von DeLaCruz und ein anschließender Lay-Up von Daniel Pajonk, dem Denker und Lenker im Spiel des HTC, brachten Herne kurzzeitig auf die Siegerstraße (63:67; 38. Min.). Leider waren es am Ende wieder mal die Freiwürfe, die dem Team von Coach Badziong den verdienten Lohn für die Mühen verwehrten. Lediglich 40% (4/10) betrug die Trefferquote von der Linie im letzten Viertel, was der GSV zu seinem Vorteil nutzte. Bei ausgeglichenen Spielstand (69:69; 40. Min.) und herner Ballbesitz wurde ein Handkantenschlag ins Gesicht von Tobias Biermann lediglich als einfaches Foul gewertet. Der benommene Biermann vergab beide Versuche, doch Mini Konsek kämpfte mit aller Macht um den Rebound. Was jedoch eine klare Sprungball-Entscheidung und somit weiterhin Herner Ballbesitz hätte sein müssen, wurde zum Entsetzen des HTC als Foul gewertet. Die Gastgeber gingen 5,7 Sekunden vor dem Ende mit einem daraufhin folgendem Freiwurf in Führung und machten sich damit zum glücklichen Sieger der Begegnung (70:69; 40. Min.)!

Fazit: Abgesehen vom ersten Viertel war der HTC über das gesamte Spiel die deutlich bessere Mannschaft. Eine hervorragende Trefferquote von der Dreipunktelinie, sowie kollektiv gute Verteidigung und mannschaftsdienliches Teamplay hätten eigentlich mit einem Sieg belohnt werden müssen. Leider spielten am Ende erneut die Nerven eine Rolle und die Freiwurfschwäche in der entscheidenden Phase kostete den HTC wieder mal den Sieg.
Trotz einer verhältnismäßig schwachen Hinrunde (4S/7N – Platz 8) muss sich Herne jedoch nicht vor der Rückrunde fürchten. Ganz im Gegenteil. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, vielen personellen Ausfällen und mehreren äußerst unglücklich verlorenen Spielen, kann man in den beiden letzten Partien eine deutliche Tendenz nach oben verzeichnen. Zwei unglücklich verlorene Spiele gegen zwei der Top-Five-Teams der Liga, welche über 40 Minuten auf Augenhöhe bestritten wurden, lassen die Hoffnung weiterhin bestehen, am Ende der Saison im gesicherten Mittelfeld der Tabelle zu stehen.
Die erste Möglichkeit dazu besteht bereits am kommenden Wochenende, wo der HTC bereits das erste Rückrundenspiel und gleichzeitig die letzte Partie des Jahres absolvieren muss.
Die Partie gegen den Tabellenvierten TSC Eintracht Dortmund findet am So. 20.12.15; 12.00 Uhr im eintrachter Sportzentrum statt und dann heißt es für den HTC 2015 zum letzten Mal “Alles oder Nichts“…
Scoring: Biermann 15/2/3-6; Köhler 14/4 DeLaCruz 13/3; Pajonk 11/1/4-4; Konsek, D. 8//1/3-6; Wroblewski 5/1-4; Chau 2; Korscheck 1/1-2; Mwamba; Badziong (n.e.)

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