1. Herren: Herner Durststrecke findet kein Ende

Harte Gangart und schwache Defensiv-Leistung besiegeln Schicksal der 1. Herrenmannschaft

HTC - SSV Hamm 78:97  (18:17; 21:36; 23:24; 16:20)

Am letzten Spieltag der Hinrunde hatte der HTC mit den SSV Baskets aus Hamm den direkten Mitabstiegskandidaten zu Gast. Nebensächlich zu erwähnen, dass der HTC wieder einmal nicht in Bestbesetzung auflaufen konnte, da mit Wenzel und Klems gleich zwei Starting-Five-Spieler fehlten. Trotzdem war sich die Mannschaft der Brisanz dieser Partie bewusst und ging auch dementsprechend mit viel Einsatz zu Werke, was am Ende aber leider erneut nicht reichen sollte...

Bereits im ersten Viertel zeichnete sich ab, dass die beiden Schiedsrichter, wie bereits in der Jugendregionalliga-Partie zuvor, mit ihrer Aufgabe hoffnungslos überfordert waren. In der Folge entschieden sich diese trotz der sehr harten Gangart der Hammer größtenteils ihre Pfeifen zu schonen. Zumindest wurde diese Linie konsequent beibehalten, worauf sich die Gäste leider besser einstellten, als die Hausherren. So wunderte es auch niemanden, dass zur Mitte des ersten Viertels Hamm bereits eine leichte Führung herausgespielt hatte (8:13; 7. Min.). Allerdings hatte der HTC an diesem Tag mit Daniel Pajonk einen besonderen Joker auf ihrer Seite. Der wieder-genesene Aufbauspieler gab in der Verteidigung alles und erkämpfte sich mehrfach den Ball, wobei er als Sahnehäubchen in diesem Viertel auch noch die Hälfte der Herner Punkte im Alleingang erzielte (18:17; 10. Min.).
Im zweiten Durchgang erwischte Hamm erneut den besseren Start und setzte sich über einen 12:5-Lauf wieder etwas ab (23:29; 14. Min.). Zum Leidwesen des HTC brauchte die bis dato einzige Stütze Pajonk nun auch mal eine kleine Verschnaufpause und wurde ausgewechselt. Versuchsweise spielte Brackmann in dieser Phase ohne richtigen Aufbauspieler, dafür aber gleich mit drei Centern. Das spielte den schnellen Gästen natürlich in die Karten und diese bauten ihre Führung über mehrere Fastbreaks binnen drei Minuten deutlich aus. Während Herne Probleme hatte, den Ball überhaupt über die Mittellinie zu bekommen, konnten die Baskets nach Belieben punkten und legten einen vorentscheidenden 17:4-Run aufs Parkett (31:46; 18. Min.). Eine weitere Auszeit blieb leider aus und zur Halbzeit befand sich der HTC bereits mit 14 Punkten im Rückstand (39:53; 20. Min.).
Glücklicherweise erholte sich Herne beim Halbzeit-Tee von dem Desaster der letzten Minuten und begann die zweite Hälfte mit einem 15:7-Spurt, bei dem Alex Konsek endlich wieder seine Scorerqualitäten zeigte und neun Punkte in vier Minuten erzielte (54:60; 26. Min.). Der HTC war wieder im Spiel, doch die Antwort des SSV ließ nicht lange auf sich warten. Eine Auszeit später hatten die Gäste sich wieder berappelt und nutzten konsequent die Lücken in der Herner Verteidigung aus, wodurch die letzten vier Minuten des dritten Viertels mit 17:8 für die Gäste endete. Auch in dieser Phase verzichtete Brackmann auf eine Auszeit und/oder eine Umstellung auf Mann-Mann-Verteidigung (62:77; 30. Min.).
Im letzten Abschnitt hielten die Lokalmatadoren, angeführt von Top-Scorer Alex Konsek zwar weiterhin dagegen, kamen gegen die mehr als aggressive, aber weiterhin durch die Schiedsrichter tolerierte Verteidigung des SSV leider nicht mehr in Schlagdistanz. In den letzten Minuten des Spiels fehlte den ausgepowerten Hernern dann auch einfach die Kraft, um ihre Gegner am Punkten zu hindern und die erfahrenen Gäste spielten bereits in jedem Angriff die Zeit herunter. Besonders dem gegnerischen Spielertrainer Docenko, der starke 39 Punkte erzielte, hatte man an diesem Tag nichts entgegenzusetzen und so ging auch der Schlussabschnitt verdient an Hamm, wenn auch recht knapp (78:97; 40. Min.).
Fazit: Am Einsatz und Siegeswillen hat es diesmal nicht gelegen. Allerdings muss man sagen, dass es trotz der ungewohnten Härte des Spiels keine Entschuldigung dafür gibt, einem direkten Tabellennachbarn in eigener Halle 97 Punkte zu erlauben! Die fehlenden Stammspieler, das katastrophale zweite Viertel (21:36) und die konsequente Unfähigkeit der Verteidigung das immer gleiche System der Hammer zu stoppen haben am Ende den Ausschlag gegeben. Ein Wechsel der Verteidigungstaktik blieb leider ebenfalls aus und in den Schlussminuten fehlten den Leistungsträgern die fast die gesamte Partie durchspielten einfach die nötige Kondition um noch adäquat dagegen halten zu können.
Da man den Gästen wohl kaum den Vorwurf machen kann, die schlechte Schiedsrichterleistung im Gegensatz zum HTC zum eigenen Vorteil genutzt zu haben, geht die Niederlage auch in der Höhe wieder einmal aufs eigene Konto. Positiv zu bewerten war außer den starken Individualleistungen von Alex Konsek und Daniel Pajonk lediglich der Auftritt der beiden Neuzugänge Wroblewski und Kaminski, die in ihrer kurzen Spielzeit durchaus zu überzeugen wussten, sowie die ausnahmsweise mal akzeptable Freiwurfquote von ca. 65% (21/32). Nun ist es offiziell, der HTC befindet sich im Abstiegskampf und muss in der Rückrunde einiges wiedergutmachen und sich in der Gesamtleistung deutlich steigern um weiterhin in dieser Spielklasse vertreten zu bleiben. Die erste Gelegenheit dazu kommt bereits am nächsten Wochenende (02.02.14, 14.30 Uhr, MCG-Arena), wenn der starke Aufsteiger aus Kaiserau zu Gast in Herne ist, gegen den man im Hinspiel nur knapp verloren hat (60:54). Es bleibt zu hoffen, dass sich die Brackmannsche Truppe endlich wieder aufrafft und über eine Trotzreaktion die Niederlagenserie von mittlerweile vier Spielen in Folge beenden kann...

Scoring: Konsek, A. 27/1/8-10; Pajonk 19/1/8-11; Biermann 16/4-7; DeLaCruz 5/1; Konsek, D. 5/1-4; Korschek 4; Wroblewski 2; Badziong, Kaminski, Osaj

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