1. Herren: Hinten hui, vorne so lala

Nachtrag zum 6. Spieltag

Herner TC 78:57 TV Unna

Aufgrund der Flüchtlingskrise musste am sechsten Spieltag der Herner TC seine Heimspielstätte von der gewohnten Mont-Cenis Halle zur Sporthalle der Grundschule Königsstraße um verlegen, somit konnte man nicht wirklich von einem herner Heimvorteil mehr sprechen. Für dieses Spiel übernahm Co-Trainer Jascha Korscheck interimsweise die Leitung des herner Teams. Er schickte Irbin De La Cruz und Daniel Pajonk als Aufbauspieler, Dennis Köhler und Tobias Biermann als Flügelspieler und Konrad Wroblewski als Center zuerst auf den Court.

Der Start allerdings missglückte. In der Offensive wurden unkonzentrierte Pässe gespielt und nicht gefangen, dass dadurch bedingt unnötige Ballverluste zustande kamen ist selbstverständlich. Die 21-2 Zonenverteidigung, welche über der Woche geübt wurde, funktionierte gar nicht. Immer wieder gelang es den Gast aus Unna sehr leicht zu punkten. Nach einem getroffenen Dreier erhöhte der TV seine Führung auf 9-2 in der dritten Minute, der herner Coach Korscheck hatte genug von seiner Mannschaft gesehen und nahm die erste Auszeit im Spiel. Korscheck musste einsehen, dass seine präferierte 2-1-2 Zonenverteidigung in die Hose gegangen ist und stellte die Verteidigung um. Und diese Umstellung trug Früchte. Denn von der Auszeit bis zur 9. Spielminute konnte Unna nicht mehr die herner Verteidigung knacken und blieb punktelos. Und in der Offensive brach auch so langsam der Knoten. Zwar verlor man immer noch ab und an durch unkonzentriertes Passspiel die Bälle leichtfertig, aber durch alle fünf Starter konnten die herner 16 unbeantwortete Punkte innerhalb von 6 Spielminuten initiieren. Das erste Viertel ging deshalb trotz des verschlafenen Starts mit 21-13 an Herne. Im zweiten Viertel bekam zuerst Wroblewski und De La Cruz ihre bisher wohlverdienten Pausen und “Mr. Offensivrebound“ Dominikus Konsek und Ben Badziong wurden eingewechselt. Diese Wechsel brachten frischen Wind in die Geschichte und der Gastgeber konnte nochmals eine Schippe in der Defensive drauflegen. Es wurden viele Bälle durch gute und harte Verteidigungsarbeit gewonnen und durch Konsek viele Rebounds (Offensiv und Defensiv) gesichert. Herne konnte somit viele Fast-Breaks laufen konnte. Leider wurde aber auch wieder einiges an Bällen unkonzentriert ins Nirvana gepasst, so hätte der 8-0 Lauf des Gastgebers in den ersten vier Minuten des zweiten Viertels, durchaus effektiver sein können. Nach einer Auszeit der Gäste kamen diese zwar daraufhin wieder besser ins Spiel, aber durch Biermann und Köhler wusste der Gastgeber immer wieder eine Antwort auf Punkte von Unna. Herne in der 19 Spielminute durch den insgesamt bis dato sechsten erfolgreichen Dreipunktewurf, diesmal von Konsek, die Spieldifferenz auf +20 hoch schrauben und die Halbzeit mit 46-25 gewinnen konnte. Die zweite Spielhälfte begann ähnlich wie die erste, nämlich aus herner Sicht leicht verschlafend. Herne feierte in den ersten zwei Minuten keinen Korberfolg und bekam direkt vier Punkte eingeschenkt. Erst Köhler punktete in der 23 Spielminute, mit Dreier Nummer 7, für seine Farben . In der Folgezeit konnte sich kein Team mehr einen Vorteil erspielen. Für Herne übernahm jetzt De La Cruz das Punkten und Unna spielte über ihrem 2.10 m großen Centerspieler Schürmann seine Vorteile in der Zone besser aus. Am Ende dieses Viertels holte so der Gast aus Unna einen Punkt auf und auf der Anzeigetafel lasen die Zuschauer 59-39 für Herne ab. Anfang des letzten Viertels wurde dann Christian “The polish wall“ Kaminski und der erst 17 jährige herner Rookie Jonathan Maull eingewechselt. Auch durch diese Wechsel stellte sich kein Bruch im herner Spiel fest. Denn die Defensive stand immer noch auf der herner Seite gut. Die Guards aus Unna rannten nämlich öfters mal gegen die polnische 2.10 m Wand und mussten (wohl sehr schmerzhaft) feststellen, dass auch in Herne die Gesetze der Physik ihre Gültigkeit besitzen. In dieser Phase leitete Pajonk alleine als Aufbauspieler das Team und beruhigte das Spiel nach den Vorgaben seines Coaches so gut er konnte und hat sich damit und auch über das gesamte Spiel gesehen sich die Bestnote verdient. Durch einen weiteren Dreipunkte Wurf von ihm und den ebenfalls sehr stark aufspielenden Wroblewski konnte Herne nochmals seine Führung in der 33 Spielminute auf +26 ausbauen (68-42). Und bis zur 37 Minute beibehalten (72-46), ehe der Gastgeber zwei Gänge zurückschaltete und das Spiel am Ende durch vor allem starker Defensivarbeit souverän mit 78-57 gewinnen konnte.

Köhler 19/3, De La Cruz 15/1/0-1, Biermann 13/1, Wroblewski 10/2-5, Pajonk 10/2, D.Konsek 5/1/0-2, Kaminsky 4, Badziong 2, Chau, Maull

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