1. Herren: HTC-ONE im Abstiegskampf

Verdiente Niederlage beim Tabellenletzten

Viel zu lachen hatten die Herner auf dem Rückweg aus Dortmund nicht, hatte man doch soeben die bereits vierte Saisonniederlage einstecken müssen, diesmal gegen den Tabellenletzten aus Dortmund.
Wieder mal nicht in Bestbesetzung (Stammspieler Felix Wenzel und Alex Konsek fehlten arbeitsbedingt) und zu einer ungewohnt frühen Uhrzeit (12.00 Uhr) stand am fünften Spieltag das Auswärtsspiel beim bis dato sieglosen Aufsteiger aus Dortmund für den HTC auf dem Programm. Nach dem ersten Erfolgserlebnis der Saison am vorherigen Spieltag wollte man eigentlich an diese Leistung anknüpfen und sich mit einem weiteren Sieg ins Tabellenmittelfeld vorkämpfen. Eigentlich…

Zu Beginn der Partie spielten beide Teams munter auf: Dortmund scorte zweimal unter dem Korb und der HTC antwortete zweimal von der Dreipunktelinie (5:6; 4. Min.). Trotzdem zeigte bereits zu diesem Zeitpunkt die Herner Körpersprache, dass an diesem Tag keine Höchstleistungen zu erwarten waren. Gegen eine kompakt stehende Beton-Zone der Gastgeber präsentierte sich Herne ideenlos und lauffaul. Zusätzlich traf man in der gesamten Partie gerade mal 50% der zugesprochenen Freiwürfe (8-16), zu wenig. Immer wieder nutzten die Gastgeber die nachlässig und pomadig umgesetzte Manndeckung des HTC zu einfachen Körben und gewannen das Auftaktviertel am Ende mit 17:12 (10. Min.).
Der engagierte Einsatz von Konrad Wroblewski, der Starting-Five-Center Alex Konsek nach Leibeskräften vertrat und Irbin DeLaCruz, der sich durch viel Einsatz mehrere Ballgewinne erarbeitete, reichte nicht lange aus um den Dortmundern Paroli zu bieten. Gegen eine quasi nicht vorhandene Verteidigung legte die Unity zwischen der 14. und 23. Minute einen vorentscheidenden 23:9-Lauf aufs Parkett (45:27; 23. Min.). Lediglich Billy Mwamba hielt den Kampfgeist der Gäste mit einem Wahnsinns-Buzzerbeater von der Dreier-Linie halbwegs am Leben, allerdings bestand das Herner Offensiv-Spiel zu diesem Zeitpunkt nur noch aus undurchdachten Einzelaktionen, welche selten zum gewünschten Erfolg führten. Der Herner Coach hatte genug gesehen und bat seine Spieler zur Auszeitbesprechung, aus welcher der HTC wie ausgewechselt zurück aufs Spielfeld kam.
Angeführt von Jascha Korscheck und Daniel Pajonk legten nun die Herner einen 14:2-Run hin und spielten den Gegner plötzlich komplett an die Wand (47:41; 28. Min.). Leider trafen die Gastgeber noch vor dem Viertelende einen Dreier nach einem Stellungsfehler in der HTC-Verteidigung, aber man war zumindest wieder im Spiel (50:43; 30. Min).
Unglücklicherweise hielt die beste Herner Phase des Spiels nicht lange an. Zwar verkürzte Köhler den Rückstand zu Beginn der letzten 10 Minuten weiter auf vier Punkte, aber in den folgenden drei Minuten verfiel der HTC wieder in die gleiche lethargische Verteidigung wie zu Beginn des Spiels. Dortmund liess sich nicht lange bitten und machte mit weiteren 10 unbeantworteten Punkten den Sack vorzeitig zu (60:45; 35. Min.). Zwar kämpfte Herne sich nach einer Umstellung auf Zonenverteidigung über seine Topscorer Biermann und DeLaCruz nochmal etwas näher heran, aber die Uhr tickte bereits erbarmungslos dem Spielende entgegen. Beim Stand von 62:55 in der 39. Minute hatte sich der HTC bereits mit der Niederlage abgefunden und schenkte der Unity zum Spielende nochmals sieben leichte Punkte, welche im schlimmsten Fall noch eine fatale Folge für den Abstiegskampf der Herner haben könnten… (69:55; 40. Min.).

Fazit: Beim HTC ist momentan der Wurm drin. Nach großen Zielen, die man sich zu Saionbeginn gesteckt hatte, zeigt die Realität nun, dass die Mannschaft von Trainer Badziong meilenweit von seiner Bestform entfernt ist. Der bereits dritte Ausfall von Center und Führungsspieler Alexander Konsek im fünften Spiel, sowie das arbeitsbedingte Fehlen der Ersatzleute beim Training wiegen schwer für die Herner Basketballer. Trotzdem muss das Team in der Lage sein bei einer Kadergröße von 15 Mann diese Ausfälle zu kompensieren, vor allem gegen Teams aus dem Tabellenkeller. Coach Badziong bemängelte nach der Partie vor allem die emotionslose und unmotivierte Grundeinstellung seiner Spieler. Gerade gegen einen Mit-Abstiegskandidaten dürfe man sich nicht 30 Minuten derartig lustlos und unprofessionell präsentieren. Hätten Herne das gesamte Spiel die intensive Verteidigungs- und willensstarke Offensivleistung an den Tag gelegt, welche man nur während der 10-minütigen Aufholjagd hatte aufblitzen lassen, wäre der HTC als verdienter Sieger vom Feld gegangen. Aber dafür ist die Mannschaft leider noch nicht eigespielt und routiniert genug. Zu oft verlor man den Faden und am Ende war es zu spät um das Spiel noch zu drehen. Woran auch immer es liegen mag, dass der HTC momentan jenseits von Gut und Böse Basketball spielt, das Team sollte sich nun schnellst-möglich wieder fangen um den drohenden Abstieg zu verhindern. Noch ist genug Zeit für Coach Badziong und seine Schützlinge sich zu rehabilitieren und zu eigentlichen Leistungsstärke zurückzufinden. Die erste Gelegenheit hat man bereits in der kommenden Woche wo man zuhause gegen den ebenfalls noch sieglosen TV Unna spielt. Doch mit einer Leistung wie am fünften Spieltag wird auch dort nichts zu holen sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich Herne unter der Woche berappeln und am Wochenende aus seinem Leistungstief herauskämpfen kann…

Scoring: Biermann 13/3-6¸DeLaCruz 10/1/1-2; Köhler 8/1/1-2; Pajonk 8/2-4; Korscheck 7/1-2; Wroblewski 6; Mwamba 3/1; Konsek, D.; Kaminski (n.e.); Badziong (n.e.)

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