1. Herren: KNOTEN GEPLATZT

HTC Herren gewinnen Derby-Thriller am Lohring

VfL AstroStars 4 – Herner TC 68:72  (18:22; 13:5; 7:14; 21:18; 9:13)

Eine Woche nach der Niederlage gegen den BC Langendreer stand für die erste Herrenmannschaft des HTC bereits das nächste Derby an, dieses Mal gegen die Viert-Vertretung der Astrostars und dazu noch in der ungeliebten Halle am Bochumer Lohring…

Viel vorgenommen hatten sich die Herner Spieler um Trainergespann Badziong/Korscheck und in den ersten Minuten konnte man dies auf dem Spielfeld auch umsetzen. Eine von Beginn an hellwache und engagierte Verteidigung, sowie besonnenes und sicheres Passspiel bescherten dem HTC einen Blitzstart. Die mannschaftsdienliche Spielweise äußerte sich darin, dass in der siebten Minute bereits alle Starting-Five-Spieler gepunktet hatten. Immer wieder wurde die gegnerische Verteidigung ausgespielt und immer wieder setzten sich die Herner gegen die körperlich überlegenen Bochumer durch. Ein geschickter Mix aus Distanzwürfen und Aktionen am Brett machte in den ersten Minuten den ausschlaggebenden Unterschied (2:12; 5. Minute). Doch nach einer ersten Auswechslung und einer gegnerischen Auszeit, kam die bislang größte Schwäche des HTC in der laufenden Saison wieder zum Vorschein: die Inkonstanz! Wie in den Partien zuvor hörten die Herner Ballakrobaten urplötzlich auf ihre Stärken auszuspielen und auch in der Verteidigung lief es nicht mehr rund. Eine einfache Überlagerung, auf welche man sich eigentlich im Training zur Genüge vorbereitet hatte, wurde vom HTC mehrfach schlampig verteidigt und bescherte den Gastgebern einen 14:3-Lauf und damit die erste Führung der Partie (16:15; 9. Min.). Zwar wurde der Bochumer Aufwärtstrend nochmal von Alex Konsek und dem stark aufspielenden Irbin DeLaCruz gekontert, aber die schöne Führung war dahin (18:22; 10. Min.).

Trotz aller Bemühungen von Badziong in der Viertelpause, blieb die gute Anfangsform der Herner im zweiten Viertel weiterhin aus und es regierte das Chaos. Leichtfertig vergebene Chancen in der Offensive, sowie Nachlässigkeiten in der Verteidigung und unnötige Ballverluste sorgten für einen erneuten Run der Astrostars (28:24; 15. Min.). Aber auch die Hausherren waren in ihren Aktionen alles andere als sicher. Trotz einer schlechten Freiwurfquote und mageren fünf Punkten im zweiten Durchgang schaffte es die HTC-Fünf irgendwie das Spiel bis zur Halbzeit offen zu halten (31:27; 20. Min.).

Coach B. und Co-Trainer Korscheck versuchten in der Halbzeit an den Kampfgeist der Mannschaft zu appellieren und riefen die Mannschaftstaktiken und verschiedene Verteidigungsvarianten nochmal ins Gedächtnis des Teams. Leider erwischte der Gegner wieder den besseren Start und eine unterirdische Leistung des HTC von der Freiwurflinie (1-7 im 3. Vrtl.) sorgte dafür, dass sich daran auch lange nichts änderte (38:30; 25. Min.). Doch dann war es endlich soweit. DeLaCruz kam zurück aufs Spielfeld und sofort erhöhte der quirlige Guard die Verteidigungsleistung der kompletten Mannschaft. Immer wieder wurden die Ballführenden nun vom gesamten herner Frontcourt aggressiv in Bedrängnis gebracht und immer wieder verloren diese dadurch den Ball. In der Offensive nahm sich endlich Top-Scorer Tobias Biermann ein Herz und führte seine Farben mit sieben Punkten in Folge zu einem Viertel-beendenden 11:0-Run (38:41; 30. Min.).

Doch wer nun geglaubt hat, der HTC hätte sich gefangen und würde sich auf der Siegerstraße befinden, irrte sich gewaltig. Hochmotiviert kam der VfL aus der letzten Viertelpause, während Herne sich davon total überrumpeln ließ. Bereits nach zwei Minuten hatte Badziong die Faxen dicke und reagierte mit einer Auszeit auf die bescheidene Darbietung seiner Feldspieler (46:41; 32. Min.).

Die Starting-Five kam nun komplett zurück aufs Spielfeld und drehte die Zeit um 32 Minuten zurück zum starken Spielanfang. Über konsequent harte Verteidigung, beherzte Reboundarbeit und sichere Offensiv-Aktionen spielte Herne sich in einen Rausch und legte einen 14:6-Lauf aufs Parkett, bei dem Verteidigungsminister DeLaCruz sich einige wichtige Ballgewinne erarbeitete (52:55; 38. Minute). Allerdings gaben auch die Bochumer nicht auf und antworteten durch ihren bärenstarken Center Klüsekamp (56:55; 40. Min.). Es hieß also “Do or Die“ für den HTC-ONE und es duftete nach Sieg. Erst setzte Alex Konsek sich am Brett durch und sicherte sich auf der anderen Seite nach einem Fehlwurf den Rebound. Der VfL musste foulen um die Uhr zu stoppen und schickte Dennis Köhler an die Freiwurflinie. Dieser behielt die Nerven und brachte dem HTC eine vermeintlich sichere Führung fünf Sekunden vor dem Ende der Partie (56:59; 40. Min.). Doch eine falsch interpretierte Verteidigungsanweisung ließ den Gästen das Blut in den Adern gefrieren. Eine falsch aufgestellte Pressverteidigung wurde von Holger Ostholt durchbrochen und zu allem Überfluss traf dieser noch einen wilden Dreier aus der Umdrehung, bei der er auch noch unglücklich von Köhler gefoult wurde.

Somit hatte zwei Sekunden vor dem Ende der VfL den Sieg auf der Hand. Um Ostholt aus dem Rhythmus zu bringen, nahm Badziong eine Auszeit und tatsächlich bewies der Astrostar Nerven und vergab den entscheidenden Freiwurf. OVERTIME!!!

Nun war der Derby-Krimi perfekt und der VfL blieb seiner guten Frühform bis aufs erste Viertel treu, indem Ostholt es erneut von außen klingeln ließ (62:59; 41. Min.). Ausgerechnet jetzt zeigte Herne Nerven an der Linie und kassierte im Gegenzug sofort den nächsten Gegentreffer (64:60; 42. Min.).

Dann war aber auch Schluss mit lustig. Der HTC-ONE mobilisierte nochmal alle Reserven. Angeführt von Kampfschwein “Leonidas“ Biermann und Dennis “From Zero to Hero“ Köhler erlaubte man dem Gegner in den nächsten Minuten keinen Feldtreffer mehr, während der HTC gleich acht weitere Zähler auf dem Scoreboard verbuchte (64:68; 44. Min). Und trotzdem war der Drops noch lange nicht gelutscht. Die Astros hätten nochmal ausgleichen können, doch erneut patzten die Hausherren und trafen lediglich einen von vier Versuchen von der Freiwurflinie. Schon wieder musste der Gegner die “Stop the Clock“-Taktik anwenden, aber weder Köhler, der seinen vorherigen Fehler mit sechs Punkten in der Verlängerung wieder ausbügelte, noch der mit Abstand beste HTC-Scorer Tobias Biermann ließen sich den Erfolg jetzt noch nehmen und verwandelten kaltschnäuzig ihre Freiwürfe fehlerfrei zum ersten Saison-Sieg des HTC (68:72; 45. Min). 

Fazit: Gewonnen ist gewonnen;)

Scoring: Biermann 23/9-12; Köhler 17/1/6-8; DeLaCruz 11/1; Konsek, A. 10/4-9; Pajonk 5/1; Wenzel 4 ; Korscheck 2; Konsek, D. 0/0-2; Maull (n.e.); Chau (n.e.); Badziong (n.e.)

SONDER-ANKÜNDIGUNG

Auch wenn es nun in einen vierwöchigen Saison-Break geht, bleibt dem HTC nicht viel Zeit zu verschnaufen: Bereits am kommenden Samstag (03.10.15; 16 Uhr; MCG-Arena) heißt es für die Herner: David gegen Goliath oder anders gesagt: Am Samstag wird die zweite Runde des WBV-Pokals ausgespielt und der Gegner ist kein geringerer, als der drei Ligen höher spielende Regional-Ligist ART Düsseldorf !!!

Natürlich wäre es utopisch sich in dieser Partie Hoffnungen auf einen Sieg zu machen, aber dabei sein ist alles und wenn man das Ganze richtig angeht, kann der HTC in diesem Spiel jede Menge wichtiger Erfahrungen sammeln. Es kommt lediglich darauf an, alles zu geben um am Ende erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen zu können. Und das der HTC mit dem Rücken zur Wand am stärksten spielen kann, ist ja nichts Neues. Warten wir ab ob die junge Mannschaft zumindest diesen Joker gegen den übermächtigen Gegner aus der Altbier-Stadt ziehen kann. So oder so wird es sicherlich eine interessante Begegnung und der HTC hofft auf möglichst viel Zuschauer-Unterstützung. Der Eintritt ist selbstverständlich frei!

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