1. Herren: Trauerspiel in Unna

Peinliche Niederlage beim Tabellenletzten

TV Unna – Herner TC 61:59 (16:13; 13:13; 15:14; 17:19)

Bereits vor der Partie beschlich Trainer Badziong ein ungutes Gefühl aufgrund der Tatsache, dass einer der Schiedsrichter gleichzeitig als Spieler im Kader des direkten Abstiegsgegners aus Kaiserau stand. Leider sollte Badziong recht behalten, doch wie immer war dies nur das Tüpfelchen auf dem “i“.

Schon nach fünf Minuten hatte der besagte Schiedsrichter bereits vier fragwürdige Foulentscheidungen, darunter ein technisches ohne Verwarnung, gegen den einzigen Herner Center Kaminski gepfiffen, für den die Partie damit gelaufen war. Doch Dennis Köhler sorgte mit einer grandiosen Verteidigungsleistung gegen die Center aus Unna dafür, dass dies keinen Unterschied machen sollte. Leider waren die anderen HTC-ler zu Spielbeginn nicht in der Lage eine vergleichbar starke Defenseleistung abzurufen und die Gastgeber zogen mühelos über einen 10:0-Lauf davon (10:0; 5. Min.). Fehlende Reboundarbeit und eine unfassbar hohe Anzahl an Ballverlusten gestatteten dem TVU ohne großartige Gegenwehr das Tempo der Begegnung zu bestimmen. Kurz vor der sechsten Spielminute brach Tobias Biermann endlich den Bann und erzielte die ersten Herner Punkte. Die Einwechslung von Neuzugang Anh-Tuan Chau brachte einen weiteren Energieschub und Herne wachte langsam auf. Der blitzschnelle Chau sorgte mit starker Verteidigung und intelligenten Offensivaktionen dafür, dass Herne sich zurück in die Partie kämpfte. In geschicktem Zusammenspiel mit Jascha Korscheck erzielten die beiden Flügelspieler zusammen 11 der 13 Erstviertel-Punkte des HTC (16:13; 10. Min.).
Anstatt jedoch da anzusetzen, wo man im ersten Viertel aufgehört hatte, schaltete Herne im zweiten Durchgang erstmal wieder einen Gang zurück. Mehrere Nachlässigkeiten bescherten den Hausherren erneut einen Zwischenspurt zum Viertelbeginn (24:13; 14. Min). Anstatt die Vorgabe des Coaches zu befolgen und den Weg zum Korb zu suchen, feuerte der HTC bei jeder Gelegenheit von außen und dies kontinuierlich trotz einer desolaten Wurfquote an diesem Tag. Ebenfalls vergleichbar mit dem ersten Viertel war jedoch die Leistungssteigerung des HTC unmittelbar nach Badziongs zweiter Auszeit. Plötzlich wurde verstärkt der Weg zum Korb gesucht und das mit Erfolg. Erfolgreiche Aktionen von Biermann und Korscheck, so wie eine zur Abwechslung mal sehr gute Teamleistung von der Freiwurflinie (1.HZ: 13-14) hielten Herne im Spiel (29:26; 20. Min.).
In der zweiten Halbzeit wollte der HTC die bisherigen Fehler ausmerzen und kontrollierter gute Chancen herausarbeiten. Doch erneut gab es ein böses Déjà-vu. Wieder gingen die Herner Spieler zu unkonzentriert aufs Spielfeld und verstrickten sich mehrfach in Einzelaktionen oder verloren unnötig den Ball. Und erneut bedankte sich der TVU mit einem Lauf. Zu allem Überfluss bekam Herne vom Kaiserauer Schiedsrichter noch ein weiteres technisches Foul angehängt, wodurch der Rückstand auf 12 Punkte anstieg (42:30; 26. Min.). Glücklicherweise war die Viertelmitte damit erreicht und der HTC begann wieder Basketball zu spielen. Der stark aufspielende Billy Mwamba netzte einen Buzzerbeater von außen ein und auch der an diesem Tag glücklose Köhler trug mit einem Dreier seinen Teil zu einem Viertel-beendenden 10:2-Lauf seiner Farben bei (44:40).
Die letzten 10 Minuten begannen dann endlich mal nicht mit einem Fehlstart für die Gäste. Doch in der vierten Minute ließen die Herner Guards ihre bis dato überragende Verteidigungsleistung kurzzeitig etwas schleifen und bekamen dafür prompt die Quittung in Form von zwei gegnerischen Dreiern (52:44; 34. Min.). Zu allem Überfluss bekam Biermann noch einen Ellenbogen ins Gesicht und musste das Spiel mit einem Cut an der Lippe vorzeitig beenden. Traurigerweise wurde nicht mal dieser harte Kontakt vom Kaiserauer Schiedsrichter als Foul geahndet…
Doch vielleicht war es genau diese Aktion, die den Herner Kampfgeist wiederbelebte!?!
Gute Anspiele von Daniel Pajonk, viel Zug zum Korb und eine weiterhin gute Freiwurfquote (4.Vrtl.: 7-10) brachten dem HTC in der 38. Minute die erste Führung des Spiels (54:55). Anstatt jedoch nun geduldig über ein System zum Korb zu gelangen überdrehte der HTC und nahm mehrmals voreilige Würfe, welche allesamt ihr Ziel verfehlten. Dies hätte man noch verschmerzen können, aber es kam noch schlimmer: Der Frust über die eigene Unfähigkeit das Spiel vorzeitig zu entscheiden resultierte zusätzlich in mangelhafter Verteidigung und Unna erspielte sich über einen finalen 7:0-Lauf die Führung zurück (61:55; 39. Min.). Zwei starke Drives zum Korb von Topscorer Korscheck brachten Herne nochmal auf Tuchfühlung und nach der erfolgreichen Stop-the-clock-Taktik hätte man im letzten Angriff sogar noch ausgleichen können. Doch eine überhastete Offensivaktion konnte nur noch durch einen Outletpass gerettet werden. Der Herner Dreier zum Sieg fiel jedoch leider nicht durch den Ring (61:59; 40. Min.).

Fazit: Fünf Spieltage vor Saisonende befindet sich der HTC zwar noch auf Platz neun der Tabelle, jedoch nur durch den direkten Vergleich von den punktgleichen Verfolgern aus Kaiserau(!) und Kamen getrennt. Auf eben diese beiden Gegner trifft man an den beiden nächsten Spieltagen und ist somit zum Siegen verdammt. Allerdings sollte der HTC bis dahin besser zu alter Stärke zurückfinden. Mit einer katastrophalen Leistung wie in Unna jedoch wird in dieser Spielzeit kein Blumentopf mehr zu gewinnen sein. Doch mit dem Rücken zur Wand war Herne bislang immer am stärksten…
Ob es gelingt die wichtigsten Partien der Saison über eine konstant konzentrierte Leistung und einen gestärkten Teamzusammenhalt und Kampfgeist zu gewinnen, wird sich erstmals in der kommenden Woche zeigen (21.02.16; 18 Uhr; MCG-Arena)…

Scoring: Korscheck 17/7-8; Biermann 16/2-2; Chau 9/7-10; Pajonk 7/1/2-2; Mwamba 5/1/2-2; Köhler 5/1/2-2; DeLaCruz; Kaminski; Badziong (n.e.)

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