1. Herren: Und täglich grüßt das Murmeltier

Herner TC verliert Defizit-Derby an der Freiwurflinie

Herner TC – BC Langendreer 60:62 (16:14; 16:14; 14:14; 14:20)

Durch den Rückzug der Schwerter TS begann die Rückrunde der aktuellen Saison für den HTC erst am 13. Spieltag mit dem Derby gegen den BC Langendreer. Der Gegner trat mit acht Spielern an, während Herne mit 10 Spielern nach einigen Personalproblemen endlich wieder auf einen tieferen Kader zurückgreifen konnte. Doch diesen kleinen Vorteil sollte der Schiedsrichter, der aus seiner persönlichen Verbundenheit zum BCL keinerlei Hehl machte, im Spielverlauf egalisieren und somit für Chancengleichheit sorgen…

Die Partie begann bereits sehr zerfahren, wie meistens wenn diese beiden Lokalkonkurrenten aufeinandertreffen (4:4; 5. Min.). Herne versuchte von Anfang an seine Vorteile unter dem Korb auszunutzen, was leider selten gelang. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte man erkennen, dass die einseitigen und teilweise äußerst fragwürdigen Pfiffe des Schiedsrichters eine zusätzliche Hürde für das Heimteam darstellen sollten, wodurch man bereits in der vierten Minute das vierte Teamfoul kassierte. Doch im ersten Durchgang sollte dies keine Rolle spielen. Viel größeres Kopfzerbrechen bereitete Trainer Brackmann der gegnerische Flügelspieler Koehn, welcher 12 der 14 BCL-Punkte im ersten Viertel erzielte und seine Farben somit im Alleingang im Spiel hielt. Doch so leicht lässt Herne sich nicht einschüchtern und Alex Konsek erkämpfte mit sechs Punkten in Folge die Führung zurück (16:14; 10. Min.).

Im zweiten Viertel kam dann etwas mehr Schwung ins Spiel. Jörg Klems und Irbin DeLaCruz brachten frische Energie von der Bank und sorgten mit viel Einsatz dafür, dass der HTC sich leicht absetzen konnte (27:20; 16. Min.). In den letzten drei Minuten bekamen die Gäste sechs Freiwürfe zugesprochen, während bei identischen Aktionen auf der anderen Seite die Pfeife des “Offiziellen“ stumm blieb! Doch fairerweise nahm der BCL daraus lediglich zwei Punkte mit. Allerdings wurde das Herner Spiel durch diesen äußeren Einfluss immer unsicherer, wodurch man lediglich mit 32:28 in die Halbzeit ging (20. Min.).

Die zweite Halbzeit eröffnete Rückkehrer Felix Wenzel mit fünf Punkten in Folge und spornte seine Mitspieler somit zusätzlich an (37:28; 22. Min.). Zwar konterte der BCL postwendend (37:33; 23. Min.), doch der bis zu diesem Zeitpunkt recht unauffällig gebliebene Pajonk hielt nun konsequent dagegen und Neuzugang Dennis Köhler erhöhte die Herner Führung mit einem Dreipunkte-Treffer erstmals auf neun Punkte (42:33; 27. Min). Doch wie immer wenn Herne sich in diesem Spiel absetzte, bekamen die Gäste unverhoffte Unterstützung. Erneut bekam Langendreer in der Schlussphase des Viertels acht Freiwürfe zugesprochen, während Herne leer ausging. Zum Glück für die Brackmannsche Truppe konnte der BCL diese “Geschenke“ wiederholt nur minimal nutzen. Doch durch diesen Umstand stieg die Foulbelastung der Lokalmatadoren konsequent, wodurch Domenikus Konsek nach nur fünf Spielminuten(!) mit fünf Fouls aus dem Spiel ausschied. Die Nerven bei Herne lagen blank, was sich logischerweise auch auf das Spielgeschehen auswirkte und durch einen Absprachefehler in der Verteidigung zu einem Drei-Punkte-Buzzerbeater der Gäste führte (46:42; 30. Min.). Das Spiel war wieder offen und es bahnte sich ein Krimi an…

Im Schluss-Viertel zeigte dann Tobias Biermann endlich etwas von seinem Können und erzielte direkt acht der 10 Herner Punkte zwischen der 30. Und 32. Minute und sorgte so für die höchste Herner Führung (52:42; 32. Min.). Der HTC wähnte sich auf der Siegerstraße und der BCL fand keine Antwort mehr, doch dafür jemand anderes…

Nachdem Biermann ungeahndet gefoult wurde, bekam der Herner Center nach einer lediglich sachlichen Rückfrage direkt zwei technische Fouls angehängt und musste das Spiel ebenfalls verlassen. Zusätzlich wurde ein Bochumer Korb während dieser Spielunterbrechung gewertet! Langendreer erzielte dadurch neun Punkte in Folge und das Spiel stand wieder auf Messers Schneide (52:51; 33. Min.). Angesichts dieses unfairen Eingriffs in das Spielgeschehen, war Herne der Verzweiflung nahe und die Nervosität nahm Überhand. Doch Daniel Pajonk und Felix Wenzel ließen sich nicht beirren, zogen nun immer wieder beherzt zum Korb und hielten das Spiel somit weiterhin offen (56:56; 38. Min.). Doch wie im gesamten Spielverlauf bekam der HTC unter dem gegnerischen Korb trotz unsauberer Verteidigung der Gäste nahezu keine Freiwürfe zugesprochen, weswegen man nicht erneut in Führung gehen konnte. Doch spielerisch waren die Gäste ebenfalls am Ende, wodurch diesen nur noch der unsportliche Ausweg blieb. Nach zwei Tätlichkeiten bekam der BCL nun auch zwei technische Fouls gepfiffen, woraus der HTC jedoch nur einen Punkt erzielte. Aufgrund des Verhaltens der Bochumer “Heißsporne“, war der Schiri-Bonus nun nahezu aufgebraucht, trotzdem erzielten die Gäste fünf ihrer letzten sieben Punkte von der Freiwurflinie. Nun bekam der HTC aber zumindest ebenfalls seine Chancen, das Spiel per Freiwurf zu entscheiden, konnte diese jedoch nicht nutzen. Von den letzten sechs versuchen fanden lediglich zwei ihr Ziel, wohingegen Langendreer ausgerechnet jetzt hochprozentig traf und damit den Sieg sicherte (60:62; 40. Min.).

Fazit: Nach wochenlangen, personellen Engpässen, hat sich die Situation beim Team von Trainer Brackmann endlich wieder normalisiert. Die Trainings- und Spielbeteiligung steigt wieder und sowohl die Rückkehr von Leistungsträger Felix Wenzel, als auch der starke Neuzugang Dennis Köhler lassen darauf hoffen, dass der HTC in dieser durchwachsenen Saison (3S/8N) doch noch zu alter Stärke zurückfindet. In diesem Spiel war es dafür leider noch zu früh. Doch auch wenn die offenkundig einseitige Leitung des Spiels durch den Schiedsrichter starken Einfluss auf das Herner Spiel hatte, so hätte man mit einer konzentrierteren Leistung trotzdem als Sieger vom Parkett gehen können. Auch wenn es extrem auffällig war, dass immer der selbe Schiedsrichter die Entscheidungen gegen Herne traf und dies immer wenn Herne sich etwas absetzen konnte, war es am Ende doch die Summe der Nachlässigkeiten die zur Niederlage führten. Natürlich ist es ärgerlich, dass der HTC fast doppelt so viele Fouls angehängt bekam, wie der BCL (HTC: 27 Fouls / BCL: 15 Fouls) und das fast immer bei Korbaktionen (HTC: 9-14 FW / BCL: 16-29 FW), doch dafür blieben auch zuviele gute Korbchancen ungenutzt und zu oft wurde der Ball unnötig verloren. Besonders ärgerlich war das unberechtigt vorzeitige Ausscheiden von Biermann und Konsek, welche zuvor starken Einfluss auf das Herner Spiel hatten, aber auch dies hätte besser kompensiert werden können, als es der Fall war. Trotzdem ist dies kein Grund die Köpfe in den Sand zu stecken. Von der Eingespieltheit her hatte der BCL sicherlich Vorteile und trat aufgrund der positiven Saison (7S/5N) auch selbstbewusster auf. „In den nächsten Wochen muss man daran arbeiten, wieder zurück in die Spur zu finden um zukünftig auch wieder die “hitzigen“ Spiele gewinnen und damit vielleicht noch für die ein oder andere Überraschung sorgen zu können. Dass die Mannschaft dazu in der Lage ist, steht ausser Frage!“, so Benedikt Badziong.

Scoring: Konsek 13/3-5; Pajonk 13/3-4; Biermann 12; Wenzel 10/1/3-5; DeLaCruz 5/1; Köhler 3/1; Konsek, D. 2; Badziong 2; Klems, Mwamba.

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