Ireti Amojo schießt die Eisvögel ab

Was für ein Horrorstart für den Herner TC in Freiburg. Ireti Amojo muss verletzt raus, die Eisvögel führen zweistellig. Doch Amojo und der HTC kamen zurück.

USC Eisvögel Freiburg - Herner TC 68:81

Viertel: 17:16,18:20,14:17,19:28.

USC: K. Williams (17), Dzirma (11), A. Williams (15), Pullins (14), Hoffmann (6), Hodapp (5), Ilmberger, Ouedraogo, Schipek, Wieczorek, Zehender.

Freiwurfquote: 38 % (6/16). Feldwurfquote: 37 % (30/81). Rebounds: 52 (Def: 23; Off: 29).

HTC: Amojo (23), Mersch (16), Slavova-Naneva (11), Greinacher (10), Davis (9), Karic (8), van der Velde (4), Harris, Lappenküper.

Freiwurfquote: 77 % (21/27). Feldwurfquote: 50 % (29/57). Rebounds: 36 (Def: 27; Off: 9).

Viel schlimmer kann ein Basketballspiel nicht losgehen: Nicht einmal zweieinhalb Minuten waren am Samstagabend in der Freiburger Uni-Sporthalle zwischen den Eisvögeln Freiburg und dem Herner TC gespielt, als Hernes Ireti Amojo beim Stand von 2:2 unter dem gegnerischen Korb liegen blieb, verletzt ausgewechselt werden musste.

Der HTC fand dann überhaupt nicht ins Spiel, leistete sich Ballverluste und Fehlpässe, fing keinen Rebound, die erste Auszeit verpuffte wirkungslos – nach gut fünf Minuten stand es 10:2 für die Außenseiter, die Eisvögel. „Das Ergebnis, ob 10:2 oder später 14:4, hat uns nicht so große Sorgen gemacht, viel schlimmer war die Verletzung. Amojo hat einen Lauf und wir sind nicht so breit besetzt. Das hätte wehgetan. Zum Glück war es dann doch nur eine leichte Zerrung“, rekapitulierte Trainer Marek Piotrowski die Anfangsphase.

Nach dem Play-Off-Aus im Frühjahr war der Herner TC sowieso nicht mit den besten Erinnerungen nach Freiburg gefahren und dann auch noch dieser Horrorstart – am Ende waren das nur Randnotizen. Weil die Eisvögel aus ihren Reboundvorteilen nichts machten (19 Offensivrebounds in der ersten Halbzeit) und auch zweite und dritte Versuche oft vergaben, nur etwa jeden dritten Freiwurf versenkten. Weil der HTC auf der anderen Seite starke fünfzig Prozent aus dem Feld traf. Und weil Amojo zurückkam und Herne auf die Siegerstraße brachte.

68:81 stand es am Ende, ein Sieg der Effizienz und der individuellen Klasse.

Sonja Greinacher war es, die zunächst Verantwortung übernahm, in den ersten sieben Minuten alle sechs HTC-Punkte erzielte. Von ihr angeführt setzte der HTC zu einem 12:0-Lauf von 14:4 auf 14:16 an, das erste Viertel verlor der HTC nur, weil Slavova-Naneva die Shotclock nicht ablaufen ließ und im Gegenzug Elli Dzirma mit dem ersten Dreier der Partie das 17:16 für Freiburg erzielte.

Freiburg baute die Führung aus (22:17), mit Anna Lappenküper und erstmals Alexis Harris auf dem Feld wechselte die Führung hin und her, bis der HTC mit dem knappsten aller Vorsprünge in die Pause ging: 36:35.

Mit viel bissigerer Defense kam Herne zurück: Lea Mersch nahm Freiburgs Dzirma in Einzelhaft, die anderen zwangen die Eisvögel zu vielen Fehlwürfen. Und vorne traf Ireti Amojo fast alles: Freiwürfe, Fastbreaks, Nahdistanz, Mitteldistanz, ein Dreier –13 Punkte schickte Hernes Nummer zwei im dritten Abschnitt durch die Reuse und holte die Eisvögel damit vom Himmel.

Mit vier Punkten Vorsprung ging Herne in den letzten Abschnitt, in dem der HTC seine ganze Klasse ausspielte. Weder die Ganzfeldpresse noch der Versuch, den HTC an der Freiwurflinie Fehler machen zu lassen, glückte den Eisvögeln. Angeführt von Kapitänin Emina Karic, die alle ihre acht Punkte im vierten Viertel erzielte, zog der HTC zum angesichts des Spielverlaufs etwas zu deutlichen 81:68-Erfolg davon.

Piotrowski war mit dem Erfolg zufrieden: „Wir hatten Probleme mit dem sehr aggressiven Pressing der Gegnerinnen und Probleme am Brett. Aber am Ende waren wir einfach abgebrühter.“

25.10.2015 / Philipp Zier / WAZ Herne

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