Klarer Sieg nach hartem Kampf

Die HTC-Damen müssen beim 83:61 starken Marburger Widerstand brechen. Greinacher und Palmer glänzen mit Double-Double, auch Dikes spielt groß auf.

Herner TC - BC Pharmaserv Marburg 83:61 (23:18, 19:17, 20:16, 21:10)

HTC: Greinacher (20/2 Dreier, 10 Rebounds), Dikes (18/1), Palmer (14/2, 10 Reb.), Bellock (13), Amojo (9/2), Arthur (4), Kerin (2), Van der Velde (2), Mahlknecht, Pooch, Krizanovic. Wurfquote: 40 % (29/73); Freiwurfquote: 78 % (18/23); Rebounds: 50 (26 defensiv, 24 off.).

BCM: Voynova (15), Greunke (11), Baker (9), Bradley (8/1), Yohn (8), Schaake (8), Köppl (2), Wilke, Sola, Barra. Wurfquote: 41 % (27/66); Freiwurfquote: 60 % (6/10), Rebounds: 32 (21 def., 11 off.).

Hatte Marburgs Coach Patrick Unger also doch recht, als er im Vorfeld die Rolle des „Underdogs“ für sein Team reklamierte? Das Ergebnis spricht dafür, der Spielverlauf weniger. Zwar lag der Herner TC von der ersten bis zur letzten Minute vorne, doch die Dolphins aus Marburg hielten hartnäckig dagegen, blieben lange auf Schlagdistanz und gerieten erst entscheidend ins Hintertreffen, als sich Unger selbst in der 28. Minute sein zweites „Technisches“ einhandelte und die Halle verlassen musste. So durften die Hernerinnen mit ihren begeisterten Fans am Ende einen klaren Sieg bejubeln, der ihre eigene famose Leistung belohnte, aber auch den aus Gästesicht unglücklichen Spielverlauf widerspiegelte.

Ähnlich sah es HTC-Trainer Marek Piotrowski, der Marburg auch nach dem Spiel als „Gegner auf Augenhöhe“ einstufte und sich gerade deshalb über die 22 Punkte Abstand freute. „Das ist auch für den direkten Vergleich wichtig“, rechnet er weiter mit einem ganz engen Rennen um die Playoff-Plätze. Für sein Team hatte er ein dickes Kompliment parat. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft nach zwei knappen Niederlagen unbedingt gewinnen wollte, um in der Verfolgergruppe zu bleiben. Sie war gut vorbereitet und hat alles umgesetzt, was wir machen wollten.“

Dabei profitierte der HTC von seinem Blitzstart. Gleich in der ersten Minute stopften zweimal Sonja Greinacher und Haiden Palmer den Ball in den Gästekorb, und erst nach Greinachers drittem Treffer zum 8:0 tilgte Diana Vojnova die Null bei den Dolphins (3.). Die bulgarische Centerin war die Erste, die richtig dagegen hielt, riss ihre Kameradinnen aber mit ihrem robusten Auftreten schnell mit, so dass es der HTC einfach nicht schaffte, die Führung in den zweistelligen Bereich auszudehnen.

Nachdem Bradley das erste Viertel mit einem Korbleger zum 23:18 beendet hatte, kamen die Gäste mit viel Selbstvertrauen zurück aufs Parkett und machten sich daran, den Herner Vorsprung weiter abzuknabbern. Beim 26:25 (14.) waren sie fast dran, das Spiel schien zu kippen. Höchste Zeit für Ireti Amojo, ihr Visier neu zu justieren. Hatte Hernes Nationalspielerin bis dahin einige Fahrkarten geschossen, so versenkte sie jetzt einen Dreier zum 29:25 und verschaffte ihrem Team wieder etwas Luft. Die groß aufdrehende Zhane Dikes mit vier und Caro Van der Velde mit zwei Punkten ließen den HTC wieder davonziehen, ehe erneut Amojo mit zwei Freiwurfpunkten für die erste zweistellige Führung sorgte (37:27/17.).

Zur Halbzeit lag Herne mit sieben Punkten vorne – zu wenig nach dem Geschmack des Vorsitzenden Wolfgang Siebert, der durchaus noch eine Wende befürchtete. Zu Recht. Denn weil Schaake zweimal traf und der HTC auch die flinke Tonisha Baker mehrfach fast ungehindert zum Korb ziehen ließ, war Marburg beim 47:43 (24.) wieder dran. Doch die erneute Aufholjagd hatte Kraft gekostet, zumal die Gäste komplett auf Dreier ihrer angeschlagenen und wirkungsvoll bekämpften Shooterin Katlyn Yohn verzichten mussten.

Herne verteidigte nun bissiger und hatte im Angriff mehr Optionen. Palmer und Greinacher, die beide ein Double-Double schafften, beendeten binnen weniger Sekunden mit fünf Punkten zum 52:43 das Marburger Aufbegehren, und als Unger kurz darauf seinen Platz räumen musste, ließen die Dolphins dann doch ihre Flossen hängen. So fühlte sich der wichtige Sieg für die HTC-Damen am Ende schon wie ein kleiner Triumph an.

06.10.2016 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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