Piotrowski vermisst jede Gegenwehr

Bundesliga-Damen des Herner TC versagen total und gehen in Hannover mit 58:80 unter. Jetzt droht sogar noch ein Abrutschen auf den siebten Platz.

TK Hannover - Herner TC 80:56 (27:24, 18:9, 18:12, 17:11)

TKH: Grigoleit (20/1 Dreier), Richter (17/3), Thimm (14/2), Jeltema (12/1, 9 Rebounds), Gobeljic (9/1), Mihalyi (6), Schreck (2), Bartsch, Arndt, Zschorno.

HTC: Palmer (13/3), Bellock (13), Greinacher (8, 11 Reb.), Arthur (6), Dikes (5), Takács (4/1), Kerin (3/1), Amojo (2), Karic (2), Mahlknecht.

Statistik (TKH – HTC): Feldwurfquote: 43 % (24 von 65) – 35 % (18/51); Freiwurfquote: 85 % (24/28) – 75 % (15/20); Rebounds: 31 (23 defensiv, 8 off.) – 33 (24 def., 9 off.); Turnover: 12 – 19.

Selten war Marek Piotrowski so angenagt. „Unsere Leistung war besch...“, fluchte der Trainer der Herner Bundesliga-Basketballerinnen nach dem letzten Auswärtsspiel der Hauptrunde. „Wir haben uns von Hannover komplett den Schneid abkaufen lassen.“ Das Ergebnis wirkte wie eine schallende Ohrfeige. Die HTC-Damen haben es nicht nur verpasst, sich vorzeitig den fünften Platz zu sichern, sie haben auch den direkten Vergleich mit Hannover in den Sand gesetzt. Geht nun auch das letzte Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Keltern verloren, droht sogar ein Abrutschen auf den siebten Platz. Und dann ginge es gleich in der ersten Playoff-Runde gegen Keltern – keine schönen Aussichten.
Wieder einmal schafften es die Hernerinnen nicht, in einem wichtigen Spiel auch nur ansatzweise ihr Potenzial abzurufen. Dabei begann die Partie gar nicht so schlecht. Stefanie Grigoleits Dreier nach nur zwölf Sekunden beantwortete Haiden Palmer umgehend mit einem ebenfalls erfolgreichen Distanzwurf, und nach drei Körben von Rachel Arthur lag der HTC in der vierten Minute mit 9:5 vorn.
Doch der gute erste Eindruck trog. Kaum schickte TKH-Trainer Rodger Battersby die erfahrene Doro Richter aufs Parkett, änderten sich die Kräfteverhältnisse nachhaltig. Mit acht Punkten in knapp zwei Minuten brachte die frühere Nationalspielerin den Turn-Klubb mit 17:14 in Führung (6.), von da an lief der HTC nur noch hinterher. „Wir wussten, dass Hannover sehr kampfbetont spielt. Trotzdem haben wir uns von dem aggressiven und dominanten Auftreten einschüchtern lassen“, vermisste Piotrowski bei seinen Ladies jegliche Gegenwehr. Weil Kata Takács Sekunden vor Schluss „für drei“ traf, hielt sich der Rückstand nach dem ersten Viertel in Grenzen. „Aber wenn man 27 Punkte kassiert, hat man keine Defense gespielt“, war Piotrowski dennoch unzufrieden.
Im zweiten Viertel spielte Herne auch keine Offense mehr. Nach 3:05 Minuten gelang Kristi Bellock der erste Korb, auf den zweiten musste der HTC weitere drei Minuten warten. Palmers dritter Dreier verkürzte den Rückstand zwar noch einmal in den einstelligen Bereich, doch lange blieben die Gäste nicht in Schlagdistanz. Und auch als Bellock und Amojo die zweite Halbzeit mit vier Punkten zum 45:37 (21.) eröffneten, war das nur ein kurzes Aufbegehren. Danach ging die Partie schnell den Bach runter. „Am Ende haben wir gegen einen starken Gegner auch in der Höhe verdient verloren“, räumte Trainer Piotrowski ein.

12.03.2017 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

Zurück