Salomaa führt HTC auf die Siegerstraße

Zum letzten Heimspiel der Hinrunde tischten Hernes Basketball-Ladys zwar kein Festmahl auf, ihre zahlenden Gäste gingen aber dennoch zufrieden nach Hause. Die ehrliche Hausmannskost, deftig gewürzt, aber eher sparsam garniert, hatte durchaus geschmeckt. Vor allem aber hatte sie satt gemacht und damit ihren wichtigsten Zweck erfüllt. Mit zwei weiteren Punkten auf dem Konto lässt sich von einem schönen dritten Platz aus zufrieden auf die Hinrunde zurückblicken.

Herner TC - TH Wohnbau Angels 63:53  (13:20, 22:8, 14:19, 14:6)

HTC: Salomaa (16/3 Dreier), Amojo (11/1), Davis (10/2), Slavova-Naneva (8, 9 Rebounds), Barnes (6), Wright (4), Karic (4), Müller 84), Van der Velde.

Wurfquote Feld: 34 % (21/61). Freiwurfquote: 83 % (15/18).

Rebounds: 29 (20 defensiv, 9 offensiv).

Angels: Raincock-Ekunwe (20, 190 Rebounds), Jeltema (17/1), Womack (7), Georgieva (5), Parsons (2), Geiselsöder (2), Szittya, Högg.

Wurfquote Feld: 37 % (19/52). Freiwurfquote: 82 % (14/17). 

Rebounds: 43 (31 defensiv, 12 offensiv). 

Marek Piotrowski traf dann auch den Punkt, als er später von einem „reinen Arbeitssieg“ sprach. „Spielerisch haben wir sicher schon Besseres gezeigt, viele sind unter ihren Möglichkeiten geblieben. Aber vom Kämpfen und Fighten her war das schon klasse, und wir haben auch verdient gewonnen“, bilanzierte der Herner Trainer. „Und am Ende zählen eben nur die Punkte.“ 

Bis die unter Dach und Fach waren, bedurfte es allerdings 40 Minuten harter Arbeit. Mehrfach wechselte die Führung, und bis zum 53:51 in der 34. Minute ließ sich kaum vorhersagen, wohin sich die Waage neigen würde. Dann blieben die Gäste fünf Minuten ohne Korberfolg, und der HTC setzte sich auf 61:51 ab. Jetzt erst konnten sich die Fans auf den Rängen entspannen und die Schlussminute stehend und Beifall klatschend genießen. 

Im ersten Viertel sah es gar nicht nach einem guten Ende für Herne aus. Beide Teams begannen nervös und gingen bei ihren ersten drei Angriffen leer aus, dann erst brach Ireti Amojo mit einem Dreier den Bann. Doch aus dem 3:0 (3.) wurde bald ein kleiner Rückstand, der bis auf acht Punkte (9:17/8.) anwuchs und bis zum Viertelende kaum verkürzt werden konnte. Mehr Sorgen noch als das 13:20 aber bereitete den Hernern der Blick auf die Foulstatistik: Im Bemühen, die geschmeidige und sprunggewaltige Centerin Nayo Raincock-Ekunwe zu neutralisieren, hatten Radostina Slavova-Naneva und Teya Wright jeweils drei Fouls angehäuft und sich somit lange Pausen auf der Bank gesichert. 

Immerhin konnte Herne nachlegen und die beiden Innenspielerinnen fast ohne Qualitätsverlust ersetzen. Vergleichbares gab die Nördlinger Bank nicht her. Als sich Melissa Jeltema ebenfalls mit drei Fouls auf die Bank setzte und Gäste-Trainer Pat Bär zudem Raincock-Ekunwe eine schöpferische Pause gönnte, war mit den Angels nicht mehr viel los. Sofort blies HTC-Regisseurin Quenice Davis mit einem Dreier zur Attacke, und dann begann die große Zeit der Henna Salomaa. Mit zwei Dreiern binnen weniger Sekunden brachte die Finnin den HTC wieder in Führung (24:22/14.), kurz vor der Pause lag Herne erstmals zweistellig vorn (35:24/19.). 

Entschieden war der Kampf des tiefer besetzten Teams gegen zwei mäßig unterstützte Topspielerinnen damit aber nicht. Im Gegenteil, die Angels meldeten sich mit einem 11:2-Lauf aus der Pause zurück und waren beim 37:39 (24.) wieder vorn. Und nur der fleißig punktenden Salomaa war es zu verdanken, dass der HTC nicht weiter ins Hintertreffen geriet. Stattdessen blieb es ganz eng. Erst als Raincock-Ekunwe langsam die Kraft ausging, konnten die Hernerinnen sich den entscheidenden Vorsprung erarbeiten. Spät, aber nicht zu spät für einen gelungenen Hinrundenabschluss.

30.11.2014 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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