Schwache Defense führt HTC-Damen ins Verderben

Marek Piotrowski beklagt nach dem 72:78 in Chemnitz eine grottenschlechte Leistung. Erkrankte Sonja Greinacher wird schmerzlich vermisst.

ChemCats Chemnitz - Herner TC 78:72

Viertel: 14:19, 17:23, 20:10, 27:20.

ChemCats: Hempe (26, 9 Rebounds), Conwright (23/1 Dreier), Vidal Geneve (16/1), McQuade (4), Mossong (4), Peroche (4), Böhmke (1), Gröning, Borchers.

Wurfquote Feld: 42 % (26 von 61); Freiwurfquote: 88 % (24/27); Rebounds: 25 (15 defensiv, 10 offensiv).

HTC: Palmer (15/3), Dikes (14/1), Amojo (13), Bellock (10), Takács (8), Mahlknecht (6), Kerin (3/1), Arthur (3), Van der Velde.

Wurfquote: 46 % (30/65); Freiwurfquote: 70 % (7/10); Reb.: 37 (15 def., 22 off.).

Es dürften lange und freudlose Stunden gewesen sein, die Hernes Bundesliga-Basketballerinnen gestern Abend auf der 500 km langen Rückfahrt aus Chemnitz verbracht haben. Ihr Trainer Marek Piotrowski jedenfalls war nach der so unerwarteten wie unnötigen Niederlage bei den ChemCats ziemlich stinkig. „Nach der Pause haben wir den Spielbetrieb komplett eingestellt“, schimpfte er. „Das war grottenschlecht.“

Dass Sonja Greinacher wegen einer Grippe absagen musste, wollte der HTC-Coach nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Sicher hat sie uns gefehlt. Aber sie ist auch nur ein Teil der Mannschaft, und bis auf Emina Karic waren alle anderen da. Da kann es nicht sein, dass wir nach einem schön erkämpften Sieg gegen Marburg die Punkte in Chemnitz einfach verschenken.“

Damit ist der HTC ins Mittelfeld der Tabelle abgerutscht und muss aufpassen, die Hinrunde überhaupt mit einem positiven Spielverhältnis abzuschließen – eine unangenehme Situation, in die sich der HTC selbst hinein manövrierte. Denn die sächsischen Katzen waren keineswegs so wild, dass sie nicht zu bändigen gewesen wären. Zur Pause lag der Favorit aus dem Westen jedenfalls mit elf Punkten vorne, ohne sich dabei mit Ruhm bekleckert zu haben. „Das war okay, aber auch nicht richtig gut“, blickte Piotrowski auf die erste Spielhälfte zurück. Eine ordentliche Trefferquote, die Überlegenheit bei den Rebounds und eine passable Defense reichten, um mit 42:31 auf die Siegerstraße einzubiegen.

Was die HTC-Ladys nach Wiederbeginn veranstalteten, gab allerdings Rätsel auf. Binnen vier Minuten kamen die Cats auf einen Punkt heran, beim 47:46 (28.) übernahmen sie die Führung, die hernach ständig wechselte. Durch Haiden Palmers Dreier zum 57:63 (34.) zog der HTC noch einmal etwas davon, lag in vorletzter Minute noch mit 72:69 vorn, danach ging nichts mehr. Ballverluste und Fehlwürfe in der Offense und eine Defense, die sich nur durch Fouls zu helfen wusste, bescherten den Katzen noch einen unerwarteten Sieg.

13.11.2016 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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