Sensations-Start trägt den HTC ins Halbfinale

Schon nach dem ersten Viertel führt der Herner TC gegen die SV Halle Lions mit 31:7 und hat dann kaum Mühe, das Entscheidungsspiel und die Serie für sich zu entscheiden.

Herner TC - SV Halle Lions 87:59 (31:7, 16:20, 19:19, 21:13)

HTC: Amojo (7/1 Dreier), Boddie (8), Fikiel (16/12 RB), Greinacher (21/2/11 RB), Karic (8), Lappenküper (5), Mersch (10), Takács (10/2), Van der Velde (2).

SVH: Engeln (10), Hartmann (2), Henningsen, Horn (13), McCarthy (12/1), Müller, Pressley, Schinkel, Tarasava (22/3).

Feldwürfe: 55% (29/52) - 33% (22/65). Freiwürfe: 88% (24/27) - 84% (11/13). Rebounds: 42 (35 def./7 off.) - 23 (15/8). TO: 18 - 12 Steals: 7-7. Ass.: 8-4.

Partystimmung in der MCG-Arena schon nach zehn Minuten -- so ein Auftaktviertel haben die Fans des Herner TC wohl noch nie geboten bekommen, schon gar nicht in einem Playoff-Spiel gegen einen starken Gegner.
Mit einer sagenhaften 31:7-Führung beendete der HTC die ersten zehn Minuten im entscheidenden Viertelfinalspiel gegen die SV Halle Lions – das war der Grundstein für den souveränen Einzug ins Halbfinale, wo an den beiden kommenden Wochenende die Saarlouis Royals auf den HTC treffen werden.
Und das ging so: Beide Teams starteten nervös, doch mit dem siebten Angriff des Spiels sorgte Sonja Greinacher für die ersten Punkte des Tages – für Herne, und zwar gleich für drei. Greinacher legte direkt zwei weitere nach, Kata Takács erhöhte mit dem nächsten Dreier, 8:0. Die Herner Nervosität war wie weggeblasen, die Löwinnen aus Halle dagegen wussten nicht, wo vorne und hinten war.
Tarasava legte zwar einen Dreier für Halle dagegen, doch Herne ließ hinten überhaupt nichts zu, verteidigte aggressiv, zwang Halle zu Fehlern, dominierte das Brett und punktete mit guter Wurfauswahl und hochprozentiger Trefferquote. Über 19:3 zog Herne auf 25:5 von, lag schon nach siebeneinhalb Minuten zwanzig Punkte vorn, bis zur Viertelpause wurden sogar noch 24 daraus. HTC-Coach Marek Piotrowski lobte: „Das war ganz stark. Wir haben am Samstag im Training die Fehler aus dem Freitagsspiel analysiert und dann genau umgesetzt, was wir daraus gelernt haben. Wir haben bissig verteidigt und kaum Fehler gemacht – die ersten zehn Minuten waren einfach schön.“
Das fanden wohl fast alle, die trotz des frühsommerlichen Wetters den Weg in die MCG-Halle gefunden hatten – bis auf den bemitleidenswerten Haufen in Blau und Weiß. Lions-Coach René Spandauw rief nach vier Minuten zum ersten Timeout, tauschte dann gleich zweimal in kurzer Folge seine komplette Fünf auf dem Parkett aus – doch auch dieser Akt der Verzweiflung brachte keine Besserung.
Von Minute 11 an war die Aufholjagd der Löwinnen eine Mission impossible, weil Herne vorne konstant punktete und hinten nicht einbrach. Dass der HTC das zweite Viertel verlor und den Gegner nach 28 Minuten auf zwölf Punkte herankommen ließ, nahm Piotrowski seinem Team nicht übel: „Solche Phasen gibt es, das ist ganz normal.“
Zumal Sonja Greinacher per Dreier und Dreipunktspiel klare Zeichen setzte und Katharina Fikiel zur letzten Viertelpause wieder auf 20 Punkte erhöhte – da war alles gelaufen. Der Schlussabschnitt geriet zum Herner Schaulaufen, Halle ging auf Dreier mit dem Mut der Verzweiflung, traf aber kaum. Herne verteidigte weiter konsequent und punktete sowohl nach Steals durch Lappenküper und Boddie als auch von der Freiwurflinie vor allem durch Lea Mersch – und deklassierte den SVH mit fast 30 Punkten Unterschied. Ab ins Halbfinale.

03.04.2016 / WAZ Herne / Philipp Ziser

 

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