Starkes Herner Team zähmt die Löwinnen

HTC feiert gegen die punktgleichen Lions einen nie gefährdeten 75:53-Sieg. Yolanda Jones und Kata Takács fügen sich prima ein, „Q“ Davis dreht groß auf.

Herner TC - SV Halle Lions 75:53  (24:14, 16:12, 15:10, 20:17)

HTC: Greinacher (18, 9 Rebounds), Davis (17/3 Dreier), Jones (13, 8 Reb.), Takács (7), Van der Velde (6), Mersch (5/1), Slavova-Naneva (5), Lappenküper (2), Sola (2), Karic.

Feldwurfquote: 42 % (31/74). Freiwurfquote: 56 % (9/16). Assists: 17. Steals: 11. Rebounds: 44 (29 defensiv, 15 offensiv).

Halle: Tarasava (22/2), Horn (9/1), Ederaine (8), Henningsen (5/1), Engeln (5), Yancheva (4), Hartmann, Müller, Szmutku.

Feldwurfquote: 30 % (19/63). Freiwurfquote: 92 % (11/12). Assists: 2. Steals 1. Rebounds: 44 (27 defensiv, 17 offensiv).

So ein Spiel haben Hernes Basketballerinnen mal wieder gebraucht. Volle 40 Minuten lang beherrschten sie ihre zuvor punktgleichen Gäste, spielten aggressiv und mit hohem Tempo und belohnten sich für ihre exzellente Teamleistung mit einem Sieg, der in dieser Deutlichkeit nun wirklich nicht zu erwarten war. Die HTC-Fans auf der diesmal nicht ganz vollen Tribüne genossen das grandiose letzte Heimspiel des Jahres als vorzeitiges, wunderhübsches Weihnachtsgeschenk ihres Teams.

Stets um Mäßigung bemüht, ließ sich Marek Piotrowski auch diesmal nicht zu euphorischen Kommentaren hinreißen, machte aber aus seiner Zufriedenheit kein Hehl. „Egal ob mit einem oder 30 Punkten: Ein Sieg musste her, und den haben wir geschafft“, freute sich der Herner Headcoach. „Es war kein Sieg einzelner, sondern einer der Mannschaft, und auch die Neuen haben gute Ansätze gezeigt.“

Das kann man wohl sagen. Kata Takács, die wegen Verletzungen von Ireti Amojo und Emina Karic sogar in die Starting Five rutschte, beeindruckte mit Athletik, Schnelligkeit und gutem Spielverständnis – Stärken, die helfen dürften, sie schnell voll zu integrieren. Und Yolanda Jones, die in der sechsten Minute von der Bank kam, sich gleich einen Offensivrebound griff, gefoult wurde und beide Freiwürfe versenkte, sie bringt Elemente ein, die dem HTC zuweilen fehlten: Robustheit, Abgezocktheit und körperliche Präsenz. Erst am Donnerstagabend aus Puerto Rico kommend in Düsseldorf gelandet, hat die 31-Jährige mit ihrem Auftreten auf wie neben dem Parkett schon viele Sympathien gewonnen. Das lässt sich gut an.

So wie sich auch das ganze gestrige Spiel gut anließ. Zwar verfehlten die ersten vier Würfe ihr Ziel, aber als Sunny Greinacher von der Linie die 2:0-Führung markierte (3.), war der Bann auch offensiv gebrochen. Von da an traf der HTC hochprozentig, und weil die Defense von der ersten Sekunde an enormen Druck machte und kaum freie Würfe zuließ, setzte sich Herne schon bis zur achten Minute in den zweistelligen Bereich ab (16:6). Deutlich verkürzen konnten die Lions diesen Rückstand nie mehr. Aliaksanda Tarasavas Dreier zum 35:26 (18.) ließ Hernes Vorsprung letztmals unter zehn Punkte schrumpfen, dann brachte ein 10:0-Run zum 45:26 (23.) die Vorentscheidung.

Schon da hatte Anna Lappenküper reichlich Spielzeit erhalten, später durfte auch Malina Sola mehr als 13 Minuten aufs Feld. Beide Herner Eigengewächse fügten sich prima ein und erzielten ihre ersten Punkte in der DBBL – auch das macht Hoffnung für die Zukunft.

Beste Spielerin auf dem Parkett aber war Quenice Davis, die richtig aufdrehte, mit schnellen Händen Bälle stahl, uneigennützig tolle Pässe spielte und auch selbst wieder öfter den Abschluss suchte. Mit Erfolg. 13 Punkte allein in Hälfte eins, dabei drei von vier Dreiern getroffen – eine solche „Q“ braucht in der Liga keinen Vergleich zu scheuen. Auch nicht den mit der Weißrussin Tarasava. Die beste Scorerin der Liga packte gestern zwar weitere 22 Punkte auf ihr Konto, war bei Lea Mersch und Davis aber insgesamt in guten Händen und konnte ihrem Team nur wenig Impulse geben.

Während Tarasava mehr die Solistin gab, gefiel der HTC als Team. 17 Assists (Halle 2) und 11 Steals (Halle 1) – das sind die Werte, die gestern den Unterschied machten.

29.22.2015 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

 

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