Work Hard – Play Hard

1. Herren zieht in 2. Pokalrunde ein

Herner TC – TG Düsseldorf 64:62  (11:20; 10:16; 22:6; 21:20)

Eine Woche vor dem offiziellen Saisonbeginn stand für die erste Herrenmannschaft des HTC die erste Bewährungsprobe in Form der ersten WBV-Pokalrunde auf dem Programm. Nachdem Trainer-Legende Martin Brackmann sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hatte, musste das Team One des HTC sich erstmals unter Spielertrainer Ben Badziong beweisen, welcher von der Mannschaft zum Brackmann-Nachfolger gewählt worden war. Doch all die guten Vorsätze und harten Trainingseinheiten in der Vorbereitung sollten sich zunächst nicht auszahlen, ganz im Gegenteil…

Trotz aller Ermahnungen des neuen Trainers das Spiel konzentriert und mit vollem Einsatz zu beginnen, machte sich bei den Gastgebern zu Beginn der Begegnung Nervosität und zu hoher Respekt vor dem Oberliga-Vizemeister 2015 aus Düsseldorf breit. Der Gegner, der nur zu siebt angereist war, dominierte auf dem Spielfeld in allen Bereichen. Schlechte Reboundarbeit und nachlässiges Passspiel bescherten Düsseldorf unnötig viele Ballgewinne. In der Offensive herrschte heilloses Chaos, während die TG ihren Stiefel routiniert runterspielte und immer wieder die klaffenden Lücken in der herner Verteidigung zu einfachen Punkten nutzte. Bereits in der fünften Minute stand es 4:13 für die Gäste und die Unfähigkeit die eigenen Stärken auszuspielen brachte zunehmend Motivations- und Ideenlosigkeit ins Spiel des HTC. Badziong reagierte mit einer Auszeit um in dieser seine Spieler neu zu motivieren und taktische Tipps zu geben. Leider nur mit kurzweiligem Erfolg. Zwar wurde Starting-Point-Guard Pajonk im nächsten Angriff vorbildlich freigeblockt und versenkte den ersten herner Dreier, aber die Gäste antworteten unbeeindruckt mit einem 7:2-Lauf. Somit endete ein katastrophales erstes Viertel 11:20 aus Sicht des HTC.

Nach einer weiteren “Hallo-wach“-Ansprache von Badziong agierten die Lokalmatadoren zwar auf dem Spielfeld deutlich besser, das Selbstvertrauen und Wurfglück hielt sich jedoch leider weiterhin im Minimalbereich. Zumindest kam aber etwas mehr Schwung und Einsatz ins herner Spiel, was nun jedoch durch eine unklare Schiedsrichterlinie unbelohnt blieb. Wie so oft bekam der HTC nun gleich mehrfach Fouls bei Düsseldorfer Korbaktionen, während auf der anderen Seite bei identischem Körpereinsatz die Pfeife der Unparteiischen stumm blieb. So kam es, dass nach Pajonk auch Post-Up-Center Alex Konsek mit dem dritten Foul auf der Bank Platz nehmen musste. Auch der zweite Durchgang ging also an Düsseldorf, allerdings schon etwas knapper (21:36; 20. Min).

Coach Badziong war alles andere als zufrieden und ließ seine Schützlinge zur Halbzeit entsprechend stramm stehen. Dies nahm sich zu Beginn von Halbzeit zwei besonders einer zu Herzen…

Felix Wenzel nahm im dritten Durchgang das Heft in die Hand und unterstrich mit starkem Einsatz und intelligenten Offensivaktionen seine Fähigkeit ein Spiel zu übernehmen und in die richtige Richtung zu lenken. Treffsicher von außen (neun Punkte im dritten Viertel) und mit gewieften Pässen peitschte der herner Guard seine Farben unnachgiebig nach vorne. Animiert von dieser Leistung ließen sich auch der Rest des Teams nicht lange bitten. Verteidigungsminister Irbin DeLaCruz machte seinem Spitznamen nun alle Ehre und ließ seinem Gegenspieler kaum noch Luft zum atmen. Immer wieder stibitzten die herner Guards dem Gegner den Ball und leiteten dadurch schnelle fast-Break-Angriffe ein, die meistens von Top-Scorer Tobias Biermann (25 Punkte) erfolgreich abgeschlossen wurden.

Die verdutzten Düsseldorfer wurden von dieser Wende im Spiel des HTC kalt erwischt und bekamen nun selber kein Bein mehr auf den Boden und handelten sich durch mangelnde Disziplin sogar ein technisches Foul ein. Zusätzlich arbeiteten jetzt die Konsek-Brüder, Dennis Köhler und Konrad Wroblewski vorbildlich am Rebound und in der Verteidigung. Lediglich sechs Punkte erlaubte Herne dem Oberligisten im dritten Viertel und nicht nur die Zuschauer rieben sich nach der 30. Minute verwundert die Augen, hatte Herne sich doch überraschend, aber verdient die Führung zurückerkämpft (43:42).

Es hieß also “Crunch-Time“ und da die Gastgeber in der ersten Halbzeit mit ihrem Körpereinsatz gespart hatten, waren die Akkus bei den Hernern noch lange nicht leer. Trotz dem Ligenunterschied entwickelte sich in den letzten 10 Minuten ein ausgeglichenes Spiel, bei dem auch die Schiedsrichter eine sehr zurückhaltende, aber ausgeglichene Linie fuhren. Pajonk baute zu Beginn des letzten Spiel-Abschnitts mit seinem zweiten Dreier die eigene Führung aus (26:42: 32. Min.). Die TG antwortete umgehend und bewies nun die eigene Treffsicherheit von außen (3 Dreier im 4. Vrtl.). Doch der legendäre herner Kampfgeist war nun geweckt und hielt das Spiel durchgängig offen. Durch aggressive Verteidigung und viel Laufeinsatz des HTC-One schaffte es der Oberliga-Vizemeister nicht mehr sich ein Punktepolster zu erspielen. Im Gegenteil, bis zur Viertelmitte wechselte die Führung konsequent hin und her. Durch zwei Dreier erspielte sich der Gast in der 36. Minute jedoch wieder eine kleine Führung (50:56). Zu allem Überfluss bekam Pajonk sein fünftes Foul aufgrund eines umstrittenen, aber legitimen Pfiffs des Schiris, während Irbin DeLaCruz mit einer Platzwunde am Kopf vom Feld musste. Doch Felix Wenzel und die HTC-Einser wollten jetzt gewinnen und gaben dafür nochmal alles. Eine Auszeit und einen Motivationsschub später legten die Hausherren, welche nun lauthals von den Zuschauern unterstützt wurden, einen 11:3-Spurt aufs Parkett, bei dem Tobias Biermann satte acht Punkte erzielte (63:60; 40. Min.). In den letzten Sekunden entwickelte sich ein kleiner Freiwurf-Wettbewerb, bei dem Herne lediglich 1-4 Versuchen traf, der Gegner sich jedoch auch nicht mit Ruhm bekleckerte (2-4). So kam es, dass der HTC sich nach einem vollkommen verkorkstem Start am Ende als Sieger präsentieren und den unerwarteten, aber letztlich mehr als verdienten Einzug in die zweite Pokalrunde feiern konnte (64:62; 40. Min.).

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