Zwei Punkte auf dem Gabentisch

Die HTC-Damen beschenken Fans, Trainer und sich selbst mit einem 78:69-Sieg über Freiburg. Die Eisvögel geben sich erst mit der Schlusssirene geschlagen.

Herner TC - Eisvögel USC Freiburg 78:69

Viertel: 17:16, 16:22, 21:16, 24:15.

HTC: Wright (24, 13 Rebounds), Amojo (16), Karic 812), Davis (10, 7 steals), Barnes (7, 8 Reb.), Müller (4), Slavova-Naneva (3/1 Dreier), Salomaa (2), Callahan, Van der Velde, Kassack.

Wurfquote Feld: 47 % (29/62). Freiwurfquote: 90 % (19/21). Rebounds: 37 (25 defensiv, 12 offensiv).

USC: Lucet (21/3), Sowell 818), Lehtoranta (11/1), Williams Godbold (8), Dzirma (5), Hodapp (4), Hoffmann (2), Knudsen, Heck.

Wurfquote Feld: 44 % (24/54). Freiwurfquote: 71 % (17/24). Rebounds: 30 (21 defensiv, 9 offensiv).

Hernes Bundesliga-Basketballerinnen haben ihres Trainers Wunsch erfüllt und ihm einen schönen Sieg unter den Tannenbaum gelegt. Um Marek Piotrowski dieses Geschenk machen zu können, mussten sie jedoch einiges investieren und am Ende eines anstrengenden Jahres noch einmal alle Kräfte mobilisieren.

Die Eisvögel wehrten sich nämlich energisch und gaben sich erst mit der Schlusssirene geschlagen. Bis dahin lieferten sie dem Tabellendritten wie schon im Pokal vor Wochenfrist einen beherzten Kampf auf Augenhöhe, bei dem die Zuschauer voll auf ihre Kosten kamen.

Anfangs schien es, als wolle der HTC seine Gäste überrennen. Nach drei Minuten stand es bereits 11:3, wobei Emina Karic und Teya Wright die meisten Akzente setzten. Eine etwas übermütige Wurfauswahl verhalf den Eisvögeln dann, besser ins Spiel zu kommen, und plötzlich lag Herne mit 11:12 hinten (7.). Piotrowski reagierte, brachte Erica Barnes und Kitty Müller, die den HTC mit vier Freiwurfpunkten wieder in die Spur brachte.

Mit 17:16 ging das erste Viertel knapp an Herne, und auch danach war es bis zum 25:24 (15.) eng. Auffällig blass blieben bis dahin Quenice Davis und Soana Lucet, die beiden bislang prägenden Kräfte ihrer Teams. Als Erste taute Lucet auf, machte in kurzer Zeit sieben Punkte und trug wesentlich zur höchsten Gästeführung bei (29:36/20.). Danach erzielte zwar auch „Q“ Davis ihre ersten Punkte, dennoch gab es zur Pause bei einem Herner 33:38-Rückstand lange Gesichter.

Auch Piotrowski blickte besorgt drein, als er lange vor den Spielerinnen aus der Kabine kam. Dort aber hatte der Coach offenbar den richtigen Ton getroffen. Der HTC verteidigte fortan intensiver, boxte besser aus und ging energischer zu den Rebounds. Schnell brachten Karic und Barnes per Dreipunktspiel ihr Team auf 38:38 heran (22.), und Mitte des dritten Viertels leuchtete erstmals wieder eine Führung auf der Anzeigetafel (44:43) – Auftakt zu einer dramatischen Schlussviertelstunde.

Bis zum 60:61 (36.) wechselte die Führung nicht weniger als zehn Mal hin und her. Dann passierte, worauf viele Herner gehofft hatten: Das intensive, temporeiche Spiel forderte seinen Tribut, die Kräfte schwanden, und Herne profitierte von seinem tiefen, ausgeglichenen Kader. Zweimal war es Amojo, die in Zeitnot mutig zum Korb zog, schwierige Würfe traf, Fouls zog und auch noch die Freiwürfe versenkte. Nach dem 68:63 (38.) setzten die Eisvögel auf schnelle Fouls, aber Wright, Davis und Amojo blieben an der Linie eiskalt und zirkelten in den letzten beiden Minuten alle zehn Freiwürfe in die Reuse. „Die Mannschaft hat es am Ende auch mit Hilfe der tollen Zuschauer geschafft. Freiburg hat es uns richtig schwer gemacht. Aber jetzt sind wir alle happy“, strahlte Piotrowski über eine gelungene Bescherung. Und auch die Fans fühlten sich beschenkt und bedankten sich mit prasselndem Applaus.

14.12.14 / WAZ Herne / Wolfgang Volmer

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